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Zahlungsverhalten
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Das Zahlungsverhalten von Kunden (B2B, B2C, öffentliche Hand) kann mit der Altersstruktur der Forderungen gemessen werden. Je früher die Forderungen beglichen werden, desto besser ist das Zahlungsverhalten bzw. desto geringer ist der Zahlungsverzug.
Zahlungsverhalten im europäischen Vergleich
Eine internationale Studie misst in regelmässigen Abständen mittels Umfragen bei Unternehmen das Zahlungsverhalten in über 20 europäischen Ländern.
Die durchschnittliche Zahlungsfrist in Deutschland beträgt 31 Tage. Beglichen werden die Forderungen aber erst nach 45 Tagen Days Sales Outstanding, was einem Zahlungsverzug von 14 Tagen entspricht. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelmass. Die Ergebnisse aus der Schweiz und Österreich zeigen in etwa ähnliche Verzugswerte. Eine deutlich schlechtere Zahlungsmoral weisen die Länder Portugal (38 Tage Zahlungsverzug) und Italien (23 Tage) auf.
Insgesamt hat sich die Zahlungsdauer im gesamteuropäischen Durchschnitt im Vergleich zu 2005 noch einmal um über 1 Tag verschlechtert. Für ein Unternehmen mit 30 Millionen Euro Umsatz bedeutet dies, dass es 100.000 € zusätzliche Bankkredite aufnehmen muss.
Liquiditätsschwierigkeiten als Hauptgrund
Hauptgrund für das schlechte Zahlungsverhalten sind Liquiditätsschwierigkeiten und ungenügende Bankfinanzierungskredite. Teilweise werden auch Rechnungen verspätet bezahlt, weil dies als günstige Finanzierungsform gilt.
Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten verhalten sich ausgesprochen selektiv bei der Bezahlung ihrer Verpflichtungen. Zuerst werden Rechnungen der wichtigsten Lieferanten bezahlt, gefolgt von Rechnungen der öffentlichen Hand (Steuern, Abgaben etc.). An dritter Stelle werden Zinsen und Amortisationen von Banken und Finanzgesellschaften bezahlt. Lieferanten, welche für die eigene Produktion austauschbar sind, rangieren weit hinten - unabhängig von der Höhe und vom Alter der bestehenden Zahlungsverpflichtungen.
Siehe auch
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