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Wolfram von Soden

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Wolfram Freiherr von Soden (* Berlin, 19. Juni 1908; † 6. Oktober 1996) war einer der bedeutendsten deutschen Altorientalisten.

Leben und Werk

Von Soden studierte bei Benno Landsberger und promovierte 1932 mit einer Arbeit zum Thema „Der hymnisch-epische Dialekt des Akkadischen “. 1936 wurde er – gerade erst 28jährig – als Professor an die Universität Göttingen berufen. Während sein alter Lehrer Landsberger aufgrund der nationalsozialistischen Rassenpolitik Deutschland verließ, trat von Soden 1934 erst der SA, 1937 schließlich der NSDAP bei. Die nationalsozialistische Wissenschaftspolitik unterstützte er mit Werken wie „Der Aufstieg des Assyrerreichs als geschichtliches Problem“ (1937) und „Arabische wehrsprachliche Ausdrücke“ (1942). Auch ideologisch gefärbte Angriffe auf seinen Doktorvater entstanden in dieser Zeit. Einer Einberufung zur Wehrmacht konnte er 1940 mit einem Wechsel auf einen Lehrstuhl an der Universität Berlin entgehen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde von Soden als Vorbelastetem der Wiedereintritt in den Lehrbetrieb verwehrt. Aufgrund seiner außerordentlichen Fähigkeiten und weil sein früherer Lehrer Benno Landsberger sich aus den USA für ihn einsetzte, wurde er 1955 nach Wien berufen. Später ging er nach Münster, wo er bis zu seiner Emeritierung lehrte. Seine wissenschaftliche Fachbibliothek hinterließ er 1996 dem sich damals im Aufbau befindlichen Institut für Altorientalistik an der Universität Leipzig, dem Ort, wo sein Lehrer Landsberger lange Zeit gewirkt hatte.

Trotz der Fehler, die von Soden in der Zeit des Nationalsozialismus begangen hat, bleibt sein wissenschaftliches Werk unbestritten. Werke wie „Grundriss der akkadischen Grammatik“ und „Akkadisches Handwörterbuch“ sind bis heute in der Forschung nicht zu ersetzen und zeugen von Wolfram von Sodens hoher Gelehrsamkeit. Neben Friedrich Delitzsch, Adam Falkenstein, Benno Landsberger und Dietz Otto Edzard ist er als eine der prägendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Altorientalistik zu nennen.

Schriften

  • Das akkadische Syllabar, Pontificium Institutum Biblicum Rom 1948
  • Grundriss der akkadischen Grammatik, Pontificium Institutum Biblicum, Rom 1952
  • Sumerische und akkadische Hymnen und Gebete (mit Adam Falkenstein), Artemis, Zürich-Stuttgart 1953
  • Akkadisches Handwörterbuch, 3 Bände, Harrassowitz, Wiesbaden 1959-1982
  • Einführung in die Altorientalistik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985 (Orientalistische Einführungen in Gegenstand, Ergebnisse und Perspektiven der Einzelgebiete) ISBN 3-534-07627-3

Weblinks

Wikipedia
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