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Zdeněk Vojtěch von Lobkowicz
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Fürst Vojtěch Zdeněk von Lobkowicz (auch Zdeněk Vojtěch Popel von Lobkowicz) (* 15. August 1568; † 16. Juni 1628 in Wien), war böhmischer Adeliger.
Vojtech stammt aus dem nicht allzu reichen Zweig der Lobkowitz von Pernstein. Er lernte bei den Jesuiten und an der Karls-Universität in Prag und erweiterte anschließend sein Wissen durch Reisen in Europa.
Nach seiner Rückkehr trat er 1591 in die diplomatischen Dienste am Prager Hof ein. 1599, als Kaiser Rudolf II. auf Drängen des Papstes radikale Umbesetzungen in den Ämtern Böhmens vornimmt, in dem er diese durch Katholiken besetzt, die sich bei der Rekatholisierung verdient gemacht haben oder eine strenge katholische Ausbildung genossen, wird Zdenek zum höchsten Kanzler des böhmischen Königreichs ernannt. Der sprachgewandte und Sprachen beherrschende intelligente und kluge Lobkowiczer wurde damit auch zum weltlichen Führer der böhmischen Katholiken und entschiedener Gegner der Reformation.
1603 heiratet er die fundamental-katholische Witwe des Wilhelm von Rosenberg, Polyxena Rosenberger von Pernstein. Als der Kaiser Rudolf in seinem Majestat religiöse Freiheit brieflich zusichern wollte, stand Zdenek an der Seite der Opposition und weigerte sich, dieses Dokument zu unterzeichnen.
Auch unter dem Kaiser Matthias konnte er seine führende Stellung beibehalten. 1617 gehörte er zu den Befürwortern der Krönung des Ferdinand aus der Steiermark zum böhmischen König und schaffte es, die Opposition zu entzweien.
Dem Prager Fenstersturz 1618 konnte er entkommen, da er sich zu diesem Zeitpunkt mit dem König zu Verhandlungen in Wien aufhielt. Auch nach der Schlacht am Weißen Berg hielt er sich meist in der Hauptstadt der österreichischen Monarchie auf.
Als Kanzler setzte er sich bei der Bestrafung der Reformationsanhänger für die Umwandlung von Todesstrafen in langjährige Haftstrafen ein und war Gegner der Konfiszierungen von Eigentum. Sein politischer Einfluss schwächte sich aber immer mehr ab, da auch das Amt und der Einfluss des böhmischen Kanzleramtes in Wien schwanden. Zu einigen wichtigen Verhandlungen wurde er dann gar nicht mehr geladen.
Sein Sohn war Wenzel Eusebius von Lobkowicz, böhmischer Adeliger und Politiker.
Literatur
- Karel Stloukal: Počátky kancléřování Zdeňka z Lobkovic, Prag 1931
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zdeněk Vojtěch von Lobkowicz |
| ALTERNATIVNAMEN | Zdeněk Vojtěch Popel von Lobkowicz, Zdeněk Vojtěch Popel z Lobkowic |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechischer Adeliger und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 15. August 1568 |
| STERBEDATUM | 16. Juni 1628 |
| STERBEORT | Wien |
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