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Zertifikat (Wirtschaft)

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Ein Zertifikat ist ein Wertpapier in der Rechtsform einer Schuldverschreibung bzw. Anleihe. Es zählt zu den Derivaten und den strukturierten Finanzprodukten. Erstmals 1989 wurde ein Zertifikat von einer Bank emittiert und an der Börse gehandelt. Zertifikate sind klassische Retail-Produkte. Sie werden im Gegensatz zu Fonds direkt vertrieben. Im Jahr 2006 wurden allein in Deutschland rund 500 Milliarden Euro im Handel mit Zertifikaten umgesetzt[1].

Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

Es werden Anlagezertifikate und spekulative Produkte unterschieden. Erstere weisen kein intrinsisches Totalausfallrisiko auf.

Unabhängig von den Produktrisiken können Zertifikate in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  Partizipationszertifikate Zertifikate mit definiertem Rückzahlungsprofil
  Der Wert des Zertifikats folgt dem Wert des Basiswerts Das Zertifikat nimmt zur Fälligkeit einen von vorab festgelegten Bedingungen abhängigen Wert an.
Beispiele Tracker-, Index-, Themen-, Strategie-, Basket-Zertifikate Discount-, Bonus-, Outperformance-, Express-Zertifikate, Optionsscheine, Aktienanleihen
Laufzeit meist Endlos bei Emission definiert

In diesem Artikel werden die wichtigsten Zertifikate und deren Funktionsweise kurz erläutert.

Zertifikate werden in Deutschland an den Börsen Stuttgart (Euwax), Frankfurt und Düsseldorf gehandelt. Über die börslichen Umsätze erstellt das DDI(Deutsches Derivate Institut) eine monatliche Statistik. In Österreich werden Zertifikate an der Wiener Börse gehandelt, einige Indextitel sind von der KESt befreit. Daneben bieten die Emittenden bei ausgewählten Banken ihre Zertifikate im ausserbörslichen Direktgeschäft an.

Es besteht potenziell das Risiko, dass bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ein Totalverlust des investierten Kapitals eintritt. Zwar erscheint angesichts der Tatsache, dass die meisten Zertifikate von renommierten, finanziell soliden Banken ausgegeben werden, dieser Fall als eher unwahrscheinlich, dennoch sollte sich jeder Anleger dieses Risikos bewusst sein und mit der Bonität des Emittenten vertraut machen.

Index-Zertifikate

Index-Zertifikate haben als Basiswert einen Aktien-, Wertpapier- oder Rohstoff-Index. Sie werden in der Regel 1:100 zum Index gehandelt. Stünde der DAX etwa bei 5.000 Punkten, wäre ein DAX-Index-Zertifikat 50 Euro wert.

Indizes sind streng genommen nichts weiter als eine Zusammenfassung von nach bestimmten Regeln ausgewählten Basiswerten. Die bekanntesten werden von den großen Börsenbetreibern gebildet, z. B. der Euro Stoxx oder der Dow Jones Index. Aber auch Einzelpersonen (z. B. Jim Rogers) oder Medienanstalten (z. B. Bloomberg) und auch Emittenten erstellen Indizes.

Bei der Zertifikatauswahl ist zu beachten, ob sich diese auf einen Performanceindex oder auf einen Kursindex beziehen. Bei einem Performanceindex werden die Dividendenzahlungen mit einbezogen, bei einem Kursindex hingegen nicht. Bei Indizes, die nicht in Lokalwährung notieren, besteht ein zusätzliches Währungsrisiko. Dieses kann mit Quanto-Index-Zertifikaten ausgeschlossen werden.

Indexzertifikate eignen sich besonders gut dazu, die moderne Portfoliotheorie auch für Privatanleger umzusetzen.

Eine Alternative zu Indexzertifikaten sind Exchange Traded Funds (ETF), die den Index passiv in einem Fondsmantel abbilden.

