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Zeil
Aus Kefk.
| Zeil | ||
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| Bild:Zeil Ffm Kaufhof.jpg | ||
| Kaufhof Zeil | ||
|---|---|---|
| Technische Details | ||
| Funktion: | Einkaufsstraße | |
| Länge: | 1,2 km[1] | |
| Anlage: | 12. Jahrhundert | |
| Lage | ||
| Stadtteile: | Innenstadt | |
| Anbindung: | Biebergasse (Westen), Pfingstweidstraße (Osten) | |
| Wichtige Querstraßen und Plätze: | Seilerstraße/Lange Straße, Friedberger Anlage, Breite Gasse, Konstablerwache, Stiftstraße, Liebfrauenstraße, An der Hauptwache | |
| Wichtige Bauwerke und Einrichtungen: | Kaufhof Zeil, Zeilgalerie, Karstadt Zeil, Bienenkorbhaus, Hessisches Oberlandesgericht, Zentrales Bürgeramt | |
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Die Zeil ist eine Straße in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gilt sie als eine der bekanntesten und umsatzstärksten Einkaufsstraßen in Deutschland. Zuvor war sie vor allem für ihre prächtigen Gasthöfe und Palais aus der Zeit des Klassizismus berühmt. Der westliche Teil der Straße ist seit den siebziger Jahren eine Fußgängerzone und wird von zwei großen Plätzen, der Hauptwache im Westen und von der Konstablerwache im Osten begrenzt. Der östliche Teil Zweig der Zeil, die Neue Zeil, ist eine innerstädtische Verbindungsstraße zwischen Konstablerwache und Friedberger Anlage.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Mittelalter
Die Zeil verläuft parallel zur ehemaligen staufischen Stadtmauer des 12. Jahrhunderts. Außerhalb der Mauer wurde Viehmarkt gehalten. Nach der Gründung der Frankfurter Neustadt 1333 entstand vor der Stadtmauer zwischen Bockenheimer und Friedberger Pforte zunächst eine Häuserzeile , die nur an der Nordseite bebaut war. An der Südseite verlief weiterhin der Wassergraben der alten Staufermauer, der erst Ende des 16. Jahrhunderts zugeschüttet und bebaut wurde. Der sogenannte Fabersche Belagerungsplan von 1552 und der Merianplan von 1628 zeigen diese Entwicklung deutlich. Auch nach der Bebauung blieb die Zeil die mit Abstand breiteste Straße der Stadt.
18. Jahrhundert
1730 wurde das barocke Hauptwachengebäude als Quartier der Stadtwache und Gefängnis eröffnet. Das Bauwerk, heute ein Café, steht bis heute auf dem gleichnamigen Platz. Den Platz beherrscht jedoch der Turm seines ältestes Bauwerks, der 1681 geweihten Katharinenkirche. Der am anderen Ende der Zeil errichtete Wachposten der städtischen Konstabler wurde 1822 abgerissen, der damals noch gar nicht in dieser Form existierende Platz heißt heute trotzdem Konstablerwache.
1742 wurde gegen den erbitterten Widerstand der Habsburger der Wittelsbacher Karl VII. in Frankfurt zum Kaiser gewählt und gekrönt - und musste gleich in Frankfurt bleiben, da österreichische Truppen seine Hauptstadt München besetzt hatten. Er nahm deshalb Quartier im Barckhausenschen Palais auf der Zeil, das damit zum provisorischen Kaiserpalast wurde. Karl starb bereits drei Jahre darauf, sein Nachfolger wurde wieder ein Habsburger. Die Zeil entwickelte sich jedoch weiter zu einem der bekanntesten Großstadtboulevards ihrer Zeit.
19. Jahrhundert
Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden eine Reihe klassizistischer Bauten entlang der Zeil. Das bedeutendste unter ihnen war der 1797 von Nicolas de Pigage anstelle eines ehemaligen Viehhofes errichtete Russische Hof, ein Stadtpalais für den aus Verona stammenden Seidenhändler Franz Maria Schweitzer. Schweitzer starb jedoch bereits 1812. Seine Erben überließen den Russischen Hof dem Metzgermeister Stier, der hier 1826 ein Luxushotel einrichtete, das zu den berühmtesten seiner Zeit gehörte, Noch Kaiser Wilhelm I. übernachtete hier mehrfach.
