Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Zweite Schlacht von Höchstädt
Aus Kefk.
| Zweite Schlacht von Höchstädt (1704) | |||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konflikt | Spanischer Erbfolgekrieg | ||||||||||||||||
| Datum | 13. August 1704 | ||||||||||||||||
| Ort | Höchstädt an der Donau | ||||||||||||||||
| Ergebnis | Sieg der Großen Allianz | ||||||||||||||||
| |||||||||||||||||
| |||||||||||||||||
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Zweite_Schlacht_von_H%C3%B6chst%C3%A4dt, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
Die Zweite Schlacht von Höchstädt (im engl. Battle of Blenheim) ist die erste größere Auseinandersetzung im Spanischen Erbfolgekrieg. Ein alliiertes Heer aus Österreichern und Kaiserlichen unter Befehl von Prinz Eugen von Savoyen sowie der Engländer unter dem Befehl des John Churchill, Duke of Marlborough schlug am 13. August 1704 die Truppen der Franzosen unter dem Befehl von Marschall Tallard und der Bayern unter dem Befehl von Kurfürst Maximilian II. Emanuel. Durch den Sieg wurde ein drohender Marsch der verbündeten franko-bayerischen Armeen auf Wien verhindert.
Die englische Form Battle of Blenheim dürfte daher rühren, dass die englischen Truppen französische Aufklärer verwendeten. Deren Aussprache des Weilers Blindheim (nahe Höchstädt) führte zur englischen Form Blenheim.
Inhaltsverzeichnis |
Ausgangslage
Im Jahr 1700 war mit König Karl II. der letzte Habsburger auf dem spanischen Thron gestorben. Aufgrund einer testamentarischen Verfügung erhob Frankreich Thronansprüche. König Ludwig XIV. rief seinen Enkel Philipp von Anjou zum spanischen König aus und bestätigte zugleich dessen Anspruch auf die französische Thronfolge.
Es drohte eine Machtverschiebung in Europa zu Gunsten der Großmacht Frankreich. Auf Initiative Englands fanden sich in der Großen Haager Allianz die Gegner (England, Österreich, Holland und verschiedene deutsche Reichsstände) zusammen. Der bayerische Kurfürst schlug sich in der Hoffnung auf die Königswürde und Gebietserweiterungen auf Frankreichs Seite.
1702 okkupierten bayerische Soldaten Ulm mit seiner strategisch bedeutsamen Festung, ferner die Städte Memmingen, Lauingen, Dillingen an der Donau, Neuburg an der Donau und Regensburg. Deswegen wurde postwendend am 30. September 1702 gegen Bayern, Köln und Frankreich der Reichskrieg erklärt.
Eine französisch-bayerische Armee besiegte am 20. September 1703 östlich von Höchstädt an der Donau etwa 17.000 Soldaten der herangerückten kaiserlichen Truppen unter dem Befehl des Generalfeldmarschalls Graf Styrum.
Unter Missachtung der von der Reichsstadt zuvor erklärten Neutralität im Konfliktfalle drangen kaiserliche Truppen in Augsburg ein. Bayern und Franzosen rückten an. Die Kanonade der Stadt durch die kaiserlichen Truppen dauerte vom 7. bis 15. Dezember. Einen Tag später zogen sich die Kaiserlichen zurück. Frankreichs Marschall Ferdinand de Marchin und 11.500 Franzosen quartierten sich in Augsburg ein. Sein Heeresteil verließ die Stadt Ende Juni 1704 und wandte sich nach Donauwörth.
Im selben Jahr wurden von den Engländern und Österreichern die beiden besten Feldherren in ihren Reihen mit der militärischen Problemlösung beauftragt: der Herzog von Marlborough und Prinz Eugen von Savoyen.
Erste Schlacht von Höchstädt (20. September 1703)
Unter Marschall Villars und Maximilian II. Emanuel errangen französische und bayerische Truppen einen überzeugenden Sieg über ein Aufgebot Österreichs und des Reiches unter Graf Styrum. Lediglich der Widerstand preußischer Einheiten unter Leopold I. (Anhalt-Dessau) verhinderten die völlige Auflösung der österreichischen und Reichsverbände.
