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Wladimir Woytinsky

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Wladimir Woytinsky (* 12. November 1885 in St. Petersburg, † 11. Juni 1960 in New York) war ein Wirtschaftstatistiker und Wirtschaftspolitiker, der als Leiter der statstischen Abteilung des ADGB in der Weltwirtschaftskrise ein expansives Wirtschaftsprogramm, den WTB-Plan anregte.

Der Sohn eines jüdischen Mathematikprofesssors trat während der russischen Revolution von 1905 als Vorsitzender des Petersburger Studentenrates hervor und wurde deshalb 1908 bis 1912 nach Sibirien deportiert. Nach der Februarrevolution von 1917 vertrat er demokratische Ansichten und geriet deshalb in wachsenden Gegensatz zum ab November 1917 etablierten diktatorischen Sowjetsystem. 1922 kam Woytinsky nach Deutschland, wo er ab 1929 Leiter der statistischen Abteilung des ADGB wurde. Als solcher regte er als Hauptverfasser des im April 1932 vom ADGB formell beschlossenen WTB - Planes eine expansive Wirtschaftspolitik in der Krise an, begegnete aber der Skepsis der in der gemäßigten Linken damals vorherrschenden Strömung, die mehr zur finanzpolitischen Orthodoxie neigte. 1933-35 war Woytinsky bei der International Labour Organisation (ILO) in Genf tätig, 1935 emigrierte er als Anhänger des New Deal in die USA. Dort erschien auch nach seinem Tod (1961) Woytinskys Autobiographie "Stormy Passage".

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