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Zwischenfall von Xi'an
Aus Kefk.
Als Zwischenfall von Xi'an wird ein Ereignis im Dezember 1936 bezeichnet, bei dem nationalistische Truppen unter dem Warlord Zhang Xueliang, bekannt als der "Kleine Marschall" und Sohn des Marschalls Zhang Zuolin, und dem General Yang Hucheng (Yáng Hǔchéng 杨虎城) gegen ihren Generalissimo Chiang Kai-shek (Jiǎng Jièshí) meuterten und ihn am 12. Dezember gefangennahmen.
Die japanischen Truppen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die Mandschurei in Folge der Mandschurei-Krise besetzt und den Marionettenstaat Mandschuko eingerichtet, den China nach der Bombardierung Shanghais im Waffenstillstand von 1933 anerkennen musste. Die Bedrohung durch den Japanischen Imperialismus war zu diesem Zeitpunkt nur allzu real.
Gleichzeitig war China durch den chinesischen Bürgerkrieg zwischen den Kommunisten (KP) unter Mao Zedong und Nationalisten (KMT) unter Chiang Kai-shek geschwächt. Die Nationalisten konnten die KP nach Shaanxi drängen (Langer Marsch) und dort isolieren.
Als Chiang Kai-shek die Truppen des Kleinen Marschalls, welche die KPC umzingelten, besuchte, wurde er von diesem festgesetzt. Mao Zedong hatte Zhang Xueliang hierzu bewegen können, indem er ihm Hoffnung machte, dass er von Moskau dabei unterstützt würde, die Macht in China zu übernehmen. Dabei wusste Mao genau, dass Stalin auf Chiang im Kampf gegen Japan baute, da Chiang der einzige war, der China vereinen und die Japaner so vor einem Angriff auf Russland abhalten konnte. Später behauptete Mao, das Telegramm aus Moskau nie bekommen zu haben. Mao versuchte Zhang Xueliang dazu zu bringen, Chiang Kai-shek umzubringen, was ihm später Schwierigkeiten innerhalb der KPC einbrachte. Zhang Xueliang bemerkte jedoch rechtzeitig seinen Fehler und ließ Chiang nach 2 Wochen frei.
Die Kommunisten konnten Chiang in dieser Phase, auch im Austausch gegen den in Sibirien festgehaltenen einzigen Sohn von Chiang, Chiang Ching-kuo, zwingen, dass die Kommunisten als Partei anerkannt wurden, eine eigene Provinz zugewiesen bekamen und eine eigene Armee stellen durften, die von Chiang finanziert wurde. Außerdem wurde Shao Li-tzu, ein kommunistischer Maulwurf (er begleitete Chiangs Sohn 1925 nach Russland), der zuständige Leiter für Medienarbeit in Chiangs Propagandaministerium, was dazu führte, dass sich das Bild der Kommunisten und speziell von Mao in der Öffentlichkeit rapide besserte. Vertreter der Kommunisten bei der KMT war Zhou Enlai.
Nur ein Jahr später begann der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg. Während des Krieges kam es jedoch immer wieder vor, dass sich die zwei chinesischen Parteien gegenseitig beschossen. Nach dem Krieg wurde der Bürgerkrieg wieder aufgenommen. Zuvor war das Kräfteverhältnis 60:1 für die KMT, danach nur noch 3:1, woran man erkennen kann, dass Mao diese Zeit vor allem zum Aufbau seiner Armee nutzte und nicht, wie immer wieder in kommunistischer Propaganda beschrieben, mit allen Mitteln die Japaner bekämpfte.
