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Wolfgang Dientzenhofer

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Wolfgang Dientzenhofer (* 16. März 1648 in Oberulpoint, Au bei Aibling, jetzt Bad Feilnbach, † 18. Mai 1706 in Amberg), war ein deutscher Baumeister des Barock.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Familie

Wolfgang gehörte der oberbayerischen Baumeisterfamilie der Dientzenhofer an. Er wurde als 3. Kind der Eheleute Georg Dientzenhofer und Barbara, geb. Thanner in Oberulpoint geboren. 1654 siedelte die Familie auf den Gugghof oberhalb von St. Margarethen um.

Über seine Ausbildung und Jugend ist wenig bekannt. Es wird vermutet, dass er in der Flintsbacher Schule Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt, anschließend eine Maurerlehre absolviert hat und nach 1665 über Passau nach Prag gewandert ist. Wie seine Brüder Georg, Christoph, Leonhard und Johann ist er für 1678 - anlässlich der Hochzeit seiner Schwester Anna mit Wolfgang Leuthner, einem Verwandten des Baumeisters Abraham Leuthner, - in Prag nachgewiesen.

Baumeister in Böhmen

Vermutlich schon ab 1677 hat Wolfgang Dientzenhofer als Polier des Prager Baumeisters Martin Reiner am Bau des Franziskanerklosters in Arnau (Ostböhmen) gearbeitet. Jedenfalls beantragte er 1679 das Arnauer Bürgerrecht, wofür er einen Geburtsbrief vom Pfleggericht Aibling vorlegen musste. Nach Reiners Tod 1680 erhielt er mit Vertrag vom 11. März 1681 - in dem er als Maurermeister bezeichnet wird - den Auftrag, das Franziskanerkloster nach den bisherigen Plänen fertigzustellen. Man kann annehmen, dass es sich bei diesem Auftrag um seinen ersten selbständigen Bau handelte. 1683 lebte er wieder in Prag als Bürger der Kleinseite. Zwei Jahre später war er vermutlich wieder in Arnau, da angenommen wird, dass die Franziskaner-Klosterkapelle, die ab 1685 nach Reiners Plänen errichtet wurde, unter seiner Bauleitung gebaut wurde.

Zurück in Bayern

1689 – es ist das Todesjahr seines ältesten Bruders Georg - taucht Wolfgang Dientzenhofer im oberpfälzischen Amberg auf, wo er im Klosterviertel wohnte und als Bauleiter bei Umbauarbeiten am Jesuitenkolleg tätig war. In der Nachfolge von Georg übernahm er in diesem Jahr die Bauleitung für die Wallfahrtskirche Mariä Namen in Trautmannshofen, die 1691 fertig gestellt wurde. Seine ersten Auftraggeber für selbständige Bauten in der Oberpfalz waren die Benediktiner (Kloster Michelfeld und Ensdorf) und die Prämonstratenser (Speinshart), sowie für Kloster und Kirche Weißenohe der Fürstbischof von Bamberg.

Wolfgang Dientzenhofer war nicht nur als Baumeister sondern auch als Bauunternehmer tätig. Neben einheimischen beschäftigte er auch Handwerker aus seiner oberbayerischen Heimat. Einige seiner Werke entstanden in Zusammenarbeit mit den Gebrüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam.

Obwohl seine Werke archivalisch gut belegt sind, wurden sie bisher durch Kunsthistoriker wenig untersucht. Auch seine Biographie ist erst seit einigen Jahrzehnten bekannt.

Ehren und Wohlstand

Nachdem er den mehrjährigen Auftrag für den Bau von Kloster und Kirche der Salesianerinnen bekam, gab er 1693 sein Prager Bürgerrecht auf und bemühte sich um das Amberger Bürgerrecht, das ihm erst am 22. Juni 1695 verliehen wurde. Wenige Wochen später erwarb er in der Klostergasse (heute Schulgasse 11) ein Haus für sich und seine Familie.

Im selben Jahr folgte die Ernennung zum Hofbaumeister bei der kurfürstlichen Regierung in Amberg, weshalb er auch als der Amberger Dientzenhofer bezeichnet wird. Als Hofbaumeister unternahm er mehrere Reisen.

Privates

Georgs Ehefrau Anna Isabella, deren Mädchenname nicht bekannt ist, gebar acht Kinder. Nach Wolfgangs Tod - den sie um 34 Jahre überlebte - wohnte sie mit ihren sieben unmündigen Kindern im Stadtschreiberhaus.

Werke

Sakralbauten

Profanbauten

  • Amberg
    • Rentamt
    • Wohnhaus Schulstraße 11

Fälschlich zugeschriebene Werke

Einige der ihm bisher zugeschriebenen Werke stammen von dem Aiblinger Stadtbaumeister Wolfgang Dinzenhofer (1678-1747)[1], z. B.

Literatur

  • Milada Vilímková, Johannes Brucker: Dientzenhofer. Eine bayerische Baumeisterfamilie in der Barockzeit. Rosenheimer Verlagshaus, 1989, ISBN 3-475-52610-7
  • Hans Zimmer: Die Dientzenhofer. Ein bayerisches Baumeistergeschlecht in der Zeit des Barock. Rosenheim 1976. ISBN 3-475-52149-0
  • Alexander von Reitzenstein: Reclams Kunstführer Deutschland. Band I: Bayern. Reclam, Stuttgart 1956, ISBN 3-15-008055-X
  • Ernst Götz (Hrsg.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern IV: München und Oberbayern. Dt. Kunstverlag, München/Berlin 1990, ISBN 3-422-03010-7

Weblinks

Fußnoten

  1. eine Beschreibung seines Lebens findet sich auf S. 73 bei Milada Vilímková, Johannes Brucker: Dientzenhofer. Eine bayerische Baumeisterfamilie in der Barockzeit. ISBN 3-475-52610-7
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