Zweite Schlacht von Höchstädt (13. August 1704)
Schlachtverlauf (Vorphase)
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/8/80/Marlborough-duke-first.jpg': No such file or directory. |
Marlborough musste seine englisch-holländischen Truppen aus den Niederlanden nach Süddeutschland heranführen. Er ging das Wagnis ein, an der Spitze seiner Kampftruppen rheinaufwärts zu marschieren, doch seinen Tross mainaufwärts über Bamberg und Nürnberg in den Raum Nördlingen zu schicken. Mit Prinz Eugen besprach er am 12. und 13. Juni in Großheppach (bei Stuttgart) das weitere Vorgehen. Der österreichische Feldherr sollte mehrere in Süddeutschland agierende kaiserliche Truppenteile mit seinen eigenen fünf Regimentern vereinen und dann zu Marlboroughs Heer stoßen.
Die Reichsarmee (badische, hessische, hannoversche, sächsische und preußische Einheiten) mit Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (genannt Türkenlouis) zusammen mit den verbündeten englisch-holländischen Truppen unter Marlboroughs Oberbefehl langte am 2. Juli vor Donauwörth an. Die Stadt und der nördlich gelegene und ebenfalls befestigte Schellenberg waren von französischen und hauptsächlich bayerischen Truppen unter Johann Baptist von Arco besetzt. Eine verbindende Befestigungslinie zwischen beiden Stützpunkten war jedoch noch im Bau. Marlborough ließ trotz Gegenrede Ludwig Wilhelms von Baden, der für eine Rast plädiert, die britischen und niederländischen Einheiten aus dem Marsch heraus angreifen. Nach dem dritten Anlauf war das Gefecht am Schellenberg für ihn gewonnen. Die Bayern und Franzosen verlassen eilig Donauwörth. Kurfürst Maximilian II. Emanuel zog sich mit seinen verbliebenen Heereseinheiten nach Augsburg zurück.
Das unter Prinz Eugens Befehl stehende Heer, bestehend aus Österreichern, Schwaben, Westerwäldern, Hannoveranern, Preußen und Dänen, hatte sich am 21. Juli gesammelt und brach zur Donau hin auf. Es traf, etwa 18.000 Mann stark, am 6. August im Raum Höchstädt ein.
Unterdessen war der französische Marschall Camille d'Hostun, comte de Tallard, mit seinen Eliteeinheiten über den Schwarzwald nahe bei der Festungsstadt Ulm angekommen. Der Kurfürst hörte in Augsburg davon und wollte sich den frischen Kräften anschließen. Er überquerte mit seinen Soldaten die Donau zwischen Lauingen und Dillingen. Am 7. August vereinigten sich beide Truppen im Donauried.
Schlachtverlauf (Hauptphase)
Marschall Tallard, der wie üblich im Disput mit Max Emanuel II. lag, ging irrigerweise von einem Rückzug der alliierten Streitkräfte Richtung Norden aus, denn er und Marsin trafen zu spät ein (10. August), um mit ihrer Gesamtstärke von ca. 50.000 Mann den Gegner zu einer Entscheidungsschlacht zu zwingen. Erschwerend kam hinzu, dass Tallards Kavallerie durch eine Pferdekrankheit, vermutlich den Rotz (Malleus), empfindlich geschwächt war, was sich ja im weiteren Schlachtverlauf (Marlboroughs Kavallerieübermacht bei Unterglauheim entschied die Schlacht) als entscheidendes Manko zeigte.
Als im Morgengrauen des 13. August Truppenbewegungen gemeldet wurden, nahm Tallard immer noch nicht den Ernst der Lage wahr. Er dachte, die Truppen der Alliierten wollten sich nordwärts zurückziehen, weswegen auch der größte Teil des Lagers in die Hände der Feinde fiel, weil diese quasi aus dem Schlaf geweckt in die Schlacht eintreten mussten. Am selben Tag entschied sich Marlborough für einen im Donautal aufwärts geführten Angriff auf breiter Front, wohingegen die francobayerischen Truppen überraschterweise schnell Aufstellung nehmen mussten (auf den leichten Anhöhen westlich des Nebelbaches), und das schon unter beginnendem Artilleriefeuer der Alliierten.
