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Zeige deine Wunde
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„zeige deine Wunde”, 1974−1975, ist eine Installation beziehungsweise ein Environment des deutschen Künstlers Joseph Beuys welches in einer Aktion des Künstlers präsentiert wurde.
Dieses Werk wurde 1976 von Beuys in Zusammenarbeit mit der Galerie Schellmann & Klüser in einer Fußgängerunterführung des Münchner Kunstforums in der Maximilianstraße (heute: Maximiliansforum) Passanten präsentiert und damit der Öffentlichkeit vorgestellt; zunächst fand das Werk noch wenig Resonanz. 1980 wurde es dann für 270.000 DM vom Münchner Lenbachhaus angekauft und am 22. und 23. Januar 1980 von Beuys in der Galerie installiert. Von diesem Zeitpunkt an wurde es sehr kontrovers diskutiert und löste, wie viele andere Werke des Künstlers, heftige Kritik und bundesweite Proteste aus. In der Polemik öffentlicher Stimmen nannte man das Werk „den teuersten Sperrmüll aller Zeiten”. [1]
Inhaltsverzeichnis |
Das Werk
„zeige deine Wunde” ist eine Installation die im Wesentlichen die Therapie und Heilung thematisiert, sowie ein neuzeitliches Memento mori, das auf Krankheit, Schwäche, Alter und Sterblichkeit verweist.
Das Environment besteht aus einem großen, klinisch anmutenden Raum, in dem sich fünf doppelte Objekte befinden: In einer Ecke stehen zwei abgeblätterte Betten, die eigentlich Leichenbahren aus der Pathologie sind, zwei als „Lampen” bezeichnete Kästen aus verzinktem Eisenblech mit Glasscheibe, die von innen mit Fett bestrichen ist; zwei weitere Zinkblechkästen, die mit Fett gefüllt und jeweils mit einem Fieberthermometer und einem Reagenzglas versehen sind. Die beiden Reagenzgläser beinhalten jeweils einen Vogelschädel. Zu der Bettengruppe gehören noch zwei Einweckgläser, die mit Gaze abgedeckt sind. Ferner besteht das Environment aus zwei Feldzeichen (Forken aus geschmiedetem Eisen mit Holzstiel), die Beuys auf zwei Schiefertafeln platziert hat, in die er zuvor Halbkreise eingeritzt hatte, und letztlich zwei in weiß gestrichenen Holzkästen gerahmte Ausgaben der linksgerichteten italienischen Zeitung „La Lotta Continua” (dt. der unendliche Kampf, bzw. der Kampf geht weiter). Die Fotografien (bzw. Kopien) seiner Installation verwendete Beuys später auch in seinen Multiples.
Hintergrund
Beuys betrachtete den Raum als „Krankenzimmer”, in dem der Betrachter mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert wird, indem er „seine Wunde” offenbart und dabei gleichzeitig Heilung erfährt. Die Boulevardpresse titelte seinerzeit abwertend: „Der Mann mit dem Hut zeigt seine Wunden”.[2] Die Feuilletonartikel bezeichneten ihn als den „Schmerzensmann der Kunst” und thematisierten weniger das Werk selbst als vielmehr die realen Verwundungen, die der Künstler im Krieg erlitten hatte.
Der Künstler erklärte seine Rauminstallation folgendermaßen (Auszüge):
- „Zeige deine Wunde, weil man die Krankheit offenbaren muss, die man heilen will. Der Raum [...] spricht von der Krankheit der Gesellschaft [...] Dann ist natürlich der traumatische Charakter angesprochen. Eine Wunde, die man zeigt, kann geheilt werden." Das Kunstwerk bleibe nicht bei der Verwundung stehen. Es enthalte, so Beuys, darüber hinaus 'Andeutungen', dass die Todesstarre überwunden werden kann [...] etwas [...], das, wenn man genau hinhört, einen Ausweg weist.” [3]
Siehe auch
- Liste der Kunstaktionen von Joseph Beuys
- Liste der Environments und Installationen von Joseph Beuys
- Liste der Skulpturen und Objekte von Joseph Beuys
- Liste der Multiples von Joseph Beuys
Weblinks
Quellen
- ↑ capital.de - Der Capital-Kunstkompass 2004 - Die Unsterblichen vom 28.10.2004
- ↑ Abendzeitung, 13.02.1976; vgl. auch Bayerische Staatszeitung, 26.10.1976; Münchner Merkur, 28.01.1980; alle in: Beuys 1980, Bd. 2, o.S.
- ↑ Süddeutsche Zeitung, 26./27.01.1980
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