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Wurzacher Ried

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Bild:Wurzacher Ried1.jpg
Riedweiher
Seggenbülten und in den Randbereichen Baumbestand (Birke, Rotföhre) und artenreicher Strauchbewuchs
Bild:Wurzacher-ried-sterbender-wald-2005.jpg
Sterbender Wald durch Wasserspiegelanhebung am Torfstecherweg
Bild:Torfabbau-im-wurzacher-ried.jpg
Historischer Torfstich am Torfstecherweg

Das Wurzacher Ried ist eines der bedeutendsten Hochmoorgebiete in Süddeutschland. Es liegt nördlich der Gemeinde Bad Wurzach im Landkreis Ravensburg. Etwa acht Kilometer südlich des Riedes befindet sich der vor allem ornithologisch sehr interessante Rohrsee.

Ausdehnung

Die Moorfläche bildet ein sich von Nordost nach Südwest erstreckendes unregelmäßiges Viereck von ungefähr 8 x 4 Kilometer. Die Gesamtmoorfläche beträgt etwa 1813 Hektar, davon sind etwa ein Drittel von menschlichen Eingriffen unberührtes Hochmoor (Regenmoor). Ein weiteres Drittel bilden Niedermoorbereiche, während das verbleibende Drittel Hochmoorbereiche repräsentiert, das durch den bis in die 1990er Jahre währenden Abbau von Torf (zuletzt vor allem von Badetorf für die Bad Wurzacher Kurbetriebe) wesentlich verändert und gestaltet wurde.

Entstehung

Die Entstehungsgeschichte des Moorgebietes reicht in die vorletzte, die Riß-Eiszeit zurück. Eine Zunge des Rheingletschers schürfte zwischen den alten Hügelketten ein breites und relativ flaches Tal aus. Beim Abschmelzen bildeten sich mehrere Endmoränen, die das Tal im Nordwesten abriegelten. In der letzten Eiszeit (Würm-Eiszeit bis vor etwa 20.000 Jahren) reichte der Rheingletscher nicht so weit wie der der Riß-Eiszeit. Auch er hinterließ beim Abschmelzen Moränen, die nun das Tal in südwestlicher Richtung für Abflüsse blockierten. In der nachfolgenden Warmzeit entstand in dieser abflusslosen Senke ein flacher, sauerstoffarmer See, der nach und nach verlandete und verkrautete; die gewaltige Biomasse verwandelte sich in Torf. In diesem nun bestehenden Nieder- oder Grundwassermoor siedelten sich verschiedene Moose an, die in ihren Zerfallsprozessen weitere Schichten auf das Niedermoor legten, das sich dadurch erhöhte, wölbte, fester - und vor allem nicht mehr vom Grundwasser, sondern von den ergiebigen Niederschlägen gesteuert wurde. So entstanden die Hochmoorbereiche, die auf Grund der sehr sauren und nährstoffarmen Bodenverhältnisse nur von wenigen Pflanzenarten besiedelt werden können.

Lebensräume

Das Wurzacher Ried bietet sehr unterschiedlich strukturierte, vielfältige Lebensräume.
Rundblättriger Sonnentau
Rundblättriger Sonnentau
Die Hochmoorflächen (zum Beispiel Haidgauer Regenmoorschild) sind weitgehend baumlos und nur von Spezialisten besiedelt, die in der sauren und nährstoffarmen Umgebung gedeihen können; typisch sind das Wollgras, der Sumpfrosmarin, die Moosbeere, sowie vor allem verschiedene Torfmoose (Sphagnum ssp.). Auch Heidelbeere und Preiselbeere kommen hier vor. Vereinzelt tritt auch der Sonnentau auf. In den Randbreichen können die Moorbirke und Rotföhren gedeihen, häufig ist auch der Faulbaum.
Die Niedermoor-und Übergangsmoorflächen sind dagegen bedeutend artenreicher. An den Gewässerrändern überwiegen verschiedene Seggenarten, während in den weniger feuchten Gebieten eine Fülle von Blütenpflanzen und Orchideen gedeihen kann. Die Randbereiche der Niedermoorgebiete wurden (und werden zum Teil noch immer) extensiv landwirtschaftlich genutzt; für diese Streuwiesen ist das Pfeifengras typisch und bestandsbildend. Die Artenvielfalt an Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögeln (darunter z.B. Kiebitz, Wachtelkönig und Bekassine) ist in diesem Lebensraum sehr groß.
Bild:Haidgauer Quellsee.JPG
Haidgauer Quellseen
An der südwestlichen Ecke des Naturschutzgebietes liegen die Haidgauer Quellseen. Hierbei handelt es sich um Karstquellen bzw. Quellseen von einigen wenigen bis ca. 20 m Durchmesser, deren Wasser aus einigen hundert Metern Tiefe stammt und deshalb das ganze Jahr über die gleiche Temperatur von ca. 15 °C aufweist. Das Wasser ist - im Gegensatz zu den dunklen Moorgewässern - sehr klar und bläulich-grün. Die Quellseen befinden sich im Niedermoorbereich. Am besten zugänglich sind sie vom Ort Haidgau bzw. der Riedschmiede aus.
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