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Zeitalter im Chaos

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Rezeption fehlt. --Pjacobi 23:55, 18. Apr. 2007 (CEST)

Zeitalter im Chaos ist eine chronologiekritische Buchreihe von Immanuel Velikovsky. Er verfasste diese zwischen 1953 und 1978.

Velikovsky beschreibt darin eine Rekonstruktion der altägyptischen Geschichte, welche er unter der Annahme einer zeitlichen Übereinstimmung des Exodus der Israeliten mit der im Ipuwer-Papyrus beschriebenen Katastrophe erstellte. Als Konsequenz fand der Exodus danach nicht während des Neuen Reiches statt, wie allgemein angenommen, sondern während des Falls des Mittleren Reiches.

In der Folge erstellt Velikovsky eine stark revidierte Chronologie über einen Zeitraum von insgesamt 1200 Jahren. Jeder einzelne Band befasst sich aber nur mit einem relativ geschlossenem Zeitabschnitt.

Im englischen Original ist es auch der Titel des ersten Buches dieser Reihe.

Die in dem Buch aufgestellten Thesen werden weitgehend ignoriert bzw. nicht akzeptiert. Kritiker werfen Velikovsky pseudowissenschaftliche Arbeitsweise vor, insbesondere seine Verwendung von Mythen als historische Quellen wird von Historikern abgelehnt.

Inhaltsverzeichnis

Bände

Vom Exodus zu König Echnaton

Vom Exodus zu König Echnaton teilt sich in acht Kapitel. Im ersten Kapitel beschreibt Velikovsky die Grundlage seiner Chronologiekritik, in der er ägyptische und israelitische Geschichte zu synchronisieren versucht. Dabei unterstellt er eine historische Gleichzeitigkeit des Exodus mit den im Ipuwer-Papyrus beschriebenen Plagen. Weitere Belege liefern ihm unter anderm ein Papyrus der Eremitage in Sankt Petersburg und die Inschriften auf einem Schrein von el-Arisch[1].

In den folgenden Kapiteln identifiziert Velikovsky die Hyksos mit den biblischen Amalekitern, die biblische Königin von Saba mit der ägyptischen Pharaonin Hatschepsut und den biblischen Schischak-König Ägyptens mit Pharao Thutmosis III.. Um diese Aussagen zu untermauern, zeigt er zahlreiche Parallelen zwischen den Zuordnungen auf.

In Kapitel fünf beschreibt Velikovsky die Ausgrabungsstätte Ras Schamra[2] und Untersuchungen dieser. In Folge seiner Synchronisation der ägyptischen und israelitischen Geschichte zeigt er, dass auch die Zeittafeln Kretas der minoischen Periode und Griechenlands der mykenischen Periode Fehler aufweisen. Damit lösen sich Schwierigkeiten der bisherigen Bibelinterpretation auf und die (c)hurrische Sprache entspricht nach Velikovsky einfach der karischen.

In den letzten drei Kapiteln vermutet Velikovsky weiter, die Amarna-Briefe aus der späten 18. Dynastie bezögen sich auf Ereignisse aus den Königreichen Israel und Juda, etwa aus der Zeit König Ahabs.

Das zweite Leben der Pharaonen

Bild:Egypt Abou Simbel1.jpg
Ramses II. im Streitwagen (Abu Simbel)
Bild:Ramses.jpg
Statue Ramses III. in Luxor

Ebenso wie Vom Exodus zu König Echnaton ist auch Das zweite Leben der Pharaonen in acht Kapitel unterteilt. In den ersten Kapiteln geht Velikovsky der Frage nach, wer in der Schlacht von Kadesch-Karkemisch[3] gegeneinander gekämpft hat und kommt zu dem Schluss, dass Nebukadnezar und Ramses II. Zeitgenossen gewesen sein müssen. Diese Gleichsetzung belegt er mit vielen Textvergleichen. Probleme der unklaren Zuordnung in der bisherigen Chronologie kann er damit lösen.

Ab Kapitel 4 behauptet Velikovsky so, dass das „vergessene“[4] Reich der Hethiter nur als Doppelung des Reiches der Chaldäer existiere. Auch Schwierigkeiten, das babylonische Exil und den Exodus zeitlich einzuordnen, kann Velikovsky so umgehen bzw. besser lösen.

Die Seevölker

Das Buch, das auch unter dem Titel Dynastien im Chaos veröffentlicht wurde, teilt sich in zwei Teile mit je fünf bzw. vier Kapiteln und einem umfangreichen Anhang. Eingangs zeigt Velikovsky Probleme der (damaligen) Forschungen in der Ägyptologie, wie mit den Kacheln von Tell el-Jehudijeh[5] und der nahegelegenen Nekropolis mit ihren Tumuli. Er analysiert und vergleicht anschließend die schriftlichen Zeugnisse, so zum Beispiel den Großen Papyrus Harris[6] und Diodors Berichte, in welchen er Aussagen bzw. Zuordnungen aufzeigt, die von der tradierten Geschichtsschreibung nicht gedeckt werden können. Velikovsky rekonstruiert die Geschichte, wobei er Ramses III., bisher als Pharao des 12. Jahrhunderts, als ein „alter Ego“ von Nektanebos I., aus dem 4. Jahrhundert identifiziert. Die Seevölker sieht Velikovsky als griechische Söldner und die Pereset (auch Peleset) als Perser anstatt wie herkömmlich als Philister. Diese Zuordnung belegt er mit archäologischen und reichlich Textvergleichen. Im zweiten Teil führt er so den Beweis, dass die Könige der 20. Dynastie Dopplungen von Königen der 29. und 30. Dynastie des 4. Jahrhundert sind. Die Könige der 21. Dynastie sind keine und werden als Priesterfürsten und Statthalter Dareios II. „entlarvt“.

Schematik der Neuordnung

Die gesamt Neuordnung ist im Bild unten schematisch dargestellt:

Anmerkungen

  1. ein schwarzer Granit-Stein mit Hieroglyphen, in den 60er Jahren in el-Arisch an der ägyptisch-palästinensischen Grenze entdeckt, befindet sich heute im Museum von Ismailia (Ägypten)
  2. 1928 entdeckte, verschüttete Stadt an der syrischen Küste
  3. Kadesch („heilige Stadt“) wurden mehrere Städte mit großen Tempelanlagen genannt. Velikovsky vermutet, dass Karkemisch (Dscherablus) am westlichen Euphrat-Ufer gemeint ist
  4. Das Reich der Hethiter wurde „vergessenes Reich“ genannt, weil es erst Ende des 19. Jahrhunderts (wieder) entdeckt wurde
  5. E. Naville fand in den Trümmern eines Palastes von Ramses III. Fayence-Kacheln mit griechischen Buchstaben
  6. Der Papyrus ist über 40m lang und befindet sich im Britischen Museum in London

Literatur

Siehe auch

Weblinks

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