Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Zirkumflex
Aus Kefk.
Ôô Ûû ˆ
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Zirkumflex, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
Ein Zirkumflex (lat. circumflexus, soviel wie „umgebogen“, vom Altgriechischen περισπωμένη abgeleitet), auch französisch circonflexe genannt, ist ein diakritisches Zeichen, meist zur Kennzeichnung einer besonderen Aussprache oder Betonung eines Buchstabens. Es ist ein nach unten offener spitzer Winkel (Dach) über dem Buchstaben (z. B. â, ĉ, ê), das optische Gegenstück zum Hatschek (z. B. č).
Inhaltsverzeichnis |
Vorkommen
Im Griechischen wurde der Zirkumflex, der dort Perispomene oder neugriechisch Perispomeni heißt, bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. eingeführt und meist als rundes Dach oder wie eine spanische Tilde (~) geschrieben. Er bezog sich für die Griechen der Antike selbst auf Vokallänge und Betonung, das Altgriechische war somit eine Tonsprache; er klang jedenfalls anders als der Akut, der genaue Klang des Zirkumflex ist allerdings nicht überliefert. In den beiden heute üblichen Ausspracheformen des Altgriechischen – der neugriechischen Aussprache und der westlichen Schulaussprache, beides keine Tonsprachen mehr – klingt er genauso wie der Akut. Im Neugriechischen wurde er daher 1982 mit den beiden anderen Akzenten durch den akutähnlichen ‚Tonos‘ (Einheitsakzent) ersetzt, weil er Schülern nur überflüssigen Lernaufwand verursachte. Einige konservative oder ältere Menschen in Griechenland verwenden ihn allerdings noch heute.
In der französischen Sprache markiert der Zirkumflex über Vokalbuchstaben in den meisten Fällen den Ausfall eines nachfolgenden altfranzösischen „s“, vgl. altfranz. estre, fenestre, chasteau - neufranz. être („sein“), fenêtre („Fenster“), château („Schloss“). In einigen bestimmten Fällen wird der französische Zirkumflex zur Kennzeichnung einer Vokaldehnung ohne „s“-Ausfall verwendet, so z. B. bei théâtre „Theater“ von lateinisch theatrum. Drittens dient der französische Zirkumflex zur Unterscheidung homophoner (gleich klingender) Wörter in der Schrift, z. B. sûr „sicher“ und sur „auf“.
Im Chichewa bezeichnet Ŵ, ŵ (W, w mit Zirkumflex) den bilabialen Frikativ /β/, so z. B. im Landesnamen Malaŵi (dt.: Malawi).
Im Esperanto erscheint der Zirkumflex über den Konsonanten c, g, h, j und s (Ĉ-ĉ, Ĝ-ĝ, Ĥ-ĥ, Ĵ-ĵ, Ŝ-ŝ). Die Aussprache (gleiche Reihenfolge): stimmloses ‚tsch‘ (Tschechien), stimmhaftes ‚dsch‘ (Dschungel), ‚Ach-Laut‘ (Sache), stimmhaftes ‚sch’ (Journal), stimmloses ‚sch‘ (Schlange).
In den neuesten ISO-Transliterationsregeln für das Russische bezeichnet der Zirkumflex über dem s den Buchstaben „Schtscha“ (Щ щ, Ŝ ŝ), über dem u den Buchstaben „Ju“ (Ю ю, Û û) und über dem a den Buchstaben „Ja“ (Я я, Â â). Damit kann jedem kyrillischen Buchstaben eineindeutig ein lateinischer Buchstabe zugeordnet werden. Die Rücktransliteration ist somit stets gewährleistet, was mit älteren Transliterationen nicht möglich ist (und noch weniger mit den verschiedenen Transskriptionen).
Bei der modernen Schreibung des normalisierten Mittelhochdeutschen zeigt der Zirkumflex über a, e, i, o und u eine lange Aussprache an. Alle Vokale ohne Zirkumflex werden kurz ausgesprochen.
Verwendung
In Formeln wird der Zirkumflex-Akzent als Dach oder Hut gelesen. Er hat unter anderem folgende Bedeutungen:
- in der Mathematik wird die Fourier-Transformierte einer Funktion f durch
bezeichnet
- außerdem wird ein Maximalwert oft so gekennzeichnet.
ist das größte x einer Folge oder Menge.
- in der Physik werden so Größen als (quantenmechanische) Operatoren kenntlich gemacht: z. B. der Hamilton-Operator oder Energieoperator:
,
- man verbindet mittels des dem Zirkumflex ähnelnden Operators
zwei Aussagen zu einer Konjunktion. Dies ist allerdings kein eigentlicher Zirkumflex und wird auch nicht so gelesen (sondern als „und“).
Als eigenständiges Zeichen wird der Zirkumflex in einigen Programmiersprachen und in TeX verwendet, um Potenzen zu kennzeichnen. Bei der Berechnung von Potenzen, z. B. mit einem Tabellenkalkulationsprogramm oder mit einem Taschenrechner schreibt man statt x² dann x^2. In der Programmiersprache C und davon abgeleiteten Sprachen wie C++ und Java bedeutet der Zirkumflex jedoch keine Potenzierung, sondern steht für die bitweise XOR-Operation. Des Weiteren findet er in der EDV bei regulären Ausdrücken Verwendung, um für auf Zeichenketten angewendete Suchmuster den Zeilenbeginn zu kennzeichnen oder bestimmte Zeichen mittels Negation auszuschließen.
Im Internet werden zwei Zirkumflexe (^^) häufig als Synonym für „gg“ oder „haha“ verwendet, um Freude oder Belustigung über die vorhergehende Aussage auszudrücken. Die beiden Symbole sollen vor Kichern zwinkernde Augen darstellen. Man findet es in Chatgroups, Foren, MMORPGs und dergleichen (siehe Netzjargon). − Eine ähnliche Verwendung findet es, wenn jemand in einem Textbeitrag einen Vertipper simulieren will, da das Zeichen ^ gefolgt vom Buchstaben H in alten Konsolen(fenstern) auch durch <Strg-H> bzw. die Rücktaste erzeugt wird, die dann kein Zeichen löscht. Man kann auf diese Weise eine Beleidigung etwas kaschieren: „Dieser Idi^H^H^HTyp sagte...“. Die Kurzdarstellung nach diesem Muster wird gelegentlich (etwa von Textverarbeitungsprogrammen) auch zur sichtbaren Darstellung anderer Steuerzeichen verwendet, indem das nach ASCII-Nummerierung um 64 höhere Zeichen einem Zirkumflex nachgestellt wird.
Darstellung auf dem Computer
Zeichensätze
Der Zeichensatz ASCII enthält nur das Zeichen ^ (in Unicode an Position U+005E), das heute als einzeln stehendes, universell einsetzbares Zeichen interpretiert wird. Die 8-Bit-Zeichensätze aus der ISO 8859-Familie enthalten ausgewählte Zeichen mit Zirkumflex; ISO 8859-1 beispielsweise enthält Â, â, Ê, ê, Î, î, Ô, ô, Û sowie û, ISO 8859-3 die Zirkumflex-Buchstaben des Esperanto.
Im Unicode-Standard sind zusätzlich zum Universalzeichen ^ (U+005E) das typografisch bessere Zeichen ˆ (U+02C6) sowie weitere fertig zusammengesetzte Zeichen mit Zirkumflex enthalten (u. a. ŝ). Durch Nachstellen eines kombinierenden Zirkumflex (U+0302) können beliebige weitere Zeichen mit Zirkumflex dargestellt werden.
TeX und LaTeX
TeX und LaTeX können beliebige Zeichen mit Zirkumflex darstellen. Es gibt dazu zwei verschiedene Befehle:
- Im Textmodus für den Textsatz erzeugt
\^aein â. - Im mathematischen Modus für den Formelsatz erzeugt
\hat adie Formel
.
Weblinks
Aa Bb Cc Dd Ee Ff Gg Hh Ii Jj Kk Ll Mm Nn Oo Pp Qq Rr Ss Tt Uu Vv Ww Xx Yy Zz
Ää Öö Üü ß ſ · Åå Ąą Ææ Əə Ćć Çç Ððđ Ęę Ħħ IJij Łł Ńń Ññ Ŋŋ Óó Õõ Œœ Øø O‘o‘ Șș Ŧŧ Țț Þþ Ũũ Ÿÿ Ýý … (mehr siehe Diakritische Zeichen)
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Zirkumflex, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
