Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Zündnadelgewehr
Aus Kefk.
Das Zündnadelgewehr ist eine von Johann Nikolaus von Dreyse 1827 in Sömmerda entwickelte Schusswaffe mit Schwarzpulverpapierpatronen, die das Zündmittel enthalten.
Die Waffe (zunächst als Vorderlader) stand in Konkurrenz zum Minie-Gewehr und konnte sich nur gegen massive Widerstände in der preußischen Militärführung durchsetzen. Der Vorteil einer hohen Feuerrate durch Hinterladung musste (vor Einführung von selbstabdichtenden Metallpatronen) durch eine deutlich geringere Reichweite erkauft werden, da stärkere Treibladungen die Verschlussdichtheit gefährdeten.
Nach konsequenter Weiterentwicklung seit 1827 wurde es 1839 der Preußischen Armee zur Erprobung gegeben und zur Tarnung als „leichtes Perkussionsgewehr M/41“ eingeführt. 1848 wurde es erstmalig an die Soldaten ausgegeben, in der März-Revolution des Jahres 1848 eroberten die Berliner das Zeughaus, wodurch etliche Zündnadelgewehre in ihre Hände fielen. In der Folgezeit konnten fast alle Gewehre wieder aufgefunden werden, drei (nach anderen Quellen 20) blieben jedoch verschwunden und dürften somit über Spione ins Ausland gelangt sein.
Das Zündnadelgewehr M/41 blieb bis 1870/1871 im Dienst, erwies sich aber dem französischen Chassepot-Zündnadelgewehr ballistisch unterlegen (Das französische Kaliber von 11 Millimetern ist ballistisch günstiger als die 15,43 mm-Geschosse Preußens, die noch dazu allein von einem Treibspiegel in Rotation versetzt werden. Daher hatte das Chassepot-Gewehr auch eine Reichweite von 1600 Metern gegenüber nur 600 Metern bei den Preußen). Die Preußen hatten sich allerdings noch in den 1860er Jahren entschieden, das Chassepot-Gewehr nicht zu kopieren, da es durch Verschmutzung leichter unbrauchbar wurde als das preußische. Nach dem Krieg wurde das M/41 durch das M/62 (Aptierung nach Beck) nach und nach abgelöst. Bereits 1872 wurde begonnen, das Gewehr 71 an die Truppe auszugeben, ein Hinterlader für die erste deutsche Metalleinheitspatrone
Literatur
Rolf Wirtgen (Hg.) Das Zündnadelgewehr - Eine militärtechnische Revolution im 19.Jhd., Herford 1991
Weblinks
- Preußisches Zündnadelgewehr M/41 (Kuratorium zur Förderung historischer Waffensammlungen)
- http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_9823.html
- Bild eines Zündnadelgewehrs im DHM
- Eine Seite die auch das moderne Schießen mit Zündnadelwaffen beschreibt
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Z%C3%BCndnadelgewehr, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
