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Zisterne

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Bild:Disambig-dark.svg Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Zisterne (Begriffsklärung).
Bild:Cistern getting water.jpg
Wasserholen aus einer Zisterne

Eine Zisterne ist ein Sammelbehälter für Trinkwasser oder Nutzwasser.

Einsatzbereich

In Gebieten mit stark ungleichmäßigem Regen werden Zisternen als Pufferbehälter für die lokale Trinkwasserspeicherung (Haussysteme oder auch kleine Ortschaften) verwendet. Sie dienen dazu, Regen- oder anderes Niederschlagswasser aufzufangen und bis zur weiteren Verwendung zu speichern. In Gebieten mit Trockenperioden hängt von ihnen die Wasserversorgung ab. Beispielsweise gibt es in Ländern östlich des Jordans nur im Winter und im Frühjahr ausreichend Niederschläge während Sommer und Herbst sehr trocken sind, so dass dort eine Zivilisation ohne den traditionellen Zisternenbau gar nicht möglich wäre.

Weit häufiger als Trinkwasserzisternen sind jedoch solche für Nutzwasser. Selbst im wasserreichen Mitteleuropa wird im Privathausbereich teilweise Zisternenregenwasser als Nutzwasser für Waschmaschinennutzung, Toilettenspülung und Gartenbewässerung verwendet, da für diese Zwecke keine teure Trinkwasseraufbereitung nötig ist und die Qualität der Nutzwasserzisternen ausreichend ist. Teilweise anfallende Abwässer sind dennoch geeignet zu behandeln. Im Brandfall dienen Zisternen dort wo keine Hydranten oder andere Wasserentnahmestellen vorhanden sind als Löschwasservorratsbehälter für die Feuerwehren.

Ausführungen

In südlichen, wasserarmen Ländern sind teilweise kleinere Zisternen auf Dächern üblich, die das Regenwasser auffangen. Diese sind zu unterscheiden von Pufferspeichern für Leitungswasser, wie es sie etwa im Entwicklungsland Santo Domingo gibt.

In Mitteleuropa oder auch im Mittelmeerraum seit über 2000 Jahren werden Zisternen meist unterirdisch angelegt. Oftmals sind sie aus großen Steinblöcken gefügt und mit einem Deckstein oder einer Deckenkonstruktion versehen um Verschmutzungen zu vermeiden. Dem über die Nutzungsdauer stark wechselnden Wasserstand wird durch die Erschließung mittels einer Treppe oder durch geeignete Hebevorrichtungen Rechnung getragen.

Kleinere Behälter (2-10 m³) sind als fertige Behälter aus Kunststoff oder als Betonfertigteil erhältlich. Sie dienen fast ausschließlich der Nutzung von Regenwasser.

Teilweise werden auch offengelassene gereinigte Klärgruben oder gereinigte Öltanks als Zisterne zur Gartenbewässerung verwendet, wenn das Haus an die Ortskanalisation angeschlossen wurde und die Klärgrube nicht mehr für das Abwasser benötigt wird.

Historisches

Zisternen wurden schon in frühen Zeiten verwendet. Auch im Mittelalter findet man sie oft bei Burgen auf Bergen, wo man nicht so tiefe Brunnen graben konnte. Dabei ist zwischen Tankzisternen und Filterzisternen zu unterscheiden:

Ein Beispiel ist die Riegersburg in der Steiermark, wo eine Zisterne ins Lavagestein geschlagen wurde. Das Regenwasser wurde durch Sandfilter in der Zisterne gesammelt. Durch die Sandfilter wurde das Regenwasser gereinigt und mit Mineralien angereichert.

Das arabische Wort „_ibb“ für Zisterne wurde in der Form "aljibe" ins Spanische übernommen. Seine Grundbedeutung hat es dort bis heute bewahrt. Trotz der Konkurrenz des lat. "cisterna" ist das Wort so vital, dass es auch auf moderne Begriffe wie "camión aljibe" „Zisternenwagen“ übertragen worden ist. In den Zeiten der Reconquista und auch noch danach, als man sich mit den Mauren kriegerisch auseinandersetzte, hatte das Wort eine weitere Bedeutung, nämlich „Verlies“, „Gefängnis“. Dies rührt daher, dass man die christlichen Gefangenen zu Tausenden in unterirdische Zisternengewölbe gesperrt hat, wie man sie heute noch eindrucksvoll im marokkanischen Meknès besichtigen kann. Mit dem Verschwinden der Feindseligkeiten verschwand auch diese Wortbedeutung.

Wikipedia
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