Basket-Zertifikate

bilden einen Korb von Aktien oder auch anderen Anlage-Produkten ab und ist eine Sonderform der Indexzertifikate.

Die Zertifikate unterscheiden sich hinsichtlich der Ausschüttung von Dividenden, dem Mechanismus der Pflege der Korb-Zusammensetzung und der hierfür erhobenen Managementgebühr.

Tracker-Zertifikate

bilden die Kursentwicklung eines Basiswerts 1:1 ab. Es werden keine Dividenden ausgezahlt.

Zukünftige Dividendenzahlungen werden statt dessen diskontiert und damit bereits vorab im Kurswert berücksichtigt. Dividendeneinkünfte werden also in Kurssteigerungen umgewandelt.

Einige Emittenden ermöglichen mit Tracker-Zertifikaten ein flexibles, kostengünstiges Investment in exotische Basiswerte. Ein Beispiel ist ein Tracker-Zertifikat auf ein an der Börse in Amsterdam notiertes Unternehmen Euwax-link.

Discount-Zertifikate

Die grundlegende Idee des Discount-Zertifikats ist die Risiko-Begrenzung im Vergleich zu einem Direkt-Investment in dessen Basiswert. Im Gegenzug ist allerdings auch die erzielbare Rendite mit einem produktspezifischen Höchstwert (Cap) gedeckelt.

Daraus ergeben sich zur Fälligkeit zwei mögliche Fälle:

  1. Der Basiswert notiert unter dem Cap: Der Käufer erhält den Kurswert
  2. Der Basiswert notiert auf oder über dem Cap: Der Käufer erhält den Cap

Als Ausgleich für die nach oben gedeckelte, erzielbare Wertsteigerung, ist ein Discount-Zertifikat billiger als sein Basiswert. Ein in 18 Monaten fälliges und mit einem Cap bei 110 Euro konstruiertes Discount-Zertifikat, würde bei einem aktuellen Kurs des Basiswerts von 100 Euro etwa nur 80 Euro kosten - eine „Ersparnis“ von 20 %.

Mit Discount-Zertifikaten werden üblicherweise drei Investmentansätze realisiert, die sich bei einer fiktiven Basiswertnotierung von 100 Euro und einer implizierten Volatilität von ca. 20 % wie folgt darstellen

Erwartungshaltung Lage des Caps Anlagephilosphie
Basiswert notiert stets oberhalb des Caps 50–60 Euro Festgeldersatz.
Die Wertentwicklung dieses sog. Deep-Discounters ist fast unabhängig von der Entwicklung des Basiswerts.
Stagnierende Notierungen 80−90 Euro Das Zertifikat notiert am Geld.
Der Anleger begibt sich in die klassische "Stillhalterposition", die im Erfolgsfall (Basiswert notiert zur Fälligkeit oberhalb des Caps) attraktive Renditen ermöglicht, im Misserfolgsfall den Bezug des Basiswerts selbst billigend in Kauf nimmt.
Moderat steigende Notierungen 130−140 Euro Das Zertifikat notiert aus dem Geld.
Das Investment zielt auf einen preiswerten Bezug des Basiswerts ab. Der Misserfolgsfall ist jetzt ein zu starker Anstieg des Basiswerts zum Laufzeitende.

Die Kursentwicklung des Zertifikates weicht von der Entwicklung des Basiswerts ab und entfaltet erst zum Laufzeitende vollständig seine Wirkung.

Weitere Details finden Sie unter: Discountzertifikat.

Reverse Convertible (Aktienanleihe/Indexanleihe)

Hierbei handelt es sich um ein Zertifikat, bei dem der Emittent den Betrag verzinst anlegt und zum Basiswert eine Put-Option verkauft. Der Anleger hat die gleichen Chancen und Risiken, die er mit einem identischen Discount-Zertifikat eingehen würde.

Details sind unter Reverse Convertible zu finden.

REIT-Zertifikate

Das Kürzel REIT steht für Real Estate Investment Trust und bezeichnet börsennotierte Immobilienunternehmen, in Form von Aktiengesellschaften, die an der Börse gehandelt werden und deren Tätigkeit in der Vermietung, Verpachtung und Verwaltung von Immobilien liegt. Um als REIT anerkannt zu werden, müssen diese Unternehmen strenge Auflagen erfüllen. Bei Anerkennung des REIT-Status ergeben sich sowohl für den Betreiber als auch für die Aktionäre der REIT AG deutliche Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Immobilieninvestment.

Auflagen zur Erlangung des REIT-Status

  1. Mindestens 65% bis 100% des Gewinns nach Abzug von Kosten und Abschreibungen müssen an die Anteilseigner (Aktionäre) ausgeschüttet.
  2. Der überwiegende Teil der Erträge eines REIT's muss aus den Bereichen Betreibung, Vermietung und Verpachtung sowie der Veräußerung von Immobilien stammen.
  3. Der Hauptteil des Anlagevermögens muss in Form von Immobilieninvestments erfolgen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Immobilieninvestments verfügen REITs über einen besonderen Steuerstatus: REITs müssen ihre Gewinne i.d.R. nicht versteuern und können zwischen 65% bis 100% ihrer Gewinne steuerfrei an die Anteilseigner ausschütten. Die Erträge von REITs werden auf der Anteilseignerebene und nicht auf der Unternehmensebene versteuert. Als erster Anbieter von Zertifikaten auf REITs hat sich UBS verdient gemacht. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Zertifikaten auf die unterschiedlichsten Basiswerte (GPR, Tokyo SE Real Estat Index) und von verschiedenen Emittenten.

Bonus-Zertifikate

Bonus-Zertifikate nutzen Dividendenausschüttungen für eine Absicherung des Investments gegen Kursrückgänge. Sie nehmen unbegrenzt an der Kursentwicklung des Basiswerts teil und bilden den Kursverlauf des Basiswerts deshalb bereits während der Laufzeit nahezu 1:1 ab. Notiert der Basiswert zur Fälligkeit unterhalb des Bonuslevels, aber oberhalb der Barriere, so erhält der Anleger den Bonuslevel ausgezahlt. Fällt der Basiswert während der Laufzeit (auch intraday) unter die Barriere, so wird der Bonusmechanismus außer Kraft gesetzt. Das Bonus-Zertifikat mutiert dann zu einem nicht dividendenberechtigten Tracker-Zertifikat.

Folgende Anlagestrategien sind üblich

Erwartungshaltung Lage des Bonuslevels Anlagephilosphie
Stagnierende Kurse weit oberhalb des aktuellen Kursniveaus Anstatt Dividendenzahlungen zu vereinnahmen wird eine hohe Bonusrendite erzielt.
volatil moderat steigende Kurse oberhalb des aktuellen Kursniveaus Es wird eine minimale Verzinsung des Kapitals in Höhe der Bonusrendite garantiert.
volatil stark steigende Kurse unterhalb oder am aktuellen Kursniveau Der Sicherheitsaspekt steht im Vordergrund. So wird eine risikoarme Anlage in hochspekulative Werte (z. B. Emerging-Markets oder Rohstoffe) möglich.

Bonus-Zertifikate werden vom Emittenten folgendermaßen gebildet: Es wird der Basiswert und gleichzeitig eine so genannte Down-and-Out-Put-Option mit Basispreis = Bonusgrenze und Barriere = Kursgrenze gekauft.

Hebel-Zertifikate (auch: Turbo- oder Knock-out-Zertifikate, Mini-Futures)

sind Investments in einen Basiswert unter Einbeziehung eines Wertpapierkredits.

Der Wert eines Hebel-Zertifikats berechnet sich aus dem Kurs eines Basiswerts und einem für das Zertifikat festgelegten Strike-Kurs: Wert = Kurs - Strike.

