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Zsasz

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Zsasz, (auch Mr. Zsasz) ist eine Schurkenfigur in den Batman-Comics. Zsasz ist ein, nach konventionellen Maßstäben als psychopathisch einzustufender Serienkiller.

Für gewöhnlich bedient er sich eines Messers oder anderer scharfer Gegenstände, um seine zumeist zufällig ausgewählten Opfer zu töten. Nach jedem Mord ritzt er sich - sozusagen buchhalterisch - eine deutlich erkennbare Narbe in seinen Körper ein. Die Narben sind überwiegend in Fünfer-Einheiten (nach dem Prinzip, vier Vertikalstriche die von einem fünften Strich diagonal durchquert werden) gruppiert. Die Fünfereinheiten ihrerseits sind jedoch wahllos über seinen ganzen Körper (mit Ausnahme des Gesichtsfeldes und des Halses) verteilt ohne einem erkennbaren Ordnungsprinzip zu folgen. Die nahezu unüberschaubare Menge an Narben (ihre Platzierung schwankt von Künstler zu Künstler), die seinen Körper übersähen, erlauben erschreckende Rückschlüsse bezüglich der Zahl seiner Opfer (mindestens 143).

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund des Figurenkonzeptes

Zsasz erster Auftritt erfolgte in dem amerikanischen Comicheft Shadow of the Bat 1 von 1992. Der Autor dieses Heftes und somit Schöpfer Zsaszs war der Brite Alan Grant (u.a. Autor von Judge Dredd). Als Zeichner figurierte Norm Breyfogle. Der Name Zsasz ist ein Anagramm, beruhend auf dem Namen des amerikanischen Psychologen Thomas Szasz, einem berühmten Vertreter der psychologischen Schule der Antipsychiatrie, dessen wissenschaftliche Positionen - es gibt keine objektiven naturwissenschaftlichen Kriterien, nach denen ein Zustand sich betrachtungsunabhängig als psychisch "gesund" oder "krank" festsetzen lassen würde - die Figur sinngemäß (ohne namentlich auf die Person Szsasz, der in der fiktiven Welt des Batman-Universums scheinbar nicht existiert) gelegentlich anführt, um ihr Handeln sich selbst gegenüber zu begründen. In zaghaften Anklängen an den Existentialismus und das absurde Theater, rationalisiert Zsasz seine Taten letztlich unter Verweis auf die Irrationalität, der In-sich-selbst-nicht-Stimmigkeit der Rationalität als Konzept. Das Paradigma der Vernunft, Vernunft also als ein Welterfahrungs- und Welteinwirkungssystem, angewandt auf eine Welt, die bar ist jeder Vernunft, die nicht nach dem Grundsatz der Vernunft konstruiert ist, sei ein irriges und somit ein konsequenterweise nicht zu befolgendes Konzept.

Aussehen und Darstellung

Zsasz ist ein athletisch durchtrainierter Mann (nach eigenen Angaben betreibt er Isometrie) zwischen Ende Zwanzig und Mitte Dreißig, der über beachtliche Körperkräfte und ein frappierendes, nahezu akrobatisches Ausmaß an Beweglichkeit und Bewegungsschnelligkeit verfügt. Seine äußere Erscheinung schwankt je nach Zeichner zwischen einem hageren, fast schlaksigen und knochigen Mann des asthenischen Körperbautyps und einem kräftigen, mit gut ausgebildeten Muskelpaketen und einer an Bodybuilder-Proportionen grenzenden Statur ausgestatteten Athletiker. Seine Haare werden bei fast allen Auftritten als gelblich-blond dargestellt, wobei der Haaransatz und -wuchs mitunter variiert (gelegentlich wird er sogar als glatzköpfig dargestellt). Bei seinen Auftritten in früheren Jahren waren insbesondere seine von merkwürdigen, zackig-dreieckigen "Lappen" (die starr-scheibenartig über seinem Gesicht lagen ohne sich den Kopfrundungen anzupassen) überlagerten Augen ein hervorstechendes Merkmal (wobei diese "Lappen" streng genommen seine Augen selbst darstellten und nicht etwa eine Gesichtsbedeckung oder eine körperliche Deformation darstellten; tatsächlich werden sie niemals thematisiert und sind demgemäß vermutlich in der Binnenlogik der Comics auch gar nicht materiell vorhanden, sondern stellen vielmehr einen zeichnerischen Kunstgriff dar, um die Figur optisch interessanter erscheinen zu lassen. Es sollte wohl dem Leser transportiert werden, wie Zsaszs "scharfe", bedrohliche Killeraugen subjektiv auf seine Mitmenschen wirken und keine anatomische oder physiologische Anomalie nahegelegt werden.

Figurenbiografie

In dem Comic The Batman Chronicles 3 von 1995 wird Zsasz Herkunftsgeschichte erzählt. Zsasz stammte aus einer wohlhabenden Familie und wuchs als ein liebevoll umsorgtes Einzelkind auf (an verschiedenen Stellen wird er mit dem Vornamen Victor benannt), dem von Hause aus alle Türen offen standen. Seine Eltern ermöglichten ihm den Abschluss einer Eliteuniversität und den Einstieg in eine führende Position als Manager in einem internationalen Konzern. Dank seiner außerordentlichen Intelligenz gelang es Zsasz, ein stolzes Vermögen anzuhäufen. Nachdem seine Eltern bei einem schweren Bootsunglück ums Leben gekommen waren als er 25 Jahre alt war, wendete der verstörte junge Mann sich dem Glücksspiel zu. Bei einem Blackjackspiel in einem Casino in Gotham City setzte er sein gesamtes Vermögen aufs Spiel - und verlor es an einen seiner Mitspieler, den Pinguin.

Bei einem Blick in den Spiegel über dem Waschbecken der Herrentoilette vermeinte er danach, in seine eigene Seele blicken zu können und in ihr die Leere und Sinnentblößtheit seiner Existenz zu erkennen. Bei einem nachfolgenden Versuch, sich durch den Sprung von einer Gothamer Brücke selbst zu töten, wurde er, als er gerade im Begriff war zu springen, von einem Obdachlosen mit einem Messer attackiert, der ihm sein Geld abnehmen wollte. Instinktiv entriss Zsasz dem Mann das Messer und erkannte just in jenem Moment bei einem Blick in dessen Augen, die gleiche Bedeutungslosigkeit, die er in sich selbst fühlte. Die gleiche Bedeutungslosigkeit, die er nun vielmehr in jedem sah. Der Mann wurde sein erstes Opfer, als er ihn brutal niederstach. Fortan verschrieb Zsasz sich seiner "Mission", seine Mitmenschen (die er als "Zombies" titulierte) von der Sinnlosigkeit ihrer Existenz zu befreien, indem er sie tötete.

Sehr häufig, aber nicht ausschließlich, wählt er Familien mit Kindern oder junge Frauen als seine Opfer aus. Sein Modus operandi sieht idealiter das Töten der Opfer durch das Aufschlitzen der Halsschlagader und das Hinterlassen in lebensnahen Posen (z.B. auf einer Couch mit Blickrichtung auf den Fernseher oder scheinbar grübelnd über ein Schachspiel gebeugt) vor. Jeder Tötung folgt das buchhalterische Hinzufügen einer Narbe in seinen Körper, um so die Erinnerung an das Opfer wachzuhalten.

Nach seiner ersten Festnahme durch Batman wurde er als geisteskrank eingestuft und in das Arkham Asylum eingewiesen. Dort wird er, um das Personal vor seiner Befähigung auch mit keiner Waffe außer seinem Körper zu töten, zu schützen, tagsüber in einem ihn vollständig umschließenden Stahlzylinder (nur ein Sprachschlitz ist offen) verwahrt, der in einen Gitterkäfig eingestellt ist, welcher sich in einer Zelle im Hochsicherheitstrakt der Anstalt befindet.

Zumeist gelingt ihm im Zuge von Massenausbrüchen, wie während der Knightfall-Storyline, der No-Man's Land-Storyline und der Joker's Last Laugh-Storyline, die Flucht. Dann kommt es meist zu einem erneuten Zusammentreffen mit Batman. Ansonsten ist er v.a. in Geschichten zu sehen, die in der Anstalt von Arkham spielen (Underworld Unleashed-Spezialheft "Devil's Asylum", Showcase-Ausgaben die die provisorische Verwahrung der Arkham-Insassen in einem regulären Gefängnis während des Umbaus ihrer Anstalt thematisieren u.v.a.).

Nach seinem Ausbruch zu Beginn von Knightfall (Batman 491), nahm er die Bewohnerinnen eines Mädcheninternats als Geiseln (Batman 493), bis er durch Batmans Eingreifen aufgehalten werden konnte. In dieser Auseinandersetzung setzte er Batman psychisch derart massiv zu, dass dieser seine Selbstkontrolle verlor und ihn mit bloßen Händen totgeschlagen hätte, wenn die Polizei nicht eingeschritten wäre. Während seiner quartalsmäßigen psychiatrischen Begutachtung im Arkham Asylum gelang es Zsasz schließlich, mehrere Aufseher mit den Metallstäben zu töten, die zu seiner Fixierung an seinem Hals angebracht waren, und zu entkommen. Zsasz, bemüht, seine blutige Karriere fortzusetzen, verschaffte sich Zutritt zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung, an der auch Bruce (Batman) Wayne teilnahm: dort stach er Waynes Butler, Alfred Pennyworth, nieder und entkam im Glauben diesen getötet zu haben. Als er von dessen Überleben hörte, versucht er, seine Tat zuende zu bringen, welches jedoch von Batman verhindern könnte, der ihn im Kampf besiegte und erneut arretierte (Detective Comics 815 und 816, März 2006). Bei diesem letzten Auftritt ist er optisch dem Zsasz aus Batman Begins ein Stückweit angeglichen worden.

2000 wurde ein Heft der Reihe "Gotham Knights", geschrieben von der Autorin Devin Grayson, das im Rahmen des serienübergreifenden Ereignisses "This Issue Batman Dies" erschien, in dem verschiedene Batman-Schurken ihre Vorstellung vom Tode Batmans durch ihre Hand schilderten, vom Verlagshaus DC zurückgezogen und in letzter Minute durch eine andere Geschichte ersetzt: man hegte seitens des Verlages Befürchtungen, dass die Geschichte, wie Zsasz Batman töten würde, aufgrund ihrer Brutalität, Konflikte mit den amerikanischen Jugendschutzbehörden nach sich ziehen würde.

Zsasz in anderen Medien

Aufgrund seines düsteren Charakters und seiner außerordentlichen Brutalität wurde Zsasz aus den auf ein jüngeres Publikum zugeschnittenen Batman Zeichentrickserien der 90er Jahre und der Gegenwart ausgespart. Im Kino hatte Zsasz zwei kurze Auftritte in dem 2005 herausgebrachten Film Batman Begins, in dem er von Tim Booth gespielt wird. In diesem Film wird Zsasz nicht als Serienkiller, sondern als Auftragsmörder der im Dienst des Gangsters Carmine Falcone steht porträtiert. Da seine Narben in einer kurzen Sequenz zu sehen sind, könnte diese Betätigung aber auch eine bloße Verstellung sein. Einigen Drehbuchentwürfen zufolge, soll er in dem Sequel des Films erneut und dann in einer bedeutenderen Rolle auftreten. Es wird gemutmaßt, dass er der erste Gegner sein soll, gegen den Batman zu Beginn des Sequels von Batman Begins antreten soll: für diese Vermutung spricht, dass Zsasz sich am Ende von Batman Begins, nach einem Massenausbruch aus dem Arkham Asylum, der geschlossenen Psychiatrie für geisteskranke Kriminelle in Gotham City, auf freiem Fuß befindet.

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