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Wissenschaftlich-humanitäres Komitee
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Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee war der erste Versuch in der Geschichte, sich gegen antihomosexuelle Strafgesetze zu organisieren und die Öffentlichkeit über das „Wesen der mann-männlichen Liebe“ aufzuklären.
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1897-1933
Das WhK wurde am 15. Mai 1897 von Magnus Hirschfeld zusammen mit dem Verleger Max Spohr, dem Juristen Eduard Oberg und dem Schriftsteller Max von Bülow gegründet. Das Komitee diente dem Zweck, eine kritische Öffentlichkeit für die Streichung des Paragraphen 175 zu mobilisieren, welcher den Beischlaf zwischen Männern mit Gefängnis bedrohte.
Das WhK war eng mit Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft verbunden. Von diesem übernahm es eine Reihe wissenschaftlicher Theorien, die allesamt darauf hinausliefen, Homosexuelle als ein biologisch „drittes Geschlecht“ zwischen Mann und Frau zu konstruieren. Diese Art der Theoriebildung geriet bereits in der Weimarer Republik in eine Außenseiterrolle. Ihr Ziel war es, durch den Nachweis der Angeborenseins der Homosexualität das Strafrecht für unanwendbar zu erklären.
Die biologistische Tendenz, die Hirschfeld dem Komitee gab, stieß innerhalb des WhK von Anfang an auf Widerspruch. Doch erst am 24. November 1929 gelang es seinen internen Konkurrenten, allen voran dem KPD-Funktionär Richard Linsert, Hirschfeld zum Rücktritt zu zwingen. Nachfolger wurde der Sanitätsrat Dr. Otto Juliusburger und Dr. jur. Kurt Hiller wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt. Juliusburger bewirkte in der kurzen Zeit, die bis zur Auflösung des Komitees durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 verblieb, eine Umorientierung des WhK, die es aus seiner wissenschaftlichen Isolation befreite. Statt auf biologische wurde jetzt der Schwerpunkt auf psychologische und soziologische Forschungserkenntnisse gesetzt.
Das Komitee hatte seinen Sitz in Berlin und Zweigstellen in etwa 25 deutschen, österreichischen und niederländischen Städten. Obwohl es nie mehr als 500 Mitglieder hatte, gilt es als wichtiger Meilenstein der homosexuellen Emanzipationsbewegung.
Versuche von Neugründungen
1949 - Giese-WhK
Am 19. Oktober 1949 rief Hans Giese zusammen mit Hermann Weber (1882-1955), der von 1921 bis 1933 Leiter der Ortsgruppe Frankfurt war, in Kronberg eine Neugründung des WHK ins Leben. Auch Kurt Hiller arbeitete mit, doch endete diese Kooperation durch Konkurrenzgefühl und innere Distanz der beiden Forscher nach wenigen Monaten. In Berlin-Zehlendorf wurde eine Gruppe Gruppe Groß-Berlin des WHK von Werner Hesse, Werner Becker und Hans Borgward konstituiert. Dem WHK wurde der Eintrag im Vereinsregister verweigert und so erklärte Giese dasselbe Ende 1949 oder Anfang 1950 für aufgelöst und gründete stattdessen die Gesellschaft für Reform des Sexualstrafrechts e. V., welche bis 1960 bestand.[1][1]
1962 - Hiller
1955 kehrte Kurt Hiller nach Hamburg zurück und wollte dort 1962 das WhK neu zu gründen. Er blieb dabei aber isoliert und der Versuch scheiterte.[1]
1998 - Das neue „whk“
Im Jahre 1998 wurde - unter anderem entstanden aus der Initiative "Beck ab!" gegen den Bundestagsabgeordneten Volker Beck[1] - unter dem Namen wissenschaftlich-humanitäres komitee (whk) eine neue Verbindung und ein zugehöriger Förderverein gegründet. Ein Bezug zum historischen WhK besteht nur durch den Namen und den Einsatz in schwullesbischen Themenbereichen. Die neue Verbindung nimmt in vielen Fragen eine konträre Position zum von ihr als bürgerlich-konservativ angesehenen LSVD ein und fühlt sich der revolutionären Linken verbunden. Das wissenschaftlich-humanitäre komitee gibt die Zeitschrift Gigi - Zeitschrift für sexuelle Emanzipation[1] heraus, die 2001 mit einem Sonderpreis des Felix-Rexhausen-Preises ausgezeichnet wurde.
Auf der Webseite des neuen whk[1] heißt es zur Gründung:
- „So haben wir uns entschlossen, den Grundgedanken des historischen Whk wieder aufzugreifen und ihn – konsequenterweise unter demselben Namen – schöpferisch auf unsere Zeit, ihre konkreten Gegebenheiten anzuwenden. Das setzt in unseren Augen neben enger Verbindung zu anderen Befreiungsbestrebungen und -bewegungen eine radikale Prüfung, Kritik und Infragestellung aller gesellschaftlichen Verhältnisse voraus. Denn die Befreiung der Sexualität in einer ansonsten unfreien Gesellschaft ist schlechterdings unmöglich.“
Quellen
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