Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Wolfen

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Disambig-dark.svg Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Wolfen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Wolfen.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Bitterfeld
Verwaltungsge-
meinschaft
:
Wolfen
Koordinaten: Koordinaten: 51° 40′ N, 12° 17′ O51° 40′ N, 12° 17′ O
Höhe: 74–90 m ü. NN
Fläche: 23,13 km²
Einwohner: 25.271 (29. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 1093 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06766
Vorwahl: 03494
Kfz-Kennzeichen: BTF
Gemeindeschlüssel: 15 1 54 044
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Reudener Straße 72
06766 Wolfen
Webpräsenz:
Oberbürgermeisterin: Petra Wust (parteilos)

Wolfen ist eine Stadt im Südosten von Sachsen-Anhalt, südlich von Dessau, nordöstlich von Halle (Saale) und nördlich von Bitterfeld.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Wolfen liegt etwa 30 km nordöstlich von Halle (Saale) und 45 km nördlich von Leipzig. Östlich befindet sich der Muldestausee, südlich schließt sich die Nachbarstadt Bitterfeld an. Die Fuhne fließt durch Wolfen. Wolfen liegt im Naturraum Bitterfelder Bergbaurevier. Am östlichen Ortsrand der Stadt befindet sich der Wolfener Busch.

Direkt angrenzende Gemeinden sind Bobbau, Greppin, Jeßnitz (Anhalt), Sandersdorf, Thalheim und Zörbig.

Geschichte

Wolfen ist eine Chemiestadt, die ihre Entwicklung hauptsächlich der von Agfa 1909 erbauten Filmfabrik Wolfen verdankt. So entstand unter anderem hauptsächlich für die Arbeiter der Filmfabrik Wolfen der Neubaukomplex Wolfen-Nord. In Wolfen wurde 1936 der Farbfilm erfunden, das Patent 1945 von amerikanischen Truppen beschlagnahmt und an den US-Konzern Kodak übergeben.

Nach Kriegsende wurde die Film- und Faserproduktion zunächst als fortgesetzt und am 31. Dezember 1953 als VEB Film- und Chemiefaserwerk Agfa Wolfen an die DDR übergeben. Im Jahr 1964 erfolgte die Umstellung des Warenzeichens von Agfa auf ORWO (Original Wolfen). Nach der Wende scheiterte die Privatisierung der Filmfabrik. Schließlich wurde 1994 die Liquidation des Gesamtwerkes eingeleitet. Teilprivatisierungen führten zur Gründung der ORWO-Net (Foto-Colorlabor) und der FilmoTec GmbH (Filmherstellung).

Am 7. Oktober 1958 wurde der bisherigen Gemeinde Wolfen das Stadtrecht verliehen.

Seit 1990 ging die Einwohnerzahl Wolfens um 42 Prozent zurück, von 43.900 auf etwa 25.000 im Jahr 2005.

Der Ortsteil Wolfen-Nord ist ein typisches Beispiel für die sogenannten Satellitenstädte im Osten Deutschlands, die von Plattenbauten geprägt und seit 1990 von Arbeitslosigkeit, starkem Wohnungsleerstand und Abwanderung betroffen sind. Wolfen-Nord wurde in den 1960er- bis 1980er-Jahren hauptsächlich für die arbeitende Bevölkerung aller Schichten aus der Filmfabrik Wolfen, dem Chemiekombinat Bitterfeld, der Rohrwerke Bitterfeld und anderen Industrie- und Bildungszweigen gebaut. Während 1993 noch circa 33.000 Einwohner in Wolfen-Nord lebten, sind es heute weniger als 15.000 Einwohner. Durch Wegzug in attraktivere Gegenden und in den Westen Deutschlands ist Wohnungsleerstand zum größten Problem des Stadtteils geworden. Dem wird seit dem Jahr 2000 vor allem durch umfangreiche Abrissarbeiten begegnet. Allein in der Rückbauplanung für 2005/2006 wurden 1.182 Wohnungen mit über 70.000 m² Wohnfläche als Abrissobjekte festgelegt.

Eingemeindungen

  • 1961: Steinfurth (bis dahin zu Jeßnitz (Anhalt) gehörend)
  • Mai 1993: Reuden an der Fuhne
  • 2004: Rödgen mit Zschepkau im Jahr

Einwohnerentwicklung

Wolfen hat seit der Wende annähernd die Hälfte seiner Einwohner verloren und zählt damit zu jenen Städten in Ostdeutschland, die mit am stärksten von Abwanderung betroffen sind.

