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Zug nach Chaibar
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Der Zug nach Chaibar im Monat Muharram, im Jahr 7 (Mai/Juni 628 n. Chr.) nach islamischer Zeitrechnung, war ein Beutezug gegen die in Chaibar ansässigen Juden. Was über den Zug nach Chaibar bekannt ist, wurde von islamischen Prophetenbiographen überliefert und ist infolgedessen ideologisch gefärbt.
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Vorgeschichte
Nach der Grabenschlacht und des darauf folgenden Waffenstillstands mit den Quraisch, war die Position Mohammeds enorm gestärkt und er konnte wieder offensiv werden, jedoch während des Waffenstillstands mit den Koreischiten aus Mekka nicht gegen selbige, weswegen er sich den Juden in Chaibar zuwandte.
Chaibar war eine von Juden besiedelte Oase, 150 km nördlich von Medina, im Hedschas. Auch die jüdischen Banu Nadir, die Mohammed aus Medina vertrieb, hatten sich hier angesiedelt.
Der Beutezug
Die Muslime mussten einen Umweg nehmen, damit die Ghatafan, die arabischen Stämme im Umfeld von Chaibar, die mit den Juden verbündet waren, den Bewohnern von Chaibar nicht zu Hilfe kommen konnten. Zwar zogen die Ghatafan den Muslimen trotzdem entgegen, kehrten jedoch um, als ihnen das Gerücht zu Ohren kam, dass mit ihren Herden und Familien etwas geschehen sei. Die Einwohner Chaibars waren somit hoffnungslos unterlegen auf sich alleine gestellt.
Mohammed konnte nun Herde um Herde und Festung um Festung erobern. Nach der Festung Na’im nahm er Qamis ein, die Festung, in denen die Nadiriten nach ihrer Vertreibung aus Medina Zuflucht gefunden hatten. Unter anderem fiel ihm dabei Safiyya bint Huyayy, die Frau von Kinana ibn al-Rabi und Tochter von Huyayy ibn Akhtab, seiner alten Feinde, in die Hände. Er ließ Kinana foltern, um den Schatz der Nadir zu finden, und nachdem Kinana den Platz nannte, an dem er versteckt war, ließ er ihn töten, so wie er zuvor, nach der Belagerung der Banu Quraiza, auch ihren Vater Huyayy, zusammen mit allen Männern der Banu Quraiza, töten ließ. Safiya nahm er zu seiner Sklavin, obwohl Dihya ibn Khalifa, vom Stamm der Banu Kalb sie für sich beanspruchte. Dihya bekam dafür die zwei Kusinen Safiyas. Alle Gefangenen wurden unter den Muslimen verteilt. Safiya wurde später die elfte Frau Mohammeds.
Keine Festung in Chaibar konnte den Muslimen lange Widerstand leisten. Nach zehn Tagen Belagerung fielen die letzten beiden, Watih und Sulalim, in ihre Hände. Ihre Bewohner wollten ihre Festungen übergeben, wenn Mohammed sie dafür ziehen ließe, und dieser ging auf das Angebot ein. Chaibar befand sich nun vollständig in den Händen der Muslime.
Daraufhin ergaben sich auch die Bewohner von Fadak unter denselben Bedingungen (siehe Auswirkungen). Diese gingen jedoch in den persönlichen Besitz von Mohammed über und nicht wie die Bewohner Chaibars und ihr Besitz als Fai' (Kriegsbeute) in den der muslimischen Gemeinschaft, der Umma.
Da die von Mohammed vorgeschriebenen Auflagen, die der politischen und wirtschaftlichen Entmachtung der jüdischen Gruppen in und um Khaibar gleichkam, nicht erfüllt worden sind, kam es zu ihrer endgültigen Vertreibung aus der Region. Die Vertreibung aller Juden aus dem Hedschas war dann eine der zentralen Aufgaben des zweiten Kalifen Umar ibn al-Chattab.
Auswirkungen
Nachdem die Bewohner von Watih und Sulaim erwirkt hatten, abziehen zu dürfen, baten sie Mohammed, doch auf ihren ehemaligen Besitztümern bleiben zu dürfen und ihm dafür die Hälfte der Erträge zu überlassen. Da sich die Muslime mit dem Bestellen des Landes nicht so gut auskannten wie die Juden Chaibars, ging Mohammed darauf ein, jedoch nicht ohne zu betonen, dass er dieses Abkommen jederzeit brechen kann und sie dann doch vertrieben werden dürfen.
Dieses Abkommen hatte enorme Auswirkungen auf alle Gebiete, die später von den Muslimen erobert wurden (siehe: Vertrag des Omar). Die ursprünglichen Bewohner der eroberten Gebiete, die nun Dhimmis waren, mussten hohe Steuern, die Jizyah, zahlen und durften dafür weiterhin ihren Beruf ausüben (manche sogar in sehr hohen Positionen), falls dies für die neuen Herren nützlich war. Falls es den Muslimen jedoch gefiel, waren die Dhimmis vogelfrei. Das Verfahren wurde islamisches Gesetz (siehe: fiqh).
Quellen
Islamische Literatur
- Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten.
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