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Wriezen

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wriezener Wappen.png
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Koordinaten: Koordinaten: 52° 43′ N, 14° 8′ O52° 43′ N, 14° 8′ O
Höhe: 10 m ü. NN
Fläche: 94,54 km²
Einwohner: 8197 (29. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16269
Vorwahl: 033456
Kfz-Kennzeichen: MOL
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 512
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Freienwalder Straße 50
16269 Wriezen
Bürgermeister: Uwe Siebert (parteilos)
Lage der Stadt Wriezen im Landkreis Märkisch-Oderland
Bild:Wriezen in MOL.png

Wriezen ist eine Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland, Bundesland Brandenburg, Bundesrepublik Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt am westlichen Rand des Oderbruchs an der Alten Oder im Landkreis Märkisch-Oderland.

Stadtgliederung

Zur Stadt gehören die folgenden, ehemals selbständigen Dörfer als Ortsteile:

  • Altwriezen
  • Beauregard
  • Eichwerder
  • Frankenfelde
  • Haselberg
  • Lüdersdorf
  • Rathsdorf
    • Zu Rathsdorf gehört auch das ehemals selbständige Dorf Altgaul. Die erste urkundliche Erwähnung Altgaus stammt von 1689 als Chaule. Dort befindet sich ein flaschenförmiger Ziegelofen welcher etwa 15 Meter hoch ist und um 1800 errichtet wurde. Er ist damit das älteste Zeugnis der Ziegelherstellung in Brandenburg. Heute wird der Turm von Störchen genutzt und in seinem Inneren befindet sich eine Ausstellung über Weißstörche. Markant für den Ort ist auch noch eine zweibeinige Kiefer. Die ursprünglich zwei Bäume sind etwa 1900 in 2,5 Meter höhe zusammengewachsen. Ihre Stämme stehen in einem Abstand von etwa 1,50 Meter. [1]
  • Schulzendorf

Geschichte

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Kirchenruine in Wriezen

Bereits um das Jahr 150 n. Chr. wird vom alexandrinischen Geografen Claudius Ptolemäus ein Ort namens Viritium erwähnt, welcher sich den alten Karten nach hier an der Oder befunden haben könnte. Dieser ist einer der ersten urkundlich erwähnten Orte auf dem Gebiet der Mark Brandenburg. Ob es sich dabei wirklich um eine frühe Besiedlung auf dem Gebiete Wriezens handelt, bleibt reine Spekulation.

An der Oder und der Straße nach Stettin gelegen, entstand im 12. Jahrhundert eine mittelalterliche Kaufmannssiedlung. Im Mittelalter wurde Wriezen im Jahr 1247 erstmals erwähnt (Wrecene). Die Stadtgründung ist nicht beurkundet, aber Kurfürst Ludwig der Ältere (der Bayer), verlieh ihr 1337 das Stadtrecht. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zum Handelszentrum des Oderbruchs. Auf Veranlassung Friedrichs II. wurde der Verlauf der Oder verändert und das Oderbruch urbar gemacht. Dadurch kam es in Wriezen zu großen Veränderungen der Wirtschaftsstruktur. 1806 eröffnete Albrecht Thaer bei Wriezen seine landwirtschaftliche Lehranstalt. Die 1855 gegründete Feuerwehr des Ortes ist heute die älteste im Lande Brandenburg[2]. 1861 wurde der Schiffahrtsverkehr eingerichtet, wovon die Stadt wirtschaftlich profitierte. 1867 erhielt Wriezen Eisenbahnanschluß, als eine weitere Teilstrecke der Wriezener Bahn eröffnet wurde, die die Stadt später direkt mit Berlin und dem dortigen Wriezener Bahnhof verband. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wurde die nahe Hauptstadt Berlin von Wriezen aus mit Gemüse und Fisch versorgt. Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde Wriezen bei Kampfhandlungen fast vollständig zerstört und in den folgenden Jahrzehnten unter erheblicher Veränderung des Stadtbildes neu wieder aufgebaut.


Politik

Stadtrat

Die Stadtverordnetenversammlung (Parlament) besteht aus 18 Mitgliedern.

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zur Erinnerung an die so genannte Oderflut wird jährlich das Deichfest gefeiert.

