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Zaghawa

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Zaghawa ist die Bezeichnung für eine schwarzafrikanische ethnische Gruppe, die hauptsächlich in Wadai (Tschad) und Darfur (Sudan) lebt. Die Zaghawa leben halb-nomadisch, betreiben Ackerbau (Hirse) und Viehzucht (Rinder, Kamele, Schafe).

Geschichte

Die "Zaghawa" tauchen seit dem 9. Jahrhundert in den Schriften der arabischen Geographen auf. Sie finden zunächst als Volk von Kanem Erwähnung und erst ab dem 13. Jahrhundert werden sie östlich von Kanem lokalisiert. Bis zu ihrem Sturz durch die Sefuwa 1068 n. Chr. stellten sie die Führungsschicht des Kanem-Reiches, die in der Königschronik Diwan als Duguwa bezeichnet wird. Da al-Yaqubi und al-Idrisi die Zaghawa auch weit westlich von des Tschadsees platzieren, kann sich ihr Name ursprünglich nicht auf eine ethnische Gruppe im herkömmlichen Sinne bezogen haben. Die Verbindung des Namens mit den Beri ist jedoch die einzige, die bis heute überlebt hat. Bei der Vermittlung des entsprechenden historischen Wissens waren die Araber, die seit der Mitte des 14. Jahrhunderts vom Niltal her in das Gebiet von Darfur, Wadai und Kanem einwanderten, von ausschlaggebender Bedeutung.

Gegenwart

Die Zaghawa bekennen sich heutzutage alle zum Islam, obgleich sie einige ihrer religiösen Traditionen beibehielten. Sie sprechen eine eigene Sprache, welche als Zaghawa oder als "Beria" bezeichnet wird, ein Name den man auch für eine Schafart, welche sie halten, benutzt. Selbst nennen sich die Mitglieder der Volksgruppe aber "Beri", die von den Arabern stammende Bezeichnung Zaghawa hat sich jedoch durchgesetzt.

Während die Zaghawa in Sudan relativ machtlos sind, dominieren sie das politische System im Tschad. Der aktuelle Präsident des Tschad Idriss Déby ist ein Zaghawa, ebenso wie viele andere Mitglieder der Regierung.

Bibliographie

  • Jakobi, Angelika und Joachim Crass: Grammaire du beria (langue saharienne), Köln 2004.
  • Lange, Dierk: Chronologie et histoire d'un royaume africain, Wiesbaden 1977 (die historischen Zaghawa und das Reich Kanem, S. 113-129)
  • Le Rouvreur, Albert: Saheliens et Sahariens du Tschad, Paris 1962 (die Zaghawa, S. 205-217, 350-1).
  • Tubiana, Marie-José: Survivances préislamiques en pays zaghawa, Paris 1964.
Wikipedia
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