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Zollbuche

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Die Zollbuche (399 m ü. NN) bezeichnet ein Straßenkreuz im mittelhessischen Gladenbacher Bergland auf der Aar-Salzböde Wasserscheide an der Stelle zwischen den Gemeinden Gladenbach und Bischoffen, wo die heutige Landesstraße L 3047 nach Gießen von der Bundesstraße 255 abzweigt. Die Zollbuche bildet einen seit Jahrhunderten gewachsenen Begriff für einen landschaftlich interessanten, historisch bedeutenden und weithin bekannten geographischen Punkt im mittleren Hessen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliches

Auf dem Höhenzug, der an der Angelburg (Berg) beginnt und im Gießener Becken ausläuft, befand sich auch die Trasse eines, womöglich schon frühgeschichtlichen Höhenweges (Westfalenweg), dem heute ab der Zollbuche die L 3047 folgt. Die Bezeichnung Zollbuche stammt vermutlich schon aus der Zeit, als das Machtgebiet der Gleiberger Grafen hier endete (1075-1129). Die Zollbuche markierte bis 1628 den Grenzverlauf zwischen Hessen-Darmstadt und der Grafschaft Solms. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte das Gebiet um Hohensolms und Königsberg gemeinsam Hessen und Solms. In einem Vertrag vom 30. Oktober 1628 verzichtete Hessen auf das Amt Hohensolms, das Amt Königsberg kam zu Hessen und damit auch das Gebiet der heutigen Großgemeinde Bischoffen mit der Zollbuche. Ab 1974 liegt bei der Zollbuche die Kreisgrenze der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill-Kreis.

Über die Zollbuche (s. Literatur S. 343-366) verlief auch die zwischen 1359 und 1374 angelegte "Außenheege", eine ca 50 m breite und insgesamt ca 16 km lange Grenzhecke aus Hainbuche und Dornengestrüpp, deren Spuren im Wald an der Zollbuche heute noch zu verfolgen sind. Sie sollte die hier angrenzende Landgrafschaft Hessen, insbesondere das spätere Amt Blankenstein, vor Einfällen der "Nassauer" schützen während der "100jährigen Dernbacher Fehde", einer kriegerischen Auseinandersetzung um die Landeshoheit zwischen den Langrafen von Hessen einerseits und den Grafen von Nassau und dem Erzbischof von Mainz andererseits.

In den Jahren 1817 bis 1825 ließ das Großherzogtum Hessen-Darmstadt als erste "Kunststraße" im Hinterland die Straße von Biedenkopf bis zur Zollbuche bauen. Danach wurden auch die Streckenabschnitte bis Gießen und Richtung Bischoffen ausgebaut. Nach dem Bau der neuen Straßen verlegte man die hessen-darmstädtische Zollstelle an die Zollbuche. Erst 1854 wurde die Zollstelle aufgehoben. Ob sich hier auch eine Zollstelle befand, als das Gebiet ausschließlich zur Grafschaft Solms gehörte (hohes Mittelalter), lässt sich nur vermuten.

Im März 1945 kam in Zollbuchennähe ein amerikanischer Bomber (Lancester X) zum Absturz. Am 28. März 1945 wurde an der Zollbuche ein Soldat von einem Panzer überrollt und getötet. Das "Soldatengrab" zeugt hier bis heute von diesem tragischen Ereignis.

Vor 1945 war die Zollbuche Standort einer uralten, mächtigen Buche. 1945 wurde an gleicher Stelle eine Blutbuche gepflanzt, die am 8. Februar 2001 gefällt werden musste. Jahrelange Belastungen mit Streusalz und Abgasen schädigten sie so stark, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war.

Die in der Nähe der Zollbuche befindliche Waldgaststätte "Endbacher Platte" wurde leider 2006 geschlossen und besteht nicht mehr.

Gefahrenstrecke B 255 im Bereich "Zollbuche"

Der serpentinartige, stark ansteigende Straßenabschnitt der B 255 zwischen dem Ortsteil Gladenbach-Weidenhausen und der Zollbuche stellte schon immer ein natürliches Verkehrshindernis dar. Hier liegen Geschwindigkeitsbeschränkungen an. Die Gefährlichkeit dieses Streckenabschnittes wird oft, besonders bei Motorradfahrern, unterschätzt. So haben sich hier durch zu schnelles Fahren schon mehrfach Unfälle mit schweren Verletzungen oder Todesfolge ereignet. Um diesen, bei Motorradfahrern beliebten Streckenabschnitt kennen zu lernen und auf die Gefahrenpunkte hinzuweisen, findet am 17. Juni 2007 wieder ein Verkehrssicherheitstag an der Zollbuche statt. Die Strecke wird dann für den Straßenverkehr gesperrt und darf nur von Motorradfahrern in Begleitung von Instruktoren befahren werden. Als Rahmenprogramm werden zahlreiche Themen rund um die Verkehrssicherheit angeboten.

Wie kommt man hin?

Die Auffindbarkeit nach Karte ist nicht mehr möglich, da der Begriff Zollbuche aus dem aktuellen Kartenmaterial gestrichen wurde. Nur in alten Karten ist die Zollbuche noch verzeichnet.

  • Aus Richtung Marburg (ca. 25 km): Über die B 255 in Richtung Herborn fahren.
  • Aus Richtung Gießen (ca. 29 km): Über die L-3047 in Richtung Gladenbach fahren.
  • Aus Richtung Herborn (ca. 28 km): Die B-255 in Richtung Marburg befahren.

Naturraum

Der Name Zollbuche steht im System der naturräumlichen Einheiten für eine Untereinheit der Haupteinheit Gladenbacher Bergland in der Haupteinheitengruppe Westerwald.

Literatur

Heimatbuch: Weidbach 1200 Jahre. Herausgeber: Interessengemeinschaft Weidbacher Vereine e.V., Druckhaus Marburg 2002. Textbeitrag: "Die Zollbuche bei Oberweidbach, historischer Grenzort an vergessenen Wegen".

Koordinaten: 50° 44′ 06" N, 08° 30′ 48" O

Wikipedia
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