Museen

Stadtmuseum Wriezen

Bauwerke

  • Marienkirche: Die St. Marienkirche, eine spätgotische Hallenkirche mit einem Anbau an der Südseite und niedrigem polygonalen Chorschluss wurde im April 1945 schwer beschädigt und ist seitdem eine Ruine. Der Backsteinbau aus der 2. Hälfte des 15. und dem 1. Viertel des 16. Jahrhunderts wurde unter Verwendung von Teilen eines Vorgängerbaus errichtet.
  • Der Brunnen auf dem Marktplatz: Der Marktbrunnen wurde von dem Bildhauer Horst Engelhardt aus dem Ortsteil Eichwerder geschaffen. Mit seinen vielen provozierenden Details hat der Brunnen für Aufsehen in der Stadt und in weiten Teilen des Landes gesorgt.
  • Denkmal für Albert Mahler (1819-1894): Das Denkmal auf dem Schützenplatz wurde 1895 für den Bürgermeister und Begründer der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Brandenburg errichtet.
  • Jüdischer Friedhof: Der unter Denkmalschutz stehende jüdische Friedhof wurde im Jahre 1730 weit außerhalb der Stadt angelegt. Er ist mit 1630 Quadratmetern die größte noch erhaltenen jüdische Grabstätte im Oderraum mit 132 Grabsteinen.
  • Bergfriedhof mit Grabdenkmalen und Grabsteinen aus dem 18./19. Jahrhundert. Sehenswert ist das monumentale Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.
  • Galerie "Zur alten Malzfabrik": Das Gebäude wurde 1858 als Malzfabrik gebaut und beherbergt seit 1997 das Wriezener Stadtmuseum, den Humpensaal und die Galerie.
  • Wildgehege: Auf einer 10 Hektar großen Fläche am nordwestlichen Stadtrand wird seit 1989 Reh-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild in Gattern gehalten. Die geringe Stückzahl in den großräumigen Gehegen garantiert einen ungestörten Ablauf der Aktivzeiten des Wildes im natürlichen Umfeld. Der Mittelweg kann mit langsam fahrenden PKWs, auch von Rollstuhlfahrern, befahren werden.
  • Gebäude der Stadtsparkasse: Das imposante Gebäude wurde 1781 von dem Kammerrat Friedrich Wilhelm Noedelchen ursprünglich als Seidenbauhaus im Barockstil erbaut und später zum Wohnhaus umgebaut. Es beherbergte den Preußenkönig auf der Flucht nach der verlorenen Schlacht von Jena und Auerstädt, war während der französischen Besetzung Kommandantur, beherbergte später eine Militärmusikschule und ist seit Anfang Mai 1922 Kreisbankgebäude, auch heute noch Zweigstelle der Sparkasse Märkisch-Oderland.
  • Die ehemalige Taubstummenanstalt, in der sich heute das Rathaus der Stadt befindet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr


Öffentliche Einrichtungen

Die Stadt ist Amtssitz der Amtsverwaltung des Amtes Barnim-Oderbruch und Standort einer Justizvollzugsanstalt.

Persönlichkeiten

  • Samuel Bleichröder (* 15. Juli 1779 in Wriezen, † 30. Dezember 1855 in Berlin), Gründer eines bedeutenden Finanzimperiums, das unter seinem Sohn Gerson B. Weltruf erlangte
  • Leopold Bornitz (* 20. August 1806 in Wriezen, † 23. Mai 1853 in Landsberg/Warthe), Arzt und Schriftsteller, der dem Kreis Heinrich Laubes nahestand
  • August Leopold Crelle (* 11. März 1780 im Wriezener Ortsteil Eichwerder, † 6. Oktober 1856 in Berlin), preußischer Oberbaurat und Mitglied der Oberbaudirektion; Herausgeber zahlreicher mathematischer Lehrbücher und des „Journal für die reine und angewandte Mathematik“
  • Karl Dammköhler (* 1. Dezember 1856 in Wriezen, ermordet am 12. September 1909 in Deutsch- Neuguinea), Forscher und Handelsreisender
  • Michael Eulenburg (* 15. Juli 181 in Wriezen, † 7. Dezember 1887 in Berlin), Orthopäde; arbeitete vorwiegend in der Erforschung der Skoliose und errichtete 1851 an der Weidendammer Brücke in Berlin ein Institut für Orthopädie
  • Cornelia Froboess (* 28. Oktober 1943 in Wriezen), deutsche Schauspielerin und Schlagersängerin.
  • Robert Herlth (* 2. Mai 1893 in Wriezen, † 6. Januar 1962 in München), einer der bedeutendsten deutschen Filmarchitekten
  • Ingrid Köppe, Bürgerrechtlerin in der DDR, lebt in Wriezen
  • Konrad Karl Richard Müller (* 1891 in Wriezen, † 1978 in Köln), Maler und Weltenbummler
  • Erwin Ross (* 24. Oktober 1926 in Wriezen), Maler im Amüsierviertel von St.Pauli („der Rubens von St. Pauli“)
  • Emil Steinweg (* 15. Januar 1836 in Wriezen, † 18. August 1921 in Berlin), studierte Geschichte, Philosophie und Philologie; lebte als freier Schriftsteller in Storkow, Sachsen und Berlin. Schrieb zahlreiche Theaterstücke
  • Albrecht Thaer (* 6. August 1828 im Wriezener Ortsteil Lüdersdorf, † 13. Dezember 1906 in Gießen), Professor der Landwirtschaft in Berlin und ordentlicher Professor in Gießen; Enkel des Begründers der wissenschaftlichen Landwirtschaftskunde
  • Emil Vogel (* 21. Januar 1859 in Wriezen, † 16. Juni 1906 in Nikolassee), Musikgeschichtsforscher, Ehrenmitglied der Königlichen Akademie zu Florenz

Weblinks

Fußnoten

  1. Märkische Oderzeitung, 8. August 2006, S. 9 und http://www.wriezen.de/index.php?m=7&id=
  2. Märkische Oderzeitung, 19. September 2005, S. 10
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