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Zeitehe

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Die Zeitehe (arabisch: Mut'a-Ehe = "Genussehe", persisch: Sighe) ist eine für eine begrenzte Zeit geschlossene Ehe nach schiitischer Tradition. Demnach kann ein muslimischer Mann die Mut'a-Ehe mit einer Muslimin für eine Zeitdauer von einer Stunde bis zu mehreren Jahren eingehen. Sie gehört nach schiitischer Auffassung eindeutig zum Islam, da sie im Koran erlaubt worden sei:

„Und (verboten sind euch) die ehrbaren (Ehe)Frauen, außer was ihr (an Ehefrauen als Sklavinnen) besitzt. (Dies ist) euch von Gott vorgeschrieben. Was darüber hinausgeht, ist euch erlaubt, (nämlich) daß ihr euch als ehrbare (Ehe)Männer, nicht um Unzucht zu treiben, mit eurem Vermögen (sonstige Frauen zu verschaffen) sucht. Wenn ihr dann welche von ihnen (im ehelichen Verkehr) genossen habt, dann gebt ihnen ihren Lohn als Pflichtteil! Es liegt aber für euch keine Sünde darin, wenn ihr, nachdem der Pflichtteil festgelegt ist, (darüber hinausgehend) ein gegenseitiges Übereinkommen trefft. Gott weiß Bescheid und ist weise.“

Übersetzung Rudi Paret: Koran, 4:24

Wikipedia
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Nach anderer Auffassung handelt es sich nicht selten um bloße Prostitution.

Insbesondere Sunniten lehnen diese Eheform für gewöhnlich ab. Im sunnitischen Islam wurde bereits Ende des 7. Jahrhunderts Stimmen laut, die dies Form der Ehe für nicht rechtmäßig erachteten. (Siehe Fatwa bei Weblinks) In Saudi-Arabien, wo der zum sunnitischen Islam gehörende wahhabitische Islam herrscht, ist die Zeitehe verboten und wird mit Prostitution gleichgesetzt, daher mit dem Tode für alle Beteiligten bestraft.

In der Islamischen Republik Iran ist diese Form der Ehe bei Junggesellen aber auch bei Verheirateten weit verbreitet. Da ein Mann niemals gleichzeitig mit mehr als vier Frauen verheiratet sein darf, kann die Mut'a-Ehe eine erweiterte Form der auch in einigen sunnitisch geprägten Ländern, wie beispielsweise Ägypten und Saudi-Arabien, erlaubten Polygamie mit vier Ehefrauen darstellen.

Regelungen im imamitischen Recht

Im Ehevertrag, der mündlich ohne Heiratsvormund abgeschlossen werden kann, müssen genaue Angaben über die Zeitspanne des Ehevertrages und das der Frau zu übergebende Entgelt, das in ihren Besitz übergeht, gemacht werden. Es kann aber auch eine bestimmte Anzahl sexueller Begegnungen vereinbart werden. Die Frau muss für die Ehe unverheiratet und ehrbar sein, eine Verpflichtung über Unterhalt und Wohnung geht der Ehemann nicht ein. Gehen aus einer solchen Beziehung Kinder hervor, sind sie ehelich. Nach Ablauf der vertraglich festgesetzten Ehezeit kann die Ehe nicht unmittelbar durch einen neuerlichen Vertragsabschluss verlängert werden.

Weblinks

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Mut'a-Ehe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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