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Zuschussverlag

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Als Zuschussverlag bezeichnet man einen Verlag, der Bücher gegen Beteiligung an den Herstellungskosten (Druckkostenzuschuss) publiziert. Den Zuschuss leisten die Autoren selbst, häufig aber auch Dritte, zum Beispiel bei wissenschaftlichen Werken Stiftungen.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Zuschussverlage sind in ihrer heutigen Form Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden. Davor war es durchaus übliche Praxis, dass der Autor die Kosten für den Druck ganz oder teilweise selbst übernimmt, was Zuschussverlage gerne als Argument ins Feld führen. Heute gilt dies hauptsächlich noch für wissenschaftliche Arbeiten.

Vor allem ab den 1960er Jahren entstanden viele kleinere Verlage. Diese konnten die Druckkosten oft nicht alleine tragen, so dass der Autor das Risiko einer Veröffentlichung gemeinsam mit dem Verlag trug. Heute haben sich zahlreiche Verlage auf Zuschussbücher spezialisiert. Zuschussverlage zählen zu den Kommissionsverlagen.

Kosten

Die Veröffentlichung eines Buches kann im Format A5 mit ca. 300 Seiten/250 Stück z.Zt. (2006) zwischen 2000 und 10000 Euro kosten. Dazu können noch die verschiedenen, z.T. schon erwähnten, zusätzlichen Kosten kommen. Davon sind reine Druckkosten mit etwa 2000 Euro anzusetzen, wenn ein Druck unterstellt wird, der im mittleren Preissegment liegt, und ohne besondere Ansprüche an Papier, Bindung und Umschlaggestaltung/Cover auskommt.

Kritik und Erfahrungen

Kritiker verweisen auf die Gefahr, dass ein Zuschussverlag bereits durch den Zuschuss den erwünschten Gewinn erwirtschafte und in der Folge kein Interesse an der (aufwendigen) Bewerbung und dem Vertrieb des entsprechenden Buches mehr habe. Der in Rechnung gestellte Zuschuss sei im Verhältnis zu den tatsächlich anfallenden Kosten oft nicht angemessen. Das Sortiment aus bestimmten Zuschussverlagen werde vom Buchhandel nicht geordert, dort müsse sich der Autor meist selbst um die Vermarktung kümmern. Der Verband deutscher Schriftsteller nimmt keine Autoren auf, die ausschließlich in Zuschussverlagen veröffentlicht haben.

Befürworter der Zuschussverlage argumentieren, diese seien für unbekannte Autoren oft der einzige Weg, ein Buch zu publizieren. Es gebe auch Zuschussverlage, die ihre Autoren bei der Vermarktung der Bücher tatkräftig unterstützten. Für wissenschaftliche Publikationen, die für keinen großen Leserkreis bestimmt sind, sind Druckkostenzuschüsse weit verbreitet.


Alternativen

Selbstverlag

Die klassische Alternative zu sämtlichen etablierten Verlagsformen ist der Eigen- oder Selbstverlag. Die im Eigenverlag herausgegebenen Bücher verursachen zunächst die Kosten, die durch den Buchdruck entstehen, wenn sich der Autor dazu entschließt, sein Buch in dieser Form herauszugeben, und nicht etwa in der Form eines elektronischen Buches, dem sogenannten E-Book. Neben den durch den Buchdruck entstandenen Kosten fallen hier noch die Kosten an, die ein Autor bereit ist, für Werbung/Promotion auszugeben. Eine ISBN kann der Autor seinem Werk ebenfalls zuweisen lassen, damit sein Werk auch über den Buchhandel zu erwerben ist. Der Selbstverleger ist weitgehend unabhängig, muss aber sämtliche Arbeiten (Buchhaltung, Vermarktung), die ansonsten vom Verlag übernommen werden, selbst abdecken.

Pseudoverlag

Pseudoverlage verlangen vom Autor keinen Zuschuss, sondern die Gesamtkosten der Verlegung zuzüglich einer Gewinnspanne.

Books on Demand

Eine weitere Alternative stellt das Book on Demand-Verfahren dar. Dabei zahlt der Autor für Druck der ersten Auflage. Das Buch verbleibt elektronisch beim Verlag und wird on demand - auf Anfrage - erneut gedruckt. Manchmal sind verschiedene Dienstleistungen wie Lektorierung im Verlagsangebot enthalten.

E-Books

Möglich ist auch die Veröffentlichung als E-Book, wobei hier zu berücksichtigen ist, dass diese Buchform lange nicht den Verbreitungsgrad hat, wie etwa das herkömmliche Buch.

Wikipedia
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