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Xylocain)
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Lidocain (Handelsname: z.B. Xylocain®
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) ist ein Lokalanästhetikum vom Typ der Amide. Es ist vom Kokain abgeleitet, besitzt aber nicht dessen rausch- und suchterzeugende Komponente.
Anwendung
Lidocain wird in der Medizin und Veterinärmedizin als gut und schnell wirksames örtliches Betäubungsmittel häufig eingesetzt (Lokalanästhesie). Hierzu wird es entweder in das Gewebe eingespritzt (Infiltrationsanästhesie), um so ein kleineres Areal zu betäuben, wie es für die Naht einer Platzwunde oder ähnlichen kleineren Eingriffe notwendig ist. Alternativ kann man dieses Medikament auch in den Bereich eines Nervs spritzen, um so dessen Versorgungsgebiet zu betäuben (Leitungsanästhesie). Das Medikament sollte 1 bis 3 Minuten einwirken, dann ist eine ausreichende Lokalanästhesie gegeben. Die Wirkdauer ist dosisabhängig und beträgt 1 bis 3 Stunden. Da es auch gut über die Schleimhaut aufgenommen wird, gibt es diesen Wirkstoff auch als Spray oder als Inhaltsstoff in Gleitmitteln (Oberflächenanästhesie)
Außerdem ist Lidocain ein Medikament zur Stabilisierung des Herzrhythmus. Es kann recht gut Herzrhythmusstörungen unterdrücken, die ihren Ursprung in den Herzkammern haben (ventrikuläre Extrasystolen/Tachykardie). Allerdings ist der früher häufige Gebrauch als Notfallmedikament heute sehr stark zurückgegangen, da es auch selber Herzrhythmusstörungen erzeugen kann und zusätzlich die Kontraktionskraft des Herzens einschränken kann (= negativ inotrope Wirkung).
Inzwischen gibt es auch Kondome, die mit Lidocain beschichtet sind und von Männern verwendet werden, die unter vorzeitigem Samenerguss leiden.
Wirkprinzip
Lidocain blockiert spannungsabhängige Natrium-Kanäle in den Zellmembranen der Nervenzelle. Wenn sensible Rezeptoren auf der Haut die Empfindung von Druck, Schmerz, Wärme, Kälte etc. an das Gehirn weiterleiten soll, wird die Erregungsweiterleitung über die Nervenzellen blockiert, da kein Natrium in die Nervenzelle einströmen kann und so die Entstehung eines Aktionspotentials erschwert wird. Lidocain wirkt bei Injektion unter die Haut oder bei Auftragung als Salbe nur an den sich dort befindlichen Nervenzellen.
Dünne Nervenfasern werden zuerst in ihrer Weiterleitung blockiert als dicke. Daraus ergibt sich folgende Reihenfolge des Funktionsausfalls:
Schmerz - Temperatur - Berührung - Druck - und zuletzt auch Efferenzen. Efferenzen sind Fasern, die vom ZNS kommen und z.B. Muskeln innervieren. Dadurch fällt auch die Motorik (Muskelbewegung) an dieser Stelle aus.
Unerwünschte Wirkungen
Wie alle Lokalanästhetika kann auch Lidocain die typischen Nebenwirkungen erzeugen; dazu gehören Wirkungen im Bereich des ZNS (wie z.B. Unruhe, Krampfanfälle u.a.), des Herzens (Rhythmusstörungen) und allergische Reaktionen.
Streckmittel in Kokain
Lidocain ist häufig Kokain beigemischt, um dieses zu strecken. Da die Reinheit von Kokain für gewöhnlich dadurch überprüft wird, ob es das Zahnfleisch betäubt, wenn es auf dieses gestrichen wird, haben Konsumenten und Konsumentinnen von Kokain aufgrund der betäubenden Wirkung den Eindruck eines besonders reinen Stoffs.
Da Lidocain allerdings in größeren Mengen Herzrhythmusstörungen hervorrufen kann, ist der Konsum von mit Lidocain gestrecktem Kokain sehr gefährlich. Vor allem bei intravenösem Konsum waren in den letzten Monaten mehrere Todesfälle von Kokain-Benutzern und -Benutzerinnen wegen Herzstillstandes zu beklagen (Stand: Januar 2007).
Weblinks
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