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Y-Trasse Hannover–Hamburg/Bremen
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Die Y-Trasse Hannover–Hamburg/Bremen ist ein Projekt des Bundesverkehrswegeplanes 1992 und des Bedarfsplanes zum Bundesschienenwegeausbaugesetz 1993 für eine projektierte Eisenbahn-Neubaustrecke zur Aufnahme des Schnellverkehrs von Hannover über Walsrode nach Hamburg und Bremen. Die Bezeichnung lehnt sich an den Y-förmigen Streckenverlauf an.
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Ziel der Planung
Der Hauptgrund für die neue Trasse ist die chronische Überbeanspruchung der bestehenden Hauptstrecke Hamburg–Lüneburg–Uelzen–Celle–Hannover/Lehrte (Siehe auch: Bahnstrecke Hannover–Hamburg). Auf dieser Strecke kommt es immer wieder zu gegenseitigen Behinderungen zwischen Nahverkehrszügen (mit Zwischenhalten 50–80 km/h), Güterzügen (80–120 km/h) und IC/ICE-Zügen (bis 200 km/h). So müssen regelmäßig Nahverkehrszüge (Metronom) an Bahnhöfen warten, um verspätete ICEs und ICs passieren zu lassen. Durch die Entmischung von Hochgeschwindigkeits- und Nah-/Güterverkehr erhofft man sich hier mehr Pünktlichkeit.
Das Problem der Überbelastung würde sich in Zukunft verschärfen, da mit dem weiteren Ausbau der Häfen in Hamburg und Bremen, sowie dem Neubau des JadeWeserPorts mit einer deutlichen Zunahme des Güterverkehrs von der Küste ins Landesinnere zu rechnen ist. Sollte die Schiene nicht genug Kapazitäten bereithalten, so würde eine Verlagerung des Transports auf die Straße notwendig werden.
Zusätzlich soll mit der Y-Trasse auch die Fahrtzeit für ICEs von Hamburg nach Hannover um 10 bis 15 Minuten und Bremen nach Hannover 7 bis 10 Minuten verringert werden. Der jetzige InterCity von Hamburg nach Hannover soll aber auch weiterhin über Uelzen fahren, um die Mittelstädte auf dieser Strecke nicht vom Fernverkehr abzuschneiden.
Die Y-Trasse wird als eine reine Hochgeschwindigkeitsstrecke konzipiert, auf der kein Güterverkehr verkehren soll.
Verlauf
Die Y-Trasse soll in der derzeit favorisierten Variante bei Langenhagen aus der jetzigen Hauptbahn Hannover–Celle–Hamburg abzweigen und entlang der A 7 und A 27 bis westlich von Walsrode führen. Von dort führt sie auf einer neuen Trasse durch die Lintelner Geest nach Norden. Bei der Ortschaft Tadel westlich von Visselhövede zweigt der Bremer Ast mit einer Verbindungskurve an die Amerikalinie, die bis Langwedel ausgebaut werden soll, ab. Der Hamburger Zweig soll weiter über Brockel und Scheeßel verlaufen und dort in die „Rollbahn“ Bremen–Hamburg einmünden.
Die am häufigsten diskutierte Alternativvariante führt von Langenhagen durchgängig an der A 7 bis in den Landkreis Harburg, wo dann verschiedene Anschlüsse an bestehende Strecken zwischen Buchholz und Ashausen denkbar sind. Diese „Autobahnvariante“ ist im Raumordnungsverfahren ausgeschieden, da die neu zu bauende Strecke länger und der Anschluss Richtung Bremen nicht mehr mit vertretbaren Mitteln erreichbar wäre. Befürworter dieser Variante weisen jedoch darauf hin, dass sie eine kürzere Fahrzeit Hannover–Hamburg ermöglichen würde (Verkürzung um 20 bis 25 Minuten gegenüber heute) und der Bremer Ast nachrangig sei.
Im Bereich Walsrode wird über einen Regionalbahnhof nach dem Vorbild von Montabaur (Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main) mit Einbindung der Heidebahn oder wie in Kinding (Nürnberg–Ingolstadt) „auf der grünen Wiese“ nachgedacht. Der Nutzen eines solchen Bahnhofes ist – wie auch das ganze Streckenprojekt – umstritten.
Stand der Planung
Die Planungen sind vor allem aus finanziellen Gründen wiederholt ins Stocken geraten. Am 27. Oktober 2006 versandte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee einen Vorentwurf für einen Investitionsrahmenplan an die Bundestagsabgeordneten. In diesem ist – neben zahlreichen anderen Verkehrsprojekten – auch die Y-Trasse mit einer Investitionssumme von 1,28 Milliarden Euro aufgelistet. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Trasse realisiert wird, wieder angestiegen. Laut einem Zeitungsbericht vom März 2007[1] ruht die Planung der Trasse bis wenigstens 2011.
Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn bekräftigte in einer Presseinformation Ende März[1], dass die Y-Trasse für das Unternehmen eine hohe Priorität habe. Sie könne jedoch in Anbetracht der knappen Mittel nur mittelfristig geplant bzw. realisiert werden. Kurzfristig strebt das Unternehmen an, das Planfeststellungsverfahren einzuleiten.
Nach Medienberichten von April 2007[1] kündigte Verkehrsminister Tiefensee an, das Projekt solle in den Investititionsrahmenplan für den Zeitraum bis 2010 aufgenommen werden. Die Bund werde dadurch in einem erstren Schritt die weiteren Planungskosten in Höhe von etwa 50 Millionen Euro übernehmen.
Gegner des Streckenneubaus und Kritik
Gegen den Streckenbau haben sich in nahezu allen betroffenen Gemeinden Bürgerinitiativen gebildet, die unter anderem gegen die Zerschneidung der Landschaft und mehrerer Ortschaften durch die Streckenführung (z. B. Brockel), gegen den abschnittsweisen Verlauf durch bisher naturbelassenes Gelände und gegen die zu erwartende Lärmbelastung protestieren. Sie werden dabei von Umweltschutzorganisationen und Teilen der regionalen Politik unterstützt.
Daneben gibt es starke Zweifel am wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Nutzen der Strecke. Kritiker wie der Verkehrsclub Deutschland oder Pro Bahn[1] wenden ein, dass sich zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr preisgünstiger durch einen Ausbau bestehender Strecken schaffen ließe. Das Personenverkehrsaufkommen und die Fahrzeitverkürzungen seien zu gering, um den Neubau zu rechtfertigen.
Weblinks
- BM VBS: Informationen über den Bericht zum Ausbau der Schienenwege 2005 (pdf)
- VCD-Konzepte „Hochleistungsnetz statt Y-Trasse“ und Ergänzung zum Güterverkehr
- Plädoyer für eine Neukonzeption der Ausbau-/Neubaustrecke Hannover−Hamburg/Bremen (Y-Trasse)
- BBU e. V.
- Bürger für Umwelt (BfU) e. V.
Einzelnachweise
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