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Sambia
Aus Kefk.
| Republic of Zambia Republik Sambia | |||||
| |||||
| Wahlspruch: “One Zambia, one nation” „Ein Sambia, eine Nation“ | |||||
| Amtssprache | Englisch | ||||
| Hauptstadt | Lusaka | ||||
| Staatsform | Republik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Präsident Levy Mwanawasa | ||||
| Fläche | 752.614 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 11.261.795 (Stand Juli 2005) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 14,9 Einwohner pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | 823 US-$ (2006) | ||||
| Währung | Kwacha = 100 Ngwee | ||||
| Unabhängigkeit | von Großbritannien am 24. Oktober 1964 | ||||
| Nationalhymne | Lumbanyeni Zambia (Stand and sing of Zambia) | ||||
| Zeitzone | UTC+2 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | Z | ||||
| Internet-TLD | .zm | ||||
| Telefonvorwahl | +260 | ||||
Die Republik Sambia [ˈzambi̯a] (Republic of Zambia [ˈzæmbɪə]) – vormals Nordrhodesien – ist ein Staat im südlichen Afrika. Sie grenzt an Angola, die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botsuana und Namibia. Ihr Name leitet sich vom Fluss Sambesi ab. Mit der Unabhängigkeit von Großbritannien am 24. Oktober 1964 nahm sie die rechts wiedergegebenen Flagge, Wappen und Wahlspruch an.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Der größte Teil Sambias besteht aus relativ wenig reliefierten Hochebenen zwischen 1.000 und 1.400 m ü. NN. Diese Hochebenen sind allerdings höchst unterschiedlich. Im Norden liegt der riesige Kraterboden des Bangweulubassins, das im Süden von der Hochebene des Copperbelt, im Westen vom langen Luapulatal, im Norden von den Mporokosobergen und im Osten vom Muchinga-Gebirge begrenzt wird. Entlang dieses Gebirges zieht sich von Nord nach Süd das Luangwatal, das im Norden von Ausläufern das südlichen tansanischen Hochlandes und im Osten durch die Mafinga Hills begrenzt wird, die in das zentrale Hochland von Malawi übergehen und in denen sich die höchste Landesstelle befindet, der Mafinga mit 2.300 m NN. Der Westen Sambias mit dem Quellgebiet des Sambesi ist ein flaches Kalaharisandgebiet, das nach Süden hin sanft abfällt. Erst entlang des Sambesi-Steilhanges finden sich dramatische Reliefs.
Trotz der relativen Nähe zum Äquator sind die Temperaturen wegen der Höhenlage relativ niedrig (Kalttropen), nur im Norden sind sie warmtropisch; die Regenzeit beginnt im Oktober und endet im April.
Die vorherrschende Vegetation in weiten Teilen des Landes sind Savannen (siehe auch Miombo).
Der Sambesi entspringt in Nordsambia und bildet Sambias Südgrenze zu Namibia, Botsuana und Simbabwe (Viktoriafälle), wobei er auch den aufgestauten Karibasee durchfließt.
Siehe auch: Liste der Städte in Sambia
Nationalparks
Hauptartikel: Nationalparks in Sambia
Südluangwa-Nationalpark - Nordluangwa-Nationalpark - Luambe-Park - Lukusuzi National Park - Nyika - Nsumbu-Nationalpark - Mweru-Wantipa-See mit Mweru Wantipa Nationalpark - Lusenga Plain National Park - Bangweulusümpfe - Kasanka-Nationalpark - Lavushi-Manda-Park - Isangano-Park - Kafue-Nationalpark - Lochinvar-Nationalpark - Blaue-Lagune-Nationalpark - Liuwa-Auen - West Lunga National Park - Sioma-Ngweizi-Nationalpark - Mosi-oa-Tunya - Unterer-Zambesi-Nationalpark
Wasserfälle
Chishimba-Fälle - Lumangwe-Fälle - Kabwelumafälle - Mumbulumafälle - Kundabwikufälle - Chimperefälle - Victoriafälle - Ngonyefälle - Nyambwezifälle - Kalambo-Fälle - Kundililafälle - Ntumbachushifälle - Chipomafälle - Mutumunafälle - Musondafälle - Mambilimafälle
Bevölkerung
Sambias Bevölkerung besteht aus etwa 72 bantusprachigen ethnischen Gruppen, aber 90% gehören zu acht ethnolinguistischen Gruppen: Bemba, Luba, Nyanja-Chewa, Tonga, Lunda, Luvale, Kaonde und Lozi. Die meisten anderen Gruppen sind sehr klein.
Verkehrssprachen sind Englisch und (vor allem im Norden, Osten und in der Landesmitte) als lingua franca ChiBemba und im Westen Rotse.
Überwiegende Religionsgruppe ist das Christentum in vielen, auf unterschiedliche Missionstätigkeit zurück gehenden Denominationen (ca. 50 %; davon 60 % katholisch, 20 % Protestanten, 20 % Freikirchen). Daneben bestehen Naturreligionen, Muslime und Hindus in Sambia.[1]
Sambia gehört zu den Ländern mit der höchsten HIV-Infektionsrate. Dies erklärt den starken Rückgang der Lebenserwartung in den letzten fünfzehn Jahren von 60 (im Jahr 1990) auf inzwischen nur noch 37 Jahre. Im Jahr 2006 gab es 750.000 AIDS-Waisen in Sambia. Für das Jahr 2015 wird mit einer Million Waisen gerechnet, was 20 Prozent der Kinder im Land entspräche. Die meisten der Waisen werden keine formale Schulausbildung erhalten. Sechs Prozent leben auf der Straße, UNICEF spricht von zehn Prozent. Nur ein Prozent findet Platz in einem Waisenhaus.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Sambias
- Ein Schädelfund in Kabwe (Broken Hill Skull) bezeugt frühmenschliche Besiedlung.
- 1890 Teil von Rhodesien
- 1918 Mörderische Epidemie der Spanischen Grippe. Kapitulation der deutschen ostafrikanischen Kolonialtruppe ("Schutztruppe") unter Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck bei Kasama.
- 1923 unter britischem Protektorat als "Nordrhodesien" - Näheres siehe Nordrhodesien.
- 1954 (bis 1964) Teil der Zentralafrikanischen Föderation, zusammen mit Südrhodesien (heute Simbabwe) und Njassaland (heute Malawi)
- 1963 Pocken-Epidemie.
- 24. Oktober 1964 unter der Präsidentschaft von Kenneth Kaunda Unabhängigkeit von Großbritannien, Mitglied des Commonwealth.
- 1964 Gründung der University of Zambia in Lusaka, die zunächst auch stark auf dem ehedem angesehenen (zumeist ethnosoziologisch in ganz Zentralafrika arbeitenden) Rhodes-Livingstone Institute of Social Research fußt (vgl. Manchester School of Anthropology).
Noch im britischen Protektorat "Nordrhodesien" gewinnt Kenneth D. Kaunda 1964 mit der United National Independence Party (UNIP) die Regierungsmacht und setzt die Unabhängigkeit durch. Doch Sambias Reichtum, das Kupfer, kann weder durch Südrhodesien per Bahn exportiert werden (UNO-Sanktionen gegen die dortige Revolte der weißen Farmer gegen Großbritannien), noch erbringt es bei stark sinkenden Weltmarktpreisen für Kupfer hohe Einnahmen. Kenneth Kaunda vermag die steigende Korruptheit von Verwaltung und Regierungspartei nicht einzudämmen. 1973 wird Sambia von Kaunda zum Einparteienstaat erklärt, nachdem es Unruhen wegen der neuen Verfassung gab. Kaunda lässt nach massivem Druck von Zivilgesellschaft und internationalen Gebern 1990 die erste demokratische Mehrparteienwahl seit der ersten Republik zu. Nach einer Verfassungsänderung und damit verbundenen Parteigründungen wird 1991 Frederick Chiluba zum neuen Präsident gewählt, die neue Regierungspartei ist nun die MMD. Nach der umstrittenen Wahl am 2. Januar 2002 wird Levy Mwanawasa Präsident und Staatschef. Die Wahl wird von EU-Beobachtern als chaotisch und nicht fair bezeichnet. Präsident Levy Mwanawasa wird am 1. Oktober 2006 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Politik
Hauptartikel: Politik Sambias
Nach der Verfassung von 1991 ist Sambia eine Präsidialrepublik im Commonwealth. An der Spitze der Exekutive steht der für fünf Jahre gewählte Staatspräsident, der zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Der Präsident ist gleichzeitig Ministerpräsident und führt das Kabinett. Das Parlament setzt sich aus 159 Mitgliedern zusammen, davon sind 150 gewählt, acht vom Präsidenten ernannt wie auch der Parlamentspräsident. Im Parlament besteht folgende Sitzaufteilung:
- MMD (Movement for Multi-Party Democracy; Bewegung für die Mehrparteien-Demokratie) - 69 Sitze
- UPND (United Party for National Development; Vereinigte Partei für Nationale Entwicklung) - 49 Sitze
- UNIP (United National Independence Party; Vereinigte Nationale Unabhängigkeitspartei) - 13 Sitze
- FDD (Forum for Democracy and Development; Forum für Demokratie und Entwicklung) - 12 Sitze
- Sonstige und Unabhängige - 7 Sitze
Die MMD ist die Partei des Präsidenten. Die Länge der Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. 27 Vertreter ethnischer Gruppen bilden das House of Chiefs. Das Rechtswesen orientiert sich am britischen Recht sowie (meist familienrechtlich) an Stammesrecht.
Provinzen
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Sambias
Der Staat gliedert sich in neun Provinzen (Hauptstädte in Klammern):
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Wirtschaft
Hauptartikel: Wirtschaft Sambias
Allgemeines
Landwirtschaft und Kupfer- und Cobaltbergbau und -verhüttung im Copperbelt, einem Bergwerksdistrikt im Norden, mit großen Städten wie Kitwe, Ndola, Mufulira usw. sind die tragenden Sektoren der Wirtschaft in Sambia. In Kabwe (im zentralen Sambia) wird auch Zinn- und Bleibergbau betrieben. Dienstleistungen und Industrie sind noch unterentwickelt. Trotz aller wirtschaftlicher Anstrengungen zählt Sambia nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 64% (siehe auch: Tabelle: Die höchste Armut weltweit).
80% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt, weitere 14% im Bergbau. Die Kupferindustrie ist eine der Hauptquellen des Bruttoinlandsproduktes und der Staatseinnahmen. Kupfer und Kobalt steuern mehr als 75% (1997) der zambischen Exporteinnahmen bei, während weitere 3% durch andere Bergbauprodukte wie Blei, Zink oder Edelsteine erwirtschaftet werden. Durch die starke Bedeutung des Kupferbergbaus wurde Sambia in den letzten Jahren stark durch die Probleme dieses Sektors getroffen. So ging die Kupferproduktion von 755.000 t in 1969 bis auf 260.000 t (1999) zurück, was einem Weltmarktanteil von 2,1 % entsprach und Zambia 1999 auf Platz zwölf der kupferproduzierenden Länder stellte. Bedingt durch die steigenden Kupferpreise konnte die Produktion im Jahre 2005 wieder auf 550.000 t gesteigert werden. In der Bergbauindustrie Sambias sind zur Zeit etwa 37.000 Menschen beschäftigt. Damit ist die Kupferindustrie der wichtigste private Arbeitgeber.
Seit 1976 ist Sambia mit dem Hafen Dar-es-Salaam in Tansania durch die Tanzania-Zambia Railway (TAZARA), den Tanzam Highway und eine Ölpipeline verbunden.
Sambia hat erstklassiges Agrarland, aber nur 10% davon werden genutzt. Über Jahrzehnte hinweg wurden Agrarinvestitionen nur in den Maisanbau gesteckt, was eine sinnvolle Diversifizierung und somit die Verbreitung von Kenntnissen in Anbaumethoden sowie in Vermarktung und Verarbeitung anderer Agrarprodukte wie Kaffee oder Baumwolle faktisch verhinderte. Saatgut, Kunstdünger, Transport dienten dem Staat nur als Grundlage für Interventionen im Sinne seiner Ziele.
Mit dem Fall der Kupferpreis ab den 1970er Jahren geriet das Land in eine wirtschaftliche Krise. Es gab keinen weiteren wirtschaftstragenden Sektor mehr. Es folgten Importkontrollen. Der Staat achtete darauf, dass die sambische Agrarproduktion nur im Inland vermarktet wurde und blockierte so eine Agrarerzeugung für den Weltmarkt.
Ab 1991 erzwangen IMF und Weltbank etliche Reformen, darunter die Privatisierung nicht nur der Kupferproduktion, sondern auch der Zulieferer für die Agrarwirtschaft. Trotzdem ist bis heute der staatliche Einfluss bei der Verteilung von Saaten und Kunstdünger überall präsent. Der Umschwung von einer Kommandowirtschaft zu einer Marktwirtschaft ist noch lange nicht vollzogen.
Die Privatisierung hat nicht nur gute Früchte getragen, denn die staatlichen Agenturen wurden nur für lukrative Gegenden verkauft und brachen zu anderen Teilen einfach weg. Schwache Regionen, vor allem schwer erreichbare, standen plötzlich ohne jede Versorgung da. Im Bangweulubassin und in den oberen Sambesiprovinzen hat das zur Verarmung geführt. Zudem wurden Preisschwankungen prinzipiell zu Lasten der Bauern genutzt. Dazu kamen eine hohe Inflation der Landeswährung Kwacha' und demgemäß hohe Kreditzinsen. Die Regierung wiederum achtet auch heute nur auf die Maisproduktion und übt sich in allen anderen Bereichen im laisser faire. Das treibt die Entwicklung nicht voran.
Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
- das Gesundheitswesen bei 13%
- das Bildungswesen bei 14%
- das Militär bei 4%
Kultur
Bildung
Musik
Hauptartikel: Musik Sambias
Medien
Hauptartikel: Medien in Sambia
Siehe auch
| Bild:Portal.svg | Portal: Sambia – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Sambia |
Weblinks
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| Wiktionary: Sambia – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Wikimedia-Atlas: Sambia – Geografische und historische Karten |
- Offizielle Seite der Regierung der Republik Sambia
- Fifth National Development Plan 2006-2010
- Sambia im CIA World Fact Book
- Nachrichten in Englisch
- Hydroelektrische Energiegewinnung in Sambia 2006
- FAO: Ernährungslage in Sambia 2005
- Wasserfälle in Sambia
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Koordinaten: 8°-18° S, 22°-34° Onov:Zambiapms:Zambia
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