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Zitteraal
Aus Kefk.
| Zitteraal | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Electrophorus electricus | ||||||||||||
| Linnaeus, 1766 |
Der Zitteraal (Electrophorus electricus) ist eine ungewöhnliche Art der Neuwelt-Messerfische, der in der Lage ist, Stromstöße zu erzeugen. Diese können sowohl zur Jagd als auch zur Verteidigung eingesetzt werden. Er lebt in schlammigen und sauerstoffarmen Süßgewässern im Nordosten Südamerikas, darunter in Gebieten des Amazonas und Orinoco.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Der Zitteraal ist kein Aal, wie der Name und sein Aussehen vermuten lassen, sondern er zählt wie gesagt zu den Neuwelt-Messerfischen. Mit den eigentlichen Aalen hat er einen langen zylindrischen Körper gemein. Seine Afterflosse verläuft fast über den ganzen Körper und endet an der Schwanzspitze. Rücken-, Schwanz- und Bauchflosse sind nicht vorhanden. Ihre Länge kann bis zu 2,5 Metern betragen mit einem Gewicht bis zu 20 kg. Der breite, gerundete und abgeflachte Kopf trägt ein mächtiges Maul und kennzeichnet diesen Fisch von vornherein als Räuber. Die Färbung reicht von grau bis bräunlich. Durch spezielle Blutgefäße in der Mundhöhle wird Sauerstoff aufgenommen, wozu der Zitteraal durchschnittlich alle zehn Minuten an der Wasseroberfläche nach Luft schnappt.
Elektrizitätsorgane
Der größte Teil seines Körpers ist mit elektrischen Organen (Elektroplax) besetzt, eigentlich umgebildete Muskeln, die hohe Spannungen freisetzen können. Jedes dieser Organe besteht aus einer großen Zahl stromerzeugender Elemente, von denen jedes nur eine geringe Spannung erzeugt. Dies ist wie in einer Batterie realisiert, in der die Platten in Serie bzw. Reihe (Reihenschaltung) geschaltet werden. Bei einem Zitteraal können die etwa 5.000 bis 6.000 Elektroplaxen gemeinsam eine Spannung von bis zu 500 Volt bei einem Strom von 0,83 Ampere und somit eine Leistung von 415 Watt erzeugen.
Die Organe dienen zum Fang von Beute und zur Verteidigung. Die Spannung dient zwar nur dazu kleinere Fische zu töten, ist aber auch in der Lage, einen Menschen tödlich zu verletzen. Selbst Pferde kann der Zitteraal töten, wie Alexander von Humboldt auf seiner berühmten Südamerika-Expedition Anfang des 19. Jahrhunderts beschreibt:
"Die Furcht vor den Schlägen des Zitteraals ist im Volke so übertrieben, dass wir in den ersten drei Tagen keinen bekommen konnten. Unsere Führer brachten Pferde und Maultiere und jagten sie ins Wasser. Ehe fünf Minuten vergingen, waren zwei Pferde ertrunken. Der 1,6 Meter lange Aal drängt sich dem Pferde an den Bauch und gibt ihm einen Schlag. Aber allmählich nimmt die Hitze des ungleichen Kampfes ab, und die erschöpften Aale zerstreuen sich. In wenigen Minuten hatten wir fünf große Aale. Nachdem wir vier Stunden lang an ihnen experimentiert hatten, empfanden wir bis zum anderen Tage Muskelschwäche, Schmerz in den Gelenken, allgemeine Übelkeit."
(Anmerkung: Humboldt betont ausdrücklich, dass die Pferde ertrunken sind. Der Stromstoß des Zitteraals an sich ist wohl nicht tödlich für das Pferd, betäubt es aber, so dass es auch schon in flachen Gewässern ertrinken kann.)
Die Stromstöße dienen auch zur Orientierung im trüben Wasser, zur Revierabgrenzung und zum Auffinden von Fortpflanzungspartnern. Der Zitteraal produziert hierbei schwächere und langsamere Impulse.
Ernährung
Die Jungen des Zitteraals fressen auf dem Grund lebende Wirbellose; die Erwachsenen hingegen ernähren sich vorwiegend von Fischen, die vor dem Verzehr getötet werden.
Fortpflanzung
Zitteraale suchen ihren Partner für die Paarung mit Hilfe von Stromstößen: Dabei produzieren sie aber nur schwache Schläge, die ein eventueller Partner im trüben Wasser fühlen kann. Die Fortpflanzung findet meist zwischen September und Dezember statt. Die Männchen bauen Nester aus Wasserpflanzen und bewachen die Eier - später die Larven. Diese sind beim Schlüpfen gerade mal zehn Zentimeter lang.
Weitere Zitteraal-Fotos
Electrophorus 001.jpg
Ein ausgewachsener Zitteraal (~140 cm)... |
Electrophorus 002.jpg
...im Aquarium Hellabrunn, München. |
Electric-eel.jpg
im New England Aquarium, Boston |
Electric-eel2.jpg
im New England Aquarium, Boston |
Zitteraal.JPG
im New England Aquarium, Boston |
Siehe auch
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Zitteraal – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