Die Franzosen hatten ihre Infanterie in den Dörfern Blindheim und Oberglauheim konzentriert, der Kurfürst seine zusammen mit Marsin zwischen Lutzingen und Oberglauheim. Die Schlachtfront vom Alten Berg bei Lutzingen mit Frontlinie Riedgraben bis zum Riedberg wurde von Bayerischer Gardeinfanterie und -kavallerie verteidigt und vehement mit ca. 16.500 Mann gegen ca. 9.000 Mann Anhalt-Dessauische Truppen sowie ca. 8.000 Mann kaiserliche Truppen Prinz Eugen von Savoyens (beide mit viel Kavallerie), der dreimal im Verlauf der Schlacht hinter den Riedgraben zurückgeworfen wurde, gehalten (Besonders erfolgreich war Max Emanuel in der Erkenntnis der Umfangungsbewegung der Feinde entlang der Waldgrenze der heutigen Goldbergalm, die er verhinderte und die Feinde aufrieb, was in einem unten besprochenen geordneten Rückzug endete).
Bei den englisch-kaiserlichen Truppen befehligte Prinz Eugen den rechten Flügel (s.o.), Marlborough kommandierte die Mitte beim Angriff zwischen Oberglauheim und Blindheim. Es war ein heißer Sommertag, als die Hauptschlacht um 11.00 Uhr begann. Die Verteidiger hielten mit Abwehrfeuer die Dörfer, bei Oberglauheim gingen die Franzosen sogar zum Gegenangriff über, den jedoch Marlborough mit seiner Kavallerie zurückwarf. In dieser Phase zeigten sich besonders fatal Tallards Fehlentscheidungen, Blindheim zu halten und dort unnötigerweise Truppen zu konzentrieren, die auf der in der Mitte völlig überdehnten Front bessere Dienste geleistet hätten, und das Verweigern, Teile von Marsins Kavallerie als Verstärkung einzusetzen. Bis etwa 14.00 Uhr wogte der Kampf hin und her. Franzosen und Bayern hatten durch die Besetzung leichte Vorteile errungen, waren auch an Artillerie überlegen, die sich trotz des Überraschungsangriffs mittels des Nebelbachs als Annäherungshindernis auf den leichten Abhängen des Geisberges formieren konnte.
Marlborough nahm die Kampfhandlungen um 14.30 Uhr wieder auf und überwand gegen 16.00 Uhr endgültig über gebaute Übergänge den Nebelbach und das Sumpfgelände mit seiner Kavallerie, um sie auf dem Kampfplatz südlich Oberglauheim einzusetzen. Das brachte die Wende. Nach drei Attacken brach die überdehnte französische Front nun in diesem Abschnitt ein, was sowohl Marsin wie Max Emanuel II. vom rechten Flügel abschnitt als auch Blindheim unter General Clerambault in Blindheim einkesselte. Die bayerischen und französischen Truppen steckten nun die Mühlen und Gehöfte in Brand, um sie für den Feind als Deckung unnütz zu machen, und zogen sich sehr geordnet zurück. Prinz Eugens Kavallerie war schon nach dem dritten Rückschlag faktisch als geschlossener Kampfverband nicht mehr vorhanden. Truppen stellten nach dieser Beobachtung den Kampf ein und räumten Lutzingen.
