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5-Brom-4-chlor-3-indoxyl-β-D-galactopyranosid

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Strukturformel
Bild:5-bromo-4-chloro-3-indoxyl-beta-D-galactopyranoside.gif
Allgemeines
Name 5-Brom-4-chlor-3-indoxyl-β-D-galactopyranosid (BCIG)
Andere Namen X-Gal
Summenformel C14H15BrClN
CAS-Nummer 7240-90-6
PubChem-Nummer 65181
Kurzbeschreibung kristalliner Feststoff
Eigenschaften
Molmasse 408,6 g·mol-1
Aggregatzustand fest
Dichte 0,95 g/cm3 (in DMF gelöst)
Schmelzpunkt -61 °C (in DMF gelöst)
Siedepunkt 152°C (in DMF gelöst)
Dampfdruck 3,5 hPa (20 °C, in DMF gelöst)
Löslichkeit gut in DMSO und DMF
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
Bild:Hazard X.svg
Xn
Gesundheits-
schädlich
R- und S-Sätze R: 20/21/22

S: ?

MAK 30 mg/m3, 10 ml/m3 (DFG)
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort 5-Brom-4-chlor-3-indoxyl-%CE%B2-D-galactopyranosid, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

5-Brom-4-chlor-3-indoxyl-β-D-galactopyranosid wird auch als X-Gal bezeichnet. Es ist ein artifizielles, chromogenes Substrat für das Enzym β-Galactosidase.

Eigenschaften

Das Enzym β-Galactosidase hydrolysiert X-Gal zu Galactose und 5-Brom-4-chlor-Indoxyl. Das 5-Brom-4-chlor-Indoxyl wird vom Sauerstoff der Luft zum tiefblauen Farbstoff 5,5'-Dibrom-4,4'-dichlor-Indigo oxidiert.

Verwendung

In der Biochemie wird X-Gal zur qualitativen Bestimmung der Aktivität der β-Galactosidase benutzt. Zur quantitativen Bestimmung wird dagegen das Substrat o-Nitrophenyl-β-D-galactopyranosid (ONPG) verwendet.

Bild:Transformation mit X-Gal.JPG
Blau-Weiß-Screening nach einer Transformation (LB-Agar mit Ampicillin und X-Gal)

In der Molekularbiologie wird X-Gal im Blau-Weiß-Screening verwendet. In vielen Klonierungsvektoren liegt in der aminoterminalen codierenden Sequenz der β-Galactosidase (α-Fragment) eine Multiple Cloning Site, in die Fremd-DNA, wie z.B. PCR-Fragmente, eingebracht werden können. Dadurch wird die Gensequenz der β-Galactosidase unterbrochen und das Enzym wird nicht mehr exprimiert. Daraus folgt, dass das X-Gal nicht mehr gespalten wird und somit auch kein blauer Farbstoff entsteht. Die nach der Transformation entstandenen Kolonien erscheinen dann nicht blau, wie die mit leerem Vektor, sondern weiß. X-Gal wird häufig in Verbindung mit IPTG (zur Induktion des lac-Promotors) zur Selektion von blauen Kolonien verwendet. Es wird auch für die Selektion von β-Galactosidase Reporter-Gen Aktivitäten in Transfektionen von eukaryotischen Zellen und für den Nachweis von β-Galactosidase in der Immunologie und histochemischen Anwendungen benutzt.


Andere chromogene Substrate:

  • 5-Brom-3-indolyl-β-D-galactopyranosid (Blue-Gal, Bluo-Gal)
  • 6-Chlor-3-indolyl-β-D-galactopyranosid (Y-Gal, Red-Gal, Rose-Gal, Salmon-Gal)
  • 5-Iod-3-indolyl-β-D-galactopyranosid (Purple-Gal)
  • 5-Brom-6-chlor-3-indolyl-β-D-galactopyranosid (Magenta-Gal)
  • N-methylindolyl-β-D-galactopyranosid (Green-Gal)

Andere fluorogene Substrate:

  • 4-Methyl-umbelliferyl-β-D-galactopyranosid (MUG) (λex = 365 nm, λem = 455 nm)

Literatur

  • Sambrook, J.; Maniatis, T.; Russel, DW. : Molecular cloning: a laboratory manual. Cold Spring Harbor Laboratory Press; 3rd edition (2001) ISBN 0-8796-9577-3
  • Horwitz, J.P. et al. (1964). Substrates for Cytochemical Demonstration of Enzyme Activity. I. Some Substituted 3-Indolyl-β-D-glycopyranosides. J Med Chem. 53, 574-575.
  • Edwards, M.J., and Taylor, M.F. (1993). Substitution of DMSO for DMF as a Solvent for X-Gal. BioTechniques, 14, 234.
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