Mit Hebel-Zertifikaten kann das Underlying zu einem günstigeren Preis gekauft werden, dem sogenannten Basiswert. Es existiert hierbei eine Knock-Out-Grenze (Kurs = Strike), bei dem das Hebel-Zertifikat wertlos wird. Durch den Hebel partizipiert ein Hebel-Zertifikat stärker von Kursschwankungen als der darunterliegende Basiswert.

Es existieren generell zwei Typen von Hebel-Zertifikaten:

  • Partizipation an steigenden Kursen, diese werden auch als Bull-, Long-Zertifikate oder Wave-Calls bezeichnet.
  • Partizipation an fallende Kursen, diese werden auch als Bear-, Short-Zertifikate oder Wave-Puts bezeichnet.

Die Funktionsweise eines Hebelzertifikates soll hier in einem kleinen Beispiel erklärt werden:

Wenn der DAX beispielsweise auf 4000 Punkte liegt, würde ein Hebel-Zertifikat mit einem Finanzierungslevel (auch Strike genannt) von 3000 Punkten in diesem Fall 1000 € kosten. Es gilt allerdings noch das Bezugsverhältnis zu beachten, beim DAX ist dies in der Regel 1:100 (0,01). Da die Bank noch ein Aufgeld (bzw. Abgeld bei Short) berechnet, muss dieses auch berücksichtigt werden, in diesem Beispiel gehen wir einfach von einem Aufgeld von 10 € aus:

Für Long-Werte gilt hierbei die folgende Formel:

((Basispreis+Aufgeld) - Strike) x Bezugsverhältnis = Preis Hebelprodukt

( (4000 + 10 ) - 3000 ) x 0,01 € = 10,10 €

Sollte der DAX auf 4500 Punkte steigen wäre der Wert auf 15 € gestiegen:

( (4500 + 10 ) - 3000 ) x 0,01 € = 15,10 €

Sollte der DAX unter das Finanzierungslevel (in diesem Beispiel 3000 Punkte) fallen, wird das Zertifikat ungültig und die eingesetzte Summe (inklusive des Aufgelds) geht verloren.

Durch das Finanzierungslevel steigt für den Anleger die Möglichkeit, stärker von den Kursschwankungen zu profitieren als wenn dieser Index-Zertifikate kaufen würde. Im vorangegangen Beispiel wäre der DAX von 4000 auf 4500 Punkte gestiegen, das wären 12,5 %. Das Hebel-Zertifikat ist aber von 10,10 € auf 15,10  € gestiegen, das wären allerdings 49,5 %.

Dieser höhere Prozentsatz ergibt sich durch den sogenannten Hebel. Der Hebel berechnet sich folgendermaßen:

(Basispreis / Preis des Zertifikats) x Bezugsverhältnis = Hebel</br> ( 4000 € / 10,10 € ) x 0,01 = 3,96

Daher ergibt sich bei einer Preissteigerung von 12,5 % der Prozentsatz folgendermaßen:

Prozentsatz Basispreis x Hebel = Prozentsatz Hebelproduktes</br> 12,5 % x 3,96 = 49,5 %

Bei Short-Zertifikaten wird der Basispreis folgendermaßen berechnet:

(Strike - (Basispreis+Abgeld)) x Bezugsverhältnis = Preis Hebelprodukt

Dadurch ergeben sich steigende Kurse des Zertifikates bei fallenden Preisen.

Bei verschiedenen Emittenten gibt es neben der Knock-Out Schwelle zusätzlich noch einen Stop-Loss-Kurs, bei dessen Erreichen der Restwert des Zertifikates ausgezahlt wird. Grund hierfür ist eine andere Konstruktionsweise des Hebel-Zertifikates durch den Emittenten, die als zusätzliche Absicherung beschrieben wird. Der Anleger bekommt hierbei sozusagen einen Teil seines gezahlten Aufgelds vom Emittenten zurück, bezahlt dies allerdings auch durch ein höheres Aufgeld beim Kauf dieses Zertifikates.