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

Datenquelle ab 1995: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

(1 29. Oktober | 2 31. August)

Politik

Wappen

Blasonierung: „Geviert von 1:4 Gold und 2:3 Blau; Feld 1: ein schwarzer Rundkolben, Feld 2: zwei aufgerichtete goldene Ähren, Feld 3: perforiertes silbernes Filmsegment, Feld 4: schräg gekreuzte schwarze Schlägel und Eisen.“

Städtepartnerschaften

Städtefusion

Zum 1. Juli 2007 wird die Stadt Wolfen mit der Nachbarstadt Bitterfeld und den Gemeinden Greppin, Thalheim, Holzweißig und voraussichtlich am 1. Juli 2009 mit Bobbau fusionieren und die zukünftige Stadt Bitterfeld-Wolfen mit circa 50.000 Einwohnern bilden. Bitterfeld-Wolfen wird voraussichtlich die Einwohnerzahl der Lutherstadt Wittenberg leicht übertreffen und damit die viertgrößte Stadt in Sachsen-Anhalt sein.

Zudem schließen sich die beiden Landkreise Bitterfeld und Köthen zusammen mit großen Gebieten des Landkreises Anhalt-Zerbst ebenfalls am 1. Juli 2007 im Zuge der Kreisgebietsreform Sachsen-Anhalt zusammen. Der neu entstehende Landkreis wird dann Anhalt-Bitterfeld heißen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturhaus

Das Kulturhaus Wolfen wurde 1927 von den Agfa-Werken erbaut und diente auch während er Zeit der späteren Filmfabrik Wolfen als Veranstaltungsort für die Mitarbeiter des Werkes. 1991 wurde es von der Stadt übernommen und wird seither als lokale und regionale Veranstaltungsstätte genutzt. Es gibt zwei Säle, Konferenz- und Beratungsräume, eine Bibliothek sowie Atelier und Keramikwerkstatt. Auf den verschiedenen Bühnen finden auch regelmäßig Theaterveranstaltungen statt.

Museen

  • Industrie- und Filmmuseum
    • Geschichte der Filmfabrik Wolfen
    • Geschichte von Agfa und ORWO
    • Dokumentation der Rohfilmherstellung anhand historischer Maschinen
    • zahlreiche Sonderausstellungen zur historischen und zeitgenössischen Fotografie
Bild:Wolfen Gebäude 041.jpg
Das ehemalige ORWO-Verwaltungsgebäude "041"

Bauwerke

  • Wolfen besitzt die größte überdachte Freilichtbühne Sachsen-Anhalts
  • Ehemaliges, denkmalgeschütztes ORWO-Verwaltungsgebäude "041". Es soll möglicherweise später als Rathaus der neu gebildeten Stadt Bitterfeld-Wolfen dienen.

Sport

  • In Wolfen existieren 43 Sportvereine. Einer der bekanntesten Sportvereine ist der Fußballverein FC Grün-Weiß Wolfen, der als BSG Chemie Wolfen lange Jahre in der DDR-Liga spielte.
  • Der Handball-Verein HSG Wolfen 2000 ist der höchstklassige Sportverein des Kreises Bitterfeld. Die Handballer spielen in der Regionalliga Nord, der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Alljährlich im Frühjahr die "Wolfener Kneipennacht"
  • Alljährlich im Juni das "Vereins-und Familienfest"
  • Alljährlich in der Adventszeit die "Wolfener Weihnacht"

Verkehr

  • Wolfen liegt nahe der Bundesautobahn 9 und hat dort die Anschlussstelle "Wolfen"

Ansässige Unternehmen

  • Q-Cells (weltweit größter Hersteller von mono- und multikristallinen siliciumbasierten Hochleistungs-Solarzellen)
  • Kesla-Gruppe (stellt u. a. die bekannte Wofacutan Waschlotion her)
  • UHU GmbH & Co. KG
  • Guardian Flachglas GmbH
  • Folienwerk Wolfen
  • ORWO Net GmbH (Photodienstleister)
  • IPI GmbH (Hersteller von AC-Folien)
  • FilmoTec GmbH (Hersteller von Filmen)

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1967, 8. März: Janina Stanislawska (polnische Zwangsarbeiterin in der Filmfabrik)
  • 1997, 21. Dezember: Bischof Axel Noack
  • 2000, 3. Oktober: Ingrid Bolzmann-Dillenberger († 9. Mai 2005) - Ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin der Wolfener Partnerstadt Witten

Söhne und Töchter der Stadt


Literatur

Sebastian Kranich: Erst auf Christus hören, dann auf die Genossen. Bausoldatenbriefe: Merseburg, Wolfen, Welzow 1988/89, Projekte-Verlag 188, Halle 2006, 471 S., 19,80 €, ISBN 3-86634-125-3


Weblinks


hsb:Wolfen
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wolfen, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge