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Zinkdruckguss
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Beim Zinkdruckguss wird die flüssige Schmelze einer Zink-Legierung (sogenannte Zamak-Legierungen) unter hohem Druck und extrem schnell in eine Druckgussform (Gussform) gedrückt. Dieser Vorgang geschieht innerhalb von ca. 10 - 20 Millisekunden. Dabei werden Gussteile von hoher Präzision, Härte und Festigkeit erzeugt.
Wegen des verhältnismäßig niedrigen Schmelzpunktes und eines besonders engen Erstarrungsintervalls der Zinklegierungen können beim Zinkdruckguss besonders enge Toleranzen und anspruchsvolle Oberflächen erzeugt werden. Auf diese Weise ist die Fertigung großer Stückzahlen aus einer Form möglich. Die Stückzahlen können zwischen 1000 Stück/h bei Kleinteilen und 90 Stück/h bei Großteilen betragen. Die Formhaltbarkeit liegt zwischen 500.000 und 5 Mio. Gussteilen.
Zink-Druckguss eignet sich für kleinste Teile (z. B. Reißverschlusskrallen) bis zu mittelgroßen Teilen mit komplizierter Formgebung (z. B. Gehäuse für Elektrogeräte). Im Zinkdruckguss hergestellte Gegenstände umgeben uns tagtäglich. Viele Griffe und Schlösser an Türen, Fenstern und Toren sind genauso aus Zinkdruckguss wie Modelleisenbahnen und Modellautos.
Bei älteren Zink-Produkten, die aus ungünstigen oder verunreinigten Legierungsmischungen entstanden sind, ist teilweise die sogenannte Zinkpest zu beobachten. Hierbei kommt es zu Zersetzungserscheinungen des Metallgefüges, die zu Rissbildungen, Brüchen bis hin zur vollständigen Zerstörung des Produktes führen. Dies ist insbesondere bei alten Sammlerstücken wie z.B. Gussgehäusen und anderen Gussteilen von Modelleisenbahnen aus den Jahren kurz vor oder kurz nach dem zweitem Weltkrieg regelmäßig festzustellen. Die Stücke tragen die legierungsbedingte Veranlagung zur Zersetzung bereits in sich, bei ausreichend warmer und konstanter Lagerung ändert sich das Materialgefüge jedoch zunächst noch nicht. Erst bei ungünstigen Lagerbedingungen (insbesondere ungedämmte Dachböden, aber auch Kellerräume) mit großen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter beginnt der Zersetzungsprozess.
Oft kommt es auch zum Wachstum der Bauteile, d.h. ein Gehäuse streckt und wölbt sich oder reißt ein, weil es auf einem Stahlblechfahrgestell verschraubt war. Dieser Prozess kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Es sind aber auch schon Fälle bekannt geworden, bei dem es beim Lüften des Sammlerzimmers an einem kalten Wintermorgen plötzlich einen gewaltigen Knall in der Glasvitrine gab, weil das Gussmaterial den plötzlich Temperatursprung nicht verkraften konnte und zerriss.
Sammler empfehlen daher, nicht nur einen schönen Wein gut temperiert zu lagern, sondern auch alte Modelleisenbahnen mit Zinkgussteilen bei konstanten Bedingungen, am besten bei Zimmertemperatur aufzubewahren. Aus diesem Grund verbietet sich der auch Postversand wertvoller Sammlerstücke des genannten Zeitraumes im Winter. Auch die längere direkte Einwirkung der Sonne bzw. der tägliche Wechsel zwischen hellem Sonnenlicht am Tag und Dunkelheit in der Nacht kann bei alten Sammlerstücken zu Schäden führen.
Siehe auch: Zinkguss, Druckguss, Zamak-Legierung, Aluminiumdruckguss, Magnesiumdruckguss, Werkzeugbau, Formenbau,