Hebel-Zertifikate unterscheiden sich von Optionsscheinen dadurch, dass wenig Zeitwertverlust entsteht und auch zwischenzeitliche Wertschwankungen (Volatilität) des Basiswertes keine Rolle spielen. Die Zinsverluste, die der Emittent durch die Herausgabe des Zertifikates erleidet, werden durch Absenkung des Auf-/Abgelds des Zertifikates während der Laufzeit kompensiert.

Hebel-Zertifikate ohne Laufzeit werden immer mit Stopp-Loss-Kurs angeboten, da durch das höhere Auf-/Abgeld der Zinsverlust für einen längen Zeitraum kompensiert werden kann.

Das Risiko bei Hebel-Zertifikaten ist sehr hoch, da bei Über- bzw. Unterschreiten des Strikes das Zertifikat wertlos verfällt!

Bandbreiten-Zertifikate ( Sprint-Zertifikate )

Die Idee des Produktes besteht darin, innerhalb einer Kursspanne gehebelt an der Veränderung des Basiswerts zu profitieren. Nach unten ist das Risiko (im Gegensatz zum Hebel-Zertifikat) dagegen gleich dem des Basiswertes. An Kurssteigerungen über den Höchstbetrag (Cap) ist der Anleger nicht mehr beteiligt.

Neben den Bandbreiten-Zertifikaten existiert noch die Familie der sogenannten Korridor-Optionsscheine, die sich von dem hier beschrieben Verfahren total unterscheiden.

Bezeichnungen für Bandbreitenzertifikate
allgemeine Bezeichnung Sprint Zertifikat
Goldman Sachs Impact Zertifikat
Deutsche Bank Double-Chance Zertifikat

Die Kursentwicklung während der Laufzeit ist aufgrund der Konstruktion mit Optionen wenig mit der Entwicklung des Basiswerts korreliert. Auch können während der Laufzeit erzielte Gewinne verloren gehen, wenn der Kurs des Basiswerts nach einem Anstieg wieder fallen sollte. Durch den Verzicht auf digitale Optionen verliert das Zertifikat niemals seine Eigenschaften. Identisch ausgestattete Zertifikate werden von unterschiedlichen Emittenten während der Laufzeit unterschiedlich bepreist.

Drei mögliche Fälle können zum Laufzeitende eintreten:

  1. Der Kurs des Basiswerts ist innerhalb dieser Bandbreite: der Käufer erhält den gehebelten Kurswert.
  2. Der Kurs des Basiswerts ist unterhalb des Anfangsbetrags: der Käufer erhält den entsprechend verminderten Wert.
  3. Der Kurs des Basiswerts ist oberhalb des Cap: der Käufer erhält den Betrag des Caps und die Differenz zwischen Anfangsbetrag und Cap (er profitiert also nicht von der weiteren Kurssteigerung überhalb des Caps).

Die Zertifikate werden vom Emittenten folgendermaßen gebildet: Es wird der Basiswert und eine darauf lautende Call-Option (in Höhe des Anfangsbetrags) gekauft, gleichzeitig werden zwei Call-Optionen in Höhe des Caps verkauft.

Bandbreiten-Zertifikate können sowohl zur Spekulation (mit der Chance auf eine gehebelte Preisentwicklung) als auch als Alternative zu einem Discount-Zertifikat eingesetzt werden. Für den ersten Zweck wählt man einen Schein aus dem Geld, für den zweiten einen Schein im Geld. Im letzten Fall profitiert der Anleger von der Entwicklung des Zeitwerts der Optionsstrategie. Solange der Kurs des Basiswerts oberhalb des Caps verweilt, ist die Kursentwicklung des Zertifikats kaum noch von der Entwicklung des Basiswerts abhängig.

