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Zarzuela

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschreibt die spanische Musiktheatergattung. Für weitere Verwendungen des Begriffs siehe Zarzuela (Begriffsklärung).

Zarzuela ist die Bezeichnung für eine typisch spanische Musikgattung, die einige Ähnlichkeit mit der französischen opéra comique und dem deutschen Singspiel hat. Wie diese ist die Zarzuela durch abwechselnd gesprochenen und gesungenen Text gekennzeichnet. Das Wort »zarzuela« stammt von »zarza« = Brombeergebüsch.

Die Zarzuela entstand im 17. Jahrhundert zunächst als höfisches Festspiel in Art eines Singspiels. Sie wurde bald von der italienischen Oper verdrängt und erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wiederbelebt.

In einer nahe bei Madrid gelegenen Waldgegend, dem sogenannten Pardo, hatten sich die spanischen Könige inmitten dichten Brombeergebüschs ein Schlösschen errichten lassen, das den Namen »Palacio de la Zarzuela« bekam. Der Infant Don Fernando, späterer Statthalter der spanischen Krone in den Niederlanden, war ein großer Freund der Jagd und benutzte dieses Schlößchen oft zur Übernachtung, wenn die Jagd am anderen Tag fortgesetzt werden sollte. Wenn nun das Wetter keine Jagd erlaubte, ließ der König zu seiner Unterhaltung die Komödianten aus den Theatern der nahegelegenen Hauptstadt kommen.

Die Zarzuela entstand im späten 17. Jahrhundert, ihr Schöpfer war der Dichter Pedro Calderón de la Barca. Die älteste, sowohl im Text wie in der Musik überlieferte spanische Oper ist Celos aun del aire matan, von Calderón und J. Hidalgo, der mehrere Werke Calderóns vertonte.

Mit der Uraufführung des dreiaktigen Werkes Jugar con fuego (Libretto von Ventura de la Vega) 1851, das ein durchschlagender Erfolg wurde, schuf Francisco Asenjo Barbieri die »Zarzuela Grande«. Der Zarzuela wurde 1857 von einer Künstlervereinigung, deren Ziel die Pflege und Erneuerung der Zarzuela war, das Teatro de la Zarzuela in Madrid errichtet. Die damals schon recht verbreitete Zarzuela in einem Akt erlebte bald eine ungeahnte Blüte und erhielt generell die Bezeichnung »género chico«. Ende des 19. Jh. waren in Madrid nicht weniger als zehn Theater ausschließlich der Aufführung dieser Werke gewidmet.

Bedeutende Komponisten waren Emilio Arrieta, Francisco Asenjo Barbieri, Ruperto Chapi y Lorente, Tomás Bretón, Federico Chueca (dem es wie keinem gelang, die Atmosphäre des volkstümlichen Madrids einzufangen), Jerónimo Giménez y Bellido (der hauptsächlich die andalusische Musik pflegte), M. Nieto und Tomás López Torregrosa neben anderen bekannten Namen wie Vicente Lleó, Amadeo Vives, Emilio Serrano und Rafael Calleja.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts rückte auch die Zarzuela des »género grande« wieder in den Vordergrund, zu deren Blüte Federico Moreno Torroba, Pablo Luna, Francisco Alonso, Jacinto Guerrero, Rafael Millán, Reveriano Soutullo, Juan Vert und Pablo Sorozábal beitrugen. Auch Enrique Granados, Manuel de Falla und Daniel Alomía Robles schrieben Zarzuelas. Bekannt ist Daniel Alomía Robles insbesondere als Komponist der Zarzuela "El Cóndor Pasa".

Der spanische Bürgerkrieg (1936) und der aufkommende Film setzten der Zarzuela-Begeisterung ein vorläufiges Ende. Der Versuch des Franco-Regimes, die Zarzuela zum nationalen Symbol zu stilisieren, stieß auf Ablehnung. Erst mit den Vorbereitungen zur 500-Jahr Feier zur Entdeckung Amerikas (1992) erinnerte man sich des musikalischen Erbes, und verschiedene Stiftungen ermöglichten hochwertige CD-Neueinspielungen.

Der Unterschied zwischen einer Zarzuela und einer Operette (Singspiel) besteht darin, dass bei einer Operette in der Regel alle Musiknummern Originalkompositionen sind. Die Zarzuela besteht dagegen überwiegend aus Volksliedern, die der Handlung gemäß ausgewählt und in die wenigen originalen Kompositionen eingefügt wurden.

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