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X-Diskontinuität
Aus Kefk.
Von der X-Diskontinuität wurde Anfang der 90er Jahre erstmals berichtet. Es handelt sich dabei angeblich um eine offenbar regional sehr beschränkte seismologische Grenzschicht, die sich durch eine Veränderung der seismischen Geschwindigkeiten definiert ist. Sie wurde in Tiefen zwischen 250 und 350 km beobachtet.
Zur Erklärung ihres Auftreten werden verschiedene Modelle vorgeschlagen und diskutiert, so u.a. eine Phasentransformation wasserhaltigen dichten Magnesium-Silikats, die jedoch nur unter bestimmten mineralogischen Bedingungen in Betracht kommt. Andere mögliche Ursachen sind z.B. ein Phasenübergang des SiO2 von Coesit zu Stishovit oder eine Phasentransformation von Calcium-armen Pyroxen von Orthoenstatit zu Klinoenstatit. In Betracht kommt ebenfalls eine Hochdruckmodifikation des magnesiumreichen Orthopyroxen. Da dieses Mineral nur ein kleinen Mengen vorkommt, wäre damit auch erklärt, warum die Diskontinuität nur selten zu beobachten ist.
Da nur wenige Beobachtungen der X-Diskontinuität gemacht wurden, die keine klare Identifizierung im Datenmaterial erlauben, ist die Existenz der X-Diskontinuität sehr umstritten.
Literatur und Quellen
- Revenaugh, J. & Jordan, T. H., 1991: Mantle layering from ScS reverbarations 3. The upper mantle. Journal of Geophysical Research, Vol. 96, pp. 19781-19810 (englisch)
- Revenaugh, J. & Sipkin, S. A., 1994: Mantle discontinuity structure beneath China. Journal of Geophysical Research, Vol. 99, pp. 21911-21927 (englisch)
- Deuss, A. & Woodhouse, J. H., 2002: A systematic search for mantle discontinuties using SS-precursors, Geophysical Research Letters, Vol. 29, No. 8, doi:10.1029/2002GL014768 (englisch)
- Stixrude, L. & Lithgow-Bertollini, C., 2005: Mineralogy and elasticity of the oceanic upper mantle: Origin of the low-velocity zone, Journal of Geophysical Research, Vol. 110, B03204, doi:10.1029/2004JB002965
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