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Zwangsarbeitslager Ohrdruf

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Gegen Ende des Jahres 1944 wurde in Ohrdruf, 13 km südlich von Gotha, das Zwangsarbeitslager Ohrdruf (auch „Ohrdruf-Nord“) als ein Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet. Die Häftlinge wurden für den Bau umfangreicher unterirdischer Tunnel- und Bunkeranlagen eingesetzt. Im März 1945 hatte das Lager 11.700 Häftlinge. Die zur Tarnung grün angemalten Baracken waren mit zwei Reihen Stacheldraht eingezäunt.

In der Nähe sollte ein Kommandobunker für Hitler entstehen.

Das Lager wurde am 4. April 1945 von den Amerikanern befreit. Es war das erste befreite Lager mit lebenden Häftlingen, die Auskunft über ihr Schicksal geben konnten. Das Zwangsarbeitslager Ohrdruf wurde am 12. April von den US-Generälen George S. Patton, Omar Bradley, Dwight D. Eisenhower besichtigt. Eisenhower beschreibt diese Besichtigung in seinem Tagebuch als einen Schock. Ihm wurde dabei auch der Galgen gezeigt, an dem Hinrichtungen mit Klaviersaiten stattfanden. Er war am selben Tag auch im Salzbergwerk, wo Nazi-Vermögen eingelagert waren.

Die Deutschen versuchten vor ihrer Flucht möglichst viele der 3200 Toten auf offenen Feuern zu verbrennen. Ein Krematorium gab es in diesem Lager nicht.

Inhaltsverzeichnis

Todesmarsch nach Buchenwald

Am 2. April 1945 musste der größte Teil der Häftlinge unter SS-Bewachung 51 Kilometer nach Buchenwald marschieren. Die Anzahl der Häftlinge, die während des Marsches zusammenbrachen und starben oder von des SS-Bewachern erschossen wurden, kann nur geschätzt werden. Unter den 60 bis 70 Toten, die offensichtlich vor dem Marsch erschlagen oder erschossen worden waren, weil sie nicht marschfähig erschienen, waren noch einige Überlebende, die sich vor den SS-Wachen verstecken und so der Evakuierung entgehen konnten. Vom Marsch entflohnene Häftlingen, u. a. Andrew Rosner, konnten US-Truppen zum Lager führen (I & R platoon, attached to the Headquarters company des 354th Infantry Regiment, der 89th Infantry Division, Third US Army).

Geschichte

Seit 1871 wurde ein Gebiet zwischen Ohrdruf, Jonastal und Bittstädt bereits als Manövergelände genutzt, sodass 1906 die Einrichtung eines offiziellen Truppenübungsplatzes vom Reichstag beschlossen und ab 1908 mit dem Ausbau des Geländes begonnen wurde.

1936 hatte die Reichspost hier eine geheime Fernmelde-Führungs-Anlage.

1941/42 wurde ein kleines Lager für russische Kriegsgefangene eingerichtet.

Im Herbst 1944 übernahm die SS Teile des Lagers. Die SS richtete auf dem Lagergelände ein Außenkommando Ohrdruf S III des KZ Buchenwald ein. Die Sklavenarbeiter mussten hier seit November 1944 ein unterirdisches Hauptquartier für A. Hitler bauen.

Im Artikel Jonastal heißt es dagegen: Im Zusammenhang mit den Bauarbeiten wurde das Außenlager S III des KZ Buchenwald errichtet. Das Lager bestand in der Zeit vom 6. November 1944 bis Anfang April 1945 und als Besonderheit ist zu vermerken, dass in der Zeit vom 14. November 1944 bis zum 15. Januar 1945 S III als selbständiges Konzentrationslager geführt und nicht zum Bestand von Buchenwald zählte - wie sonst alle weiteren Außenlager. Zu S III gehörten neben dem Nord- und Südlager bei Ohrdruf auch die weiteren Lager in der LMuna Crawinkel sowie das so genannte Zeltlager bei Espenfeld.

Am 30. Januar 1945 wurden 1.000 Zwangsarbeiter ins KZ Bergen-Belsen transportiert, unzählige starben.

Der Truppenübungsplatz ging nach 1990 in den Besitz der Bundeswehr über.

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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