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William Walker (Söldner)
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William Walker (* 8. Mai 1824 in Nashville, Tennessee; † 12. September 1860) war ein US-amerikanischer Arzt, Anwalt, Journalist, Abenteurer und Söldner, der Mitte des 19. Jahrhunderts versuchte, mehrere Staaten in Mittelamerika zu erobern. Von 1856 bis 1857 war er Präsident der Republik von Nicaragua. 1860 wurde er von der honduranischen Regierung hingerichtet.
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Biographie
Walker wurde 1824 in Nashville, Tennessee geboren. Er studierte Medizin an den Universitäten von Edinburgh und Heidelberg. Mit 19 schloss er das Medizinstudium an der Universität von Pennsylvania ab und war kurzzeitig als Arzt in Philadelphia tätig um dann in New Orleans Jura zu studieren.
Nach einer kurzen Tätigkeit als Anwalt wurde Walker Herausgeber des New Orleans Crescent. 1849 zog er nach San Francisco, war weiterhin als Journalist tätig und wurde dreimal in Duellforderungen verwickelt. Bei zwei Duellen wurde er verwundet. Während seiner Zeit in San Francisco entwickelte er die Idee, Teile Lateinamerikas zu erobern und von weißen Nordamerikanern beherrschte Staaten zu gründen (Filibustering).
Reise nach Baja California und Sonora
1853 versuchte Walker mit 45 Mann sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, und die mexikanischen Gebiete Baja California und Sonora zu erobern. Er besetzte La Paz, die Hauptstadt der dünnbesiedelten Baja California, und rief sich zum Präsidenten der Republic of Lower California aus. Drei Monate später erklärte er die Baja California zum Teil der größeren Republic of Sonora, obwohl es ihm nie gelang Sonora zu erobern. Mangelnder Nachschub und unerwartet heftiger Widerstand der mexikanischen Regierung zwangen Walker schnell zum Rückzug. In Kalifornien wurde er wegen illegaler Kriegsführung vor Gericht gestellt. Die Jury, beeinflusst von den Ideen des Manifest Destiny sprach ihn nach acht Minuten Beratungszeit von den Anschuldigungen frei.
Herrscher über Nicaragua
Walker wurde im 1855 ausgebrochenen nicaraguanischen Bürgerkrieg von der liberalen Kriegspartei zu Hilfe gerufen. Am 4. Mai stach er mit einer Söldnertruppe von 57 Mann trotz Verbots der US-Behörden von San Francisco aus in See. Er übernahm rasch die Macht in Nicaragua und herrschte als Oberbefehlshaber der Armee durch die Marionettenregierung von Patricio Rivas. Trotz der offensichtlichen Unrechtmäßigkeit dieses Unternehmens erkannte US-Präsident Franklin Pierce Walker am 20. Mai 1856 als legitimen Herrscher Nicaraguas an. Walker heuerte weitere Europäer und Amerikaner an um auch die vier weiteren unabhängigen zentralamerikanischen Staaten Guatemala, El Salvador, Honduras und Costa Rica unter seine Gewalt zu bringen.
Ein Streit über die durch Nicaragua führende Transitroute von New York nach San Francisco führte schließlich zum Bruch zwischen Walker und der US-Regierung. Bis zur Eröffnung einer durchgehenden Eisenbahnverbindung führte der schnellste Weg von der US-Ostküