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Waldeidechse

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Waldeidechse
Bild:Lacerta vivipara 2 hen (Marek Szczepanek).jpg
Waldeidechse (Zootoca vivipara), Männchen
Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Teilordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Unterfamilie: Lacertinae
Gattung: Zootoca (vormals: Lacerta)
Wissenschaftlicher Name
Zootoca vivipara
(Jacquin, 1787)

Die Waldeidechse (Zootoca vivipara; vormals Lacerta vivipara), auch Bergeidechse oder Mooreidechse, gehört zur Klasse der Reptilien (Reptilia) und in der Unterordnung Echsen (Lacertilia = Sauria) zur Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

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Schwärzlinge der Waldeidechse sind am Großen Feldberg/Taunus häufig anzutreffen

Die Waldeidechse hat eine Gesamtlänge von maximal 18 Zentimetern; davon entfallen bis zu sechs, bei den Weibchen bis zu sieben Zentimeter auf Kopf und Rumpf. Der kräftige Schwanz erreicht das 1,25- bis zweifache der Kopf-Rumpf-Länge (Maximalwert bei Männchen). Die Art ist schlank, kurzbeinig und weist einen, im Vergleich beispielsweise zur Zauneidechse, kleinen, ziemlich abgeflachten Kopf auf - bei den Weibchen noch mehr als bei den Männchen. Das sogenannte Halsband ist stark gezähnt und die im Querverlauf nur 25-37 Rückenschuppen sind sehr rau und gewöhnlich gekielt. Die Grundfärbung ist braun, manchmal auch grau. Dazu zeigen viele Tiere einen dunklen, in Einzelflecke aufgelösten "Aalstrich" auf dem Rücken, dunkle Seiten sowie helle, strichförmige Flecken auf der Oberseite (sehr variabel). Die Kehle ist weißlich oder bläulich, der Bauch hell- oder dunkelgelb; bei Männchen zur Paarungszeit orange oder seltener rötlich und dann oft mit dunklen Flecken übersät. Die Jungen sind sehr dunkel - nahezu schwärzlich - und bronzefarben. Sie messen nach der Geburt etwa 30 bis 40 Millimeter. Manchmal kommen auch komplett schwarz gefärbte Alttiere vor, sogenannte Schwärzlinge.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Waldeidechse ist eurasisch und reicht von NW-Spanien und Irland im Westen bis nach Ostsibirien und zur Insel Sachalin im Osten sowie von der Barentssee und dem Eismeer im Norden bis zur Po-Ebene, Südserbien, Bulgarien und Nordkasachstan im Süden. Sie ist die am weitesten nach Norden vordringende Reptilienart und erreicht am Varanger-Fjord den 70. Breitengrad. Die Höhenverbreitung geht in den Alpen bis 2.200 (3.000) m über NN.

Lebensraum, Lebensweise

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... als Schwärzling in der Ritze gut getarnt

Als Lebensraum werden Moore, Heiden, Grasfluren, aufgelassene Steinbrüche und Sandgruben, Dünen sowie Waldflächen und -ränder im Flach-, Hügel- und Bergland besiedelt; dabei werden vegetationsreiche Saumstrukturen, Böschungen und Lichtungen bevorzugt. Die Art ist feuchtigkeitsbedürftiger als andere Eidechsenarten; bei Gefahr flieht sie auch ins Wasser und durchschwimmt dieses. Die Waldeidechse ist tagaktiv und meist standorttreu. Gelegentlich kommt es aber vor, dass sich sogenannte "Pioniere" zum Abwandern entschließen; sie sind dafür verantwortlich, dass auch neuer Lebensraum besiedelt wird. Die Weibchen sind in der Regel lebendgebärend (ovovivipar; siehe auch wissenschaftl. Artname!) und setzen 2-12 Junge ab (abhängig von Größe und Alter des Weibchens). In den Pyrenäen und im Zentralmassiv kommen auch eierlegende Waldeidechsen vor. Die eierlegenden Waldeidechsen in Süd-Slowenien und einigen Nachbarländern (Unterart Zootoca vivipara carniolica) weichen auch in Hinblick auf die Zahl der Chromosomen von den anderen Formen ab.

Die Anpassung der Ovoviviparie ermöglicht der Waldeidechse das Vordringen in kältere Lebensräume als ausschließlich eierlegende Arten wie die Zauneidechse. Die Geburt erfolgt nach etwa zwei Monaten Tragzeit. Die Jungen sind vom ersten Tag an auf sich allein gestellt und lernen durch Probieren, ungeeignete von genießbarer Beute zu unterscheiden. Geschlechtsreif werden die Tiere mit etwa zwei Jahren.

Nahrung und Fressfeinde

Waldeidechsen ernähren sich von Spinnen, Hundertfüßern, Heuschrecken, Fliegen, Pflanzenläusen und Zikaden. Die genaue Nahrungszusammensetzung variiert je nach Jahreszeit und örtlichem Angebot. Kleinere Beutetiere werden, nachdem sie durch Gehör und Sicht geortet wurden, mit den Kiefern gepackt und im Ganzen verschluckt, größere werden gekaut und die harte Chitinhülle anschließend wieder ausgespuckt.

Die Waldeidechsen gehören ihrerseits zum Beutespektrum von Schlangen (vor allem der syntop vorkommenden Arten Kreuzotter und Schlingnatter), verschiedenen Greifvögeln, Mardern und Wildschweinen – letztere wühlen die Waldeidechsen auch aus ihren Winterquartieren. Jungtiere werden manchmal von großen Laufkäfern ergriffen und gefressen. In der Nähe menschlicher Siedlungen dezimieren freigehende und streunende Hauskatzen die Bestände von Eidechsen.

Gefährdung

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Waldeidechse, Weibchen
  • Zerstörung von Magerbiotopen (Heide, Waldränder)
  • Beseitigung von Totholz, Steinhaufen, Natursteinmauern
  • Aufforsten von Flächen (wichtige Sonnenplätze gehen verloren)
  • Pestizideinsatz auf Feldern und in Wäldern (indirekte Vergiftung durch Aufnahme von belasteten Futtertieren; Mangel an Beuteinsekten)

Gesetzlicher Schutzstatus

Rote Liste-Einstufung

  • Rote Liste Bundesrepublik Deutschland - n (nicht aufgeführt)

Sonstiges

Im Jahr 2006 wurde die Waldeidechse von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. zum ersten "Reptil des Jahres" gekürt. Damit soll die "erfolgreichste" Reptilienart der Welt in das öffentliche Bewusstsein gerufen werden.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Waldeidechse (Zootoca vivipara) – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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