Airbag-Zertifikate (auch: R-Bag- oder Protector-Zertifikate)

Bei Airbag-Zertifikaten partizipiert der Anleger vollständig von Kurssteigerungen des Basiswerts. Für den Fall, dass der Kurs des Basiswerts fallen sollte, existiert ein Sicherungsbuffer (Airbag), dieser verhindert Verluste. Sollte dieser Buffer vollständig aufgebraucht sein, entstehen für den Anleger anteilig Verluste. Der Kurs des Zertifikates kann allerdings während der Laufzeit des Produktes unter den Kaufpreis fallen, da der Buffer erst zum Ende der Laufzeit seine volle Wirkung erzielt. Die Ursache hierfür ist, dass die Absicherung durch den Verkauf und Kauf von Optionen auf den Basiswert gebildet werden und hierdurch Volatilität und Zinseffekte zu berücksichtigen sind.

Gebildet wird ein Airbag-Zertifikat folgendermaßen:

Kauf von 1,25 Anteilen des Basiswerts und Kauf von einem Anteil einer Call-Option auf diesen Basiswert. Anschließend werden 1,25 Anteile einer Call-Option 20 % unter dem aktuellen Kurswert verkauft.

Outperformance-Zertifikate

Beim Outperformance-Zertifikat profitiert der Anleger von einem Kursanstieg des Underlyings (Aktie oder Index) überproportional. Der vorab festgelegte Outperformance-Kurs entspricht weitgehend bei seiner Auflage dem aktuellen Kurs des Basiswertes. Das Risiko des Zertifikates entspricht dem einer Direktanlage. Die Hebelwirkung des Zertifikates wird durch die jeweilige Partizipationsquote oder -rate dargestellt. Die Outperformance ist nach oben unbegrenzt.

Garantie-Zertifikate (auch: Kapitalschutz-Zertifikate)

Der Emittent garantiert, dass der Käufer mindestens das eingesetzte Kapital am Laufzeitende zurück erhält.

Der Kurs des Zertifikates kann während der Laufzeit unter den Ausgabekurs fallen, denn die garantierte Rückzahlung gilt (wie bei Zertifikaten allgemein ) nur zum Ende der Laufzeit.

Siehe auch: Garantiefonds

Quellen

  1. Handelsblatt

Weblinks

  • www.goldman-sachs.de - Umfangreiche Informationsmaterialien (inklusive einer Derivate-Akademiereihe) zum Thema Zertifkate
  • www.fmm-magazin.de - Grundlagen zu Zertifikaten und Hintergründe für Privatanleger
  • www.zertifikatesuche.de - grafische Top-Down-Analyse des gesamten Zertifikatemarktes. Basiswert- und Zertifikatetyp-unabhängig.
  • www.stockstreet.de/ - Kostenloser Hebelzertifikate-Rechner. Mit diesem Rechner kann man verschiedene Szenarien von Hebelzertifikaten berechnen. Beispiel: Wie entwickelt sich ein Hebelzertifikat, wenn der DAX 5 % zulegt?
  • www.hsbc-tip.de/ - PDF-Buch zum kostenlosen Download über Derivate und Zertifikate von HSBC Trinkaus. Sehr umfangreich (202 Seiten) und aktuell (5. Auflage).
  • www.handelsblatt.com/zertifikate - Die Handelsblatt.com-Redaktion widmet dem Thema Zertifikate eine eigene Rubrik auf ihrer redaktionellen Website. Ergänzt wird die Berichterstattung durch eine Zertifikate-Suche und einen zweiwöchentlich erscheinenden PDF-Newsletter, in dem u. a. Empfehlungen von Banken veröffentlicht werden.
  • www.OnlinEExchange.de - Eine Website zum Thema Börse, mit nützlichen Börsentools zu Hebelzertifikaten, einem Hebelrechner und Fair-Value-Rechnern.
Wikipedia
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