Die den Ort Blindheim (engl. Blenheim) verteidigenden Franzosen waren eingeschlossen. Marschall Tallard wurde beim Versuch, Truppen aus dem Ort zu einem Ausfall auf das Feld zu führen, Opfer seiner Kurzsichtigkeit und von hessischen Dragonern bei Sonderheim gefangengenommen. Tallards Sohn war wenige Stunden zuvor gefallen. Die diffuse Situation der Ortschaft Blindheim besserte sich dagegen keineswegs. Eine angetragene Kapitulation ertrank mit General Clerambault, der angeblich mit seinem Ross in die Donau sprang und umkam. So zogen sich die zähen Kämpfe noch bis ca. 20.00 Uhr hin, weil eine einheitliche Kommandostruktur fehlte und die eingeschlossenen Soldaten bis zur letzten Patrone kämpfen wollten. Ein Gerücht ist, dass Abteilungs- und Regimentsfahnen in Blindheim verbrannt wurden, damit sie dem Feind nicht in die Hände fielen.[1]
Beute
Erbeutet wurden von den Alliierten:
- etwa 12.000 Gefangene
- fast die gesamte Artillerie sowie der Fuhrpark der Bayern und Franzosen
Folgen
Der Sieg stärkte die Motivation auf alliierter Seite zu weiteren Waffengängen. Die Franzosen hatten ihren damals verbreiteten Nimbus der Unbesiegbarkeit ihrer Armee eingebüßt. Frankreich musste sich hinter die Rhein-Linie zurückziehen.
Der Literaturnobelpreisträger und englische Premierminister Winston Churchill, ein Nachfahre des Herzog von Marlborough, schrieb über diese Schlacht in seinem dritten Band über die englische Geschichte:
- Der Sieg von Höchstädt-Blenheim hatte die französischen und bayerischen Armeen an der Donau nahezu vernichtet. Mehr als 40.000 Mann waren getötet, verwundet, gefangen oder versprengt worden. Der Rest zog sich durch den Schwarzwald an den Oberrhein zurück. Ein Drittel beider Armeen lag auf der Walstatt. Dreizehntausend unverwundete Gefangene einschließlich der berühmtesten Regimenter Frankreichs verbrachten die Nacht des 13. im Gewahrsam der britischen Infanterie. ... Ganz Europa erschauerte vor diesem unglaublichen Geschehen. Ludwig XIV. konnte es nicht fassen, dass seine beste Armee nicht nur geschlagen, sondern auch vernichtet war. Von diesem Augenblick an dachte er nicht mehr an Eroberung, sondern nur noch an einen ehrenvollen Abgang aus dem Krieg, den er heraufbeschworen hatte. Die ganze Macht der Großen Allianz war neu erstanden und konsolidiert. Der Schrecken vor den französischen Waffen, der eine Generation lang auf Europa gelastet hatte, war gebrochen. Marlborough stand, sogar noch über seinem Kameraden, dem großen Eugen, als der erste Soldat seines Zeitalters da. Und da er gleichzeitig die gesamte Diplomatie und das Tun und Trachten der Allianz lenkte, wurde dieser englische General für eine Weile der eigentliche Führer des großen Bündnisses der Nationen, die sich gegen Ludwig XIV. zusammengeschlossen hatten. Mit Marlborough erreichte England den Gipfel seiner Macht, und die Inselbewohner, die seit Crécy und Azincourt, vierhundert Jahre zuvor, keinen solchen Triumph mehr gekannt hatten, gaben sich ihrer Freude hin.
Bayern wurde von Österreich besetzt. Der bayerische Kurfürst Maximilian II. Emanuel ging ins Exil.
Prinz Eugen und der Herzog von Marlborough feierten 1706 bei Ramillies und Turin weitere Triumphe auf dem Schlachtfeld über die Franzosen, die Schlacht von Malplaquet (1709) endete ohne eindeutigen Sieger. Erst der Frieden von Utrecht (1713) und der Frieden von Rastatt sowie den Frieden von Baden (1714) beendeten den blutig geführten Streit um die spanische Erbfolge und das Mächtegleichgewicht in Europa.
Literatur
- Winston Churchill; Geschichte, Band III - Das Zeitalter der Revolutionen, Scherz & Coverts Verlag, Stuttgart 1957
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Battle of Blenheim – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Heimatmuseum Höchstädt
- Internet-Portal Die Schlacht von 1704
- www.blindheim.de
- zum "Höchstädtfeldzug" des Hauses der Bayerischen Geschichte
- Schlacht von Höchstädt : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)
Siehe auch: Liste der Kriege, Liste von Schlachten, Liste der Schlachten von weltgeschichtlicher Bedeutung
Quellen
