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William of Sherwood

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William of Sherwood, latinisiert Guilelmus de Shyreswood, (* um 1200/1210 in Nottinghamshire, † um 1266/1272) war ein englischer Logiker des Mittelalters. 1252 Magister in Oxford.

Die Datierung seiner Introductiones in logicam wird unterschiedlich eingeschätzt (1230-1250). Vermutlich ist sein Traktat aber früher als der verbreitetere ähnliche Tractatus seines Zeitgenossen Petrus Hispanus. Wegen der Unabhängigkeit beider Traktate hat ihre einprägsamen Darstellung der Syllogistik des Aristoteles für den scholastischen Unterricht vielleicht einen unbekannten Vorläufer. Da sie sich bis heute erhalten hat und immer noch zur Aristoteles-Interpretaton herangezogen wird, ist sie bedeutungsvoll. Sie übersetzt wie Boethius die schwer verständlichen aristotelischen Syllogistik-Prädikate in unmittelbar verständliche lateinische Prädikate (mit vertauschten Variablen) und kürzt sie durch Vokalsymbole ab:

symbolisches Prädikat scholastisches Prädikat deutsche Übersetzung aristotelisches Prädikat
AaB omnes A est B Jedes A ist B B ist jedem A eigen
AeB nullum A est B Kein A ist B B ist keinem A eigen
AiB quidam A est B Irgendein A ist B B ist irgendeinem A eigen
AoB quidam A non est B Irgendein A ist kein B B ist irgendeinem A nicht eigen

Dies ist nur eine äußerliche Modifikation, mit der die scholastische Syllogistik in die aristotelische übersetzbar ist und auch wieder zurück. Den logischen Gehalt tastet sie nicht an. Daher besteht der logische Fortschritt nur in der Symbolisierung mit ihrem mnemotechnischen Zweck: Ein Merkgedicht zählt die aristotelischen Syllogismen mit Namen auf, deren erste drei Vokale jeweils die vorkommenden Prädikate der Reihe nach anzeigen:

Barbara celarent darii ferio baralipton
celantes dabitis fapesmo frisesomorum;
cesare campestres festino baroco; darapti
felapton disamis datisi bocardo ferison.

Folgende Tabelle zeigt die Übertragung in Syllogismen mit zwei Prämissen und einer Konklusion (→ bedeutet „also“):

Merkname Syllogismus Figur
barbara BaA, CaB → CaA 1. Figur nach Aristoteles
celarent BeA, CeB → CeA
darii BaA, CiB → CiA
ferio BeA, CiB → CoA
baralipton BaA, CaB → AiC 1. Nebenfigur nach Theophrast
celantes BeA, CaB → AeC
dabitis BaA, CiB → AiC
fapesmo BaA, CeB → AoC
frisesomorum BiA, CeB → AoC
cesare NeM, XaM → XeN 2. Figur nach Aristoteles
camestres NaM, XeM → XeN
festino NeM, XiM → XoN
baroco NaM, XoM → XoN
darapti SaP, SaR → RiP 3. Figur nach Aristoteles
felapton SeP, SaR → RoP
datisi SaP, SiR → RiP
bocardo SoP, SaR → RoP
ferison SeP, SiR → RoP

Aus den Syllogismen der 1. Figur sind die übrigen Syllogismen ableitbar, wobei der Anfangskonsonant jeweils angibt, welcher Syllogismus der 1. Figur benützt wurde. Die übrigen Konsonanten zeigen die zur Ableitung benutzten logischen Argumente an, der Buchstabe c beispielsweise den indirekten Beweis: baroco und bocardo werden also aus barbara mit indirektem Beweis abgeleitet.


Werke

  • Introductiones in logicam = Einführung in die Logik. Lat.-dt., hrsg. v. Hartmut Brands u. Christoph Kann. Meiner, Hamburg 1995. ISBN 978-3-7873-1463-8

Literatur

  • Artikel "Wilhelm von Sherwood" in: Lexikon des Mittelalters, IX, 190.

Weblinks

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