In der Gründerzeit nach 1871 wandelte sich die Zeil erneut, diesmal zur Geschäftsstraße. Große gründerzeitliche Geschäftshäuser ersetzten die barocken und klassizistischen Stadtpaläste. Zu den prächtigsten Bauwerken zählte der 1890-91 errichtete riesige Bau der Frankfurter Hauptpost, für den die berühmten Vorgängerbauten vom Roten Haus über den Russischen Hof und den Darmstädter Hof weichen mussten. Das Bauwerk war von einer stadtbildprägenden Kuppel gekrönt, an beiden Enden der breiten Straßenfront befanden sich Ecktürme mit weiteren Kuppeln. Die posteigene Straßenbahnlinie fuhr durch einen großen Torbogen in den Innenhof, wo die von den Postbahnhöfen am Hauptbahnhof und Ostbahnhof angelieferten Briefe ausgeladen wurden.
1881 wurde die Zeil, die bis dahin nur von der ehemaligen Konstablerwache an der Kreuzung mit der Fahrgasse bis zur Hauptwache reichte, um einen halben Kilometer nach Osten verlängert. Die Neue Zeil war einer von zahlreichen Straßendurchbrüchen, mit denen inmitten der damals bereits 550 Jahre alten Neustadt neue, repräsentative Straßenzüge angelegt wurden.
20. Jahrhundert
Gleichzeitig entstanden, wie in anderen europäischen Metropolen, große Warenhäuser: 1898 das Kaufhaus Hoff (an der Ecke zur Liebfrauenstraße), 1900 Oberzenner, im gleichen Jahr Schmoller, 1906 M. Schneider, 1912 Frank & Baer und Fuhrländer (zwischen Schäfergasse und Großer Friedberger Straße), 1914 Hansa. 1908-09 entstand das Kaufhaus Wronker mit einer 80 Meter breiten, expressionistischen Straßenfront, das größte Warenhaus der Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten 1928 die Warenhäuser Tietz und Pletzsch, 1929 Brenninkmeyer, 1936 Peek & Cloppenburg und Ott & Heinemann.
Viele Warenhausbesitzer waren Juden, deshalb blieben einige der größten Häuser samstags (Sabbat) geschlossen, während die von Christen und anderen geführten Ladengeschäfte öffneten. Die jüdischen Besitzer wurden im Nationalsozialismus enteignet, Günstlinge des Systems konnten die Unternehmen zu unrealistisch niedrigen Preisen erwerben. Bekannt ist in diesem Zusammenhang der Fall der Kaufmannsfamilie Tietz, aus deren Warenhäusern durch die sogenannte „Arisierung“ die Konzerne Hertie und Kaufhof hervorgingen. Hermann Wronker starb 1942 im Konzentrationslager.
In den Vernichtungsangriffen des 22. März 1944 wurden die Gebäude auf der Zeil und ihre Umgebung fast vollständig zerstört. Die Straße wurde nach dem Krieg acht Meter breiter als zuvor wiederaufgebaut, ohne dass dafür ein Gebäude abgerissen werden musste - es stand keines mehr.
Der Wiederaufbau verlief reichlich pragmatisch und in äußerst schlichter Architektur. Die wichtigsten Grundstücke waren sehr schnell wieder mit provisorischen Kaufhäusern bebaut. Das Warenhaus Kaufhof an der Ecke Zeil und Große Eschenheimer Straße eröffnete noch 1945 im wiederhergerichteten Erdgeschoss einer Kaufhausruine. 1950 wurde ein zweigeschossiger Neubau eröffnet, 1954 wurde es auf fünf Geschosse aufgestockt, 1968 besaß das Warenhaus schon sieben Verkaufsetagen einschließlich des sich weit unter den Platz vorstreckenden Untergeschosses, das direkt in den unterirdischen Schnellbahnknoten an der Hauptwache übergeht.
Verkehr auf der Zeil
Die Zeil ist mit den Stationen Hauptwache und Konstablerwache durch vier unterirdischen Schnellbahnstrecken gut durch öffentliche Verkehrsmittel erschlossen. Unter der Zeil selbst verläuft seit 1983 die S-Bahn-Stammstrecke, seit 1986 verkehren dort auch die U-Bahn-Linien U6 und U7.
Aktuell
Heute ist die Zeil eine der meistbesuchten und zugleich die umsatzstärkste Einkaufsstraße Deutschlands. Pro Stunde sind hier laut einer Studie des Maklerunternehmens Kemper's bis zu 16.890 Menschen unterwegs.[2] Die größten Warenhäuser der Zeil liegen an den beiden wichtigen Plätzen Hauptwache und Konstablerwache und verfügen über Direktzugänge zu den Schnellbahnknoten. An der Konstablerwache liegt der 4-stöckige Karstadt-Zeil, an der Hauptwache der 7-stöckige Kaufhof. Dazwischen liegen weitere wichtige Warenhäuser, Boutiquen und Elektronikgeschäfte wie Conrad, H&M (3 Filialen) und Saturn. 1992 entstand auf einem schmalen Grundstück die von dem Investor Jürgen Schneider errichtete so genannte Zeilgalerie, die verschiedene kleinere Geschäfte und Cafés beinhaltet.
Am 28. September 2005 fand der erste Spatenstich für ein neues Einkaufszentrum am westlichen Teil der Zeil statt. Es entsteht neben der Zeilgalerie anstelle des ehemaligen Telekom-Areals und ist Teil des Projektes FrankfurtHochVier, zu dem noch der Neubau zweier Hochhäuser und der Wiederaufbau des Palais Thurn und Taxis gehören. Inzwischen wurden alle Teilbaugenehmigungen erteilt, die Eröffnung ist im September 2008 geplant.
Gastronomisch ist die Zeil durch Schnellrestaurants geprägt. Neben zwei McDonald's-Filialen und Nordsee-Restaurants finden sich in der Mitte der Straße zwischen den Bäumen zahlreiche Buden für Pommes Frites, Döner und ähnliches. Auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung sollen diese Buden verschwinden und stattdessen querstehende Pavillons gebaut werden. Die Anzahl wird aber deutlich im Vergleich zur jetzigen verringert. Des weiteren sollen für Fahrräder spezielle Abstellgitter aufgebaut werden, um die Bäume vor Beschädigung durch unbefugt abgestellte Fahrräder zu schützen. Die Umgestaltung der Zeil soll gemeinsam mit der Fertigstellung von FrankfurtHochVier im September 2008 erreicht sein.
Die Neue Zeil östlich der Konstablerwache konnte sich bis heute nicht als Einkaufsstraße etablieren. Dafür gibt es dort einige wichtige Institutionen. Das 1. Revier der Frankfurter Polizei an der Zeil 33 ist zuständig für die komplette Innenstadt. Daneben liegt die Zentrale der Stadtbücherei. Das Gebäude Zeil 42 ist Sitz des Oberlandesgerichtes Frankfurt. Weiter östlich liegt das zentrale Bürgeramt für Migration, Statistik und Wahlen.
Die Zeil beginnt an der Friedberger Anlage am Uhrtürmchen, einer aus der Gründerzeit stammendenNormaluhr.
Siehe auch
- Wichtige Straßen und Plätze in Frankfurt am Main
- Hauptwache (Frankfurt), Konstablerwache
- Kaufhaus-Brandstiftungen am 2. April 1968
Quellen
- ↑
Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main. CD-ROM „Amtliche Stadtkarten“. Cityguide, 2005. Online-Version
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Weblinks
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Zeil – Bilder, Videos und/oder Audiodateien Koordinaten: 50° 6' 52" N, 8° 41' 1" O
