Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Zauckerode
Aus Kefk.
Zauckerode ist ein Ortsteil der Stadt Freital im sächsischen Weißeritzkreis.
Geschichte
Der Ort Zauckerode, 1206 als Herrensitz erstmals erwähnt, lag abseits der Hauptwege des Plauenschen Grundes. Zum Rittergut wurde es im 17. Jahrhundert erhoben. Neben einer Mahlmühle an der Wiederitz gab es auch eine Rittergutsbrauerei, deren Weißbiere sogar am Hofe August des Starken sehr beliebt waren.
Im 18. Jahrhundert wurde unter der Familie von Polenz erstmals in größerem Umfang Steinkohlenbergbau betrieben. Es gelang jedoch weder der Familie von Polenz noch den Nachfolgern von Schönberg, gewinnbringenden Bergbau zu treiben. Um die Wende zum 19. Jahrhundert kam der Steinkohlenbergbau links der Weißeritz fast zum Erliegen. Im Auftrage des Freiberger Oberbergamtes wurde seit 1789 im nahe gelegenen Niederhermsdorf staatlich subventioniert Steinkohle für die Hüttenwerke rund um Freiberg abgebaut. Als nach Besitzerwechsel und genauer Lagerstättenerkundung 1799 diese Grubenanlage käuflich an den sächsischen Fiskus kam, wurde damit der Grundstein der späteren Königlichen Steinkohlenwerke Zauckerode gelegt. Im Jahre 1806 gingen daraufhin durch Verkauf die Rittergüter Zauckerode und Döhlen nebst allen Grubenfeldern an den sächsischen Staat über. Damit war erstmals im Döhlener Becken ein zusammenhängendes Grubenfeld entstanden, welches rentablen Bergbau ermöglichte.
Die technische Entwicklung, angefangen mit der ersten Dampfmaschine im sächsischen Bergbau 1820 bis hin zur ersten elektrischen Grubenlok der Welt im Oppelschacht 1882, machte den kleinen Ort Zauckerode und sein Steinkohlenwerk weit über sächsische Grenzen hinaus bekannt. Die 1904 in Potschappel gegründeten Bombastuswerke haben seit 1906 Firmensitz, Produktionsstätten und Anbauflächen in Zauckerode. Während der vergangenen DDR-Zeit war das Werk alleiniger Verarbeiter von selbstkultiviertem Salbei, und noch heute stellt man zur Zufriedenheit eines großen Kundenstammes Tee, Kosmetika und Gesundheitspflegemittel her.
Zu wohnungsbaulicher Bedeutung gelangte Zauckerode in den Jahren nach 1970. Auf einer Fläche von 38 ha entstanden in den Jahren 1974 bis 1984 fast 2.500 Wohnungen, die seit 1992 saniert werden.
An den Steinkohlenbergbau erinnert heute an markanter Stelle nahe des Oppelschachtes ein vom ehemaligen Schachtpunkt Dresden-Gittersee umgesetztes Fördergerüst. Ein Verwaltungsgebäude des Oppelschachtes in Zauckerode dient heute der Stadtbibliothek und zwei Vereinen als Domizil. Nachdem 1959 auf Freitaler Stadtflur und 1989 auf der gesamten Lagerstätte der Steinkohlenbergbau sein Ende fand, sanierte die WISMUT zwischen 1993 und 2001 den Tiefen Elbstolln. Der 1836 fertiggestellte Stolln entwässert noch heute die links der Weißeritz gelegenen Altbergbaugebiete des Döhlener Beckens. Der Elbstolln spielt somit 170 Jahre nach seiner Auffahrung noch immer eine wichtige Rolle im hydrologischen System der Stadt Freital, zu der Zauckerode seit 1922 gehört.
Koordinaten: 51° 1' N, 13° 38' O
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Zauckerode, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
