Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Yamaha DX7

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Synthesizer
Allgemeines
Name DX7
Hersteller Yamaha
Klangsynthese digital, FM-Synthese
Zeitraum 1983-1987
Preis (Erscheinungsjahr) ca. 4.500 DM
Eigenschaften
Polyphon ja, 16
Multitimbral nein
Filter - -
LFO 1, verschd. Wellenformen
Effekte - -
Tasten 61, anschlagsdynamisch mit Aftertouch (monophon)
Int. Controller Pitch-, Modulations-Rad
Ext. Controller Taster, Pedal, Breath-Controller
Schnittstelle(n) MIDI
Sequenzer - -
D/A Wandler 12 Bit
Samples - -
Speicherplätze 32
ROM - -
RAM - -
Ext. Speicher ROM und RAM Cartridges

Der 1983 von der Firma Yamaha vorgestellte DX7 war der erste einem breiten Publikum verfügbare digitale Synthesizer.

Beschreibung

Seine besonderen Stärken sind das äußerst breite Spektrum an Klängen, die damit erzeugt werden können, und die Möglichkeit, den Klang durch die Spielweise stark zu beeinflussen, was (auch durch die erstmals in einem Synthesizer implementierte Anschlagsdynamik) ein sehr lebendiges Klangbild ermöglicht.

Seine Klangerzeugung beruht auf der von John Chowning entdeckten FM-Synthese, die in eigens entwickelten Custom-Chips implementiert wurde. Jede der 16 Stimmen wird durch sechs Sinus-Oszillatorschaltungen gebildet, die sich gegenseitig in so genannten „Algorithmen“ verschaltet modulieren können. Die modulierenden Oszillatoren werden hier „Modulator“ genannt, die modulierten „Carrier“.

Die Klangerzeugung der beiden Synthesizer-Chips im DX-7 ist vollständig digital implementiert. Die digitalen Werte der Sinusschwingungen werden aus einem internen ROM ausgelesen und weiterverarbeitet. Treffenderweise lautet die Aufschrift neben dem DX7-Logo deshalb: „Digital programmable algorithm synthesizer“ („Digitaler programmierbarer Algorithmen-Synthesizer“). Die Möglichkeit, Algorithmen selbst zusammenzustellen boten allerdings erst die Nachfolger SY77/99 und TG77 und dann auch nur über externe Softwareeditoren.

Da die Digitaltechnik der frühen 1980er noch nicht so weit entwickelt war beträgt die Klangauflösung nur 12 Bit. Dadurch hat der originale DX7 einen geringeren Signal-Rauschabstand und höhere Verzerrungen als heutzutage üblich.

Wegen der durch die FM-Synthese möglichen oberwellenreichen Klänge eignet er sich besonders für E-Pianos, Bässe und Bläserähnliches. Die mit dem DX7 erzeugten Klänge hoben sich deutlich von den Klängen analoger Synthesizer ab, welche damit mit einem Schlag altmodisch wurden. Der Klang des DX7 war in den 80ern prägend für den Klang der damaligen Pop- und Rockmusik. Die wohl meistverwendeten Sounds sind die E-Piano- und E-Bass-Sounds. Ein typisches Beispiel für den DX7-Piano-Sound ist im Song „The Greatest Love of All“ von Whitney Houston zu hören.

Gute und eigenständige Beispiele für die Klänge der Yamaha-FM-Synthesizer finden sich z. B. auf den Alben von Depeche Mode oder auch Brian Eno, der diesen Synthesizer auch heute noch häufig einsetzt. Weiterhin wurde der DX7 bei dem "Queen-Live at Wembely" Konzert 1986 von Brian May im Song "Who wants to live forever" eingesetzt.

Die Tastatur gibt leider, wie auch die des Nachfolgers, lediglich MIDI-Velocitywerte bis 100 (von 127) aus, was zu nicht vollständig ausgenutzter Dynamik bei Ansteuerung externer Tonerzeuger führt. Im Gegenschluß klingen manche DX7-Sounds bei MIDI-Ansteuerung durch "vollwertige" Keyboards zu spitz.

1986 folgte nach etwa 160.000 verkauften Exemplaren der DX7 II. Dieser beinhaltet quasi zwei DX7, d. h. zwei Klänge können gleichzeitig gespielt werden, allerdings immernoch nur mit 16 Stimmen. Zusätzlich wurden die Ausgangswandler verbessert, was zu einem störgeräuschfreierem Sound führte, was aber von Fans der ersten Version nicht immer als Verbesserung empfunden wurde. Klangbereichernd war der "Unisonomode" in dem mehrere Stimmen mit wählbarer Verstimmung zur Erzeugung besonders fetter Klänge übereinandergelegt werden konnten. Ferner stellt die zweite DX7-Generation den LFO gleich 16-fach (sprich: für jede polyphone Stimme einzeln) zur Verfügung.

Der DX7II/FD besitzt zusätzlich ein 3½-Zoll-Diskettenlaufwerk zur Abspeicherung der eigenen Sounddaten und bis zu 64kB SYSEX-Daten anderer Geräte. Somit wurde der DX7 II ein noch ausgereifteres Musikinstrument, was ihm bis in die Gegenwart eine stetige Beliebtheit bei vielen Musikern sichert, obwohl das ursprüngliche Design bereits über zwanzig Jahre alt ist. Dies stellt ihn in eine Reihe mit wenigen anderen Synthesizern wie z. B. dem Minimoog, dem Roland Jupiter-8 oder auch dem etwas jüngeren Clavia NordLead. Einige Musiker hingegen lehnen den DX7 aufgrund des zu statischen und unnatürlichen Klanges ab, vielen ist er zu sehr aus "Plastik".

Mittlerweile gibt es Software-Synthesizer, die die Technologie emulieren und weiterführen. Die berüchtigt komplexe Bedienung der Yamaha-DX-Geräte wird hierdurch nicht immer vereinfacht, aber die Emulatoren ermöglichen einen im Falle von Freeware günstigen Zugang zu dem enormen Klangpotential dieser Synthesemethode.

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Yamaha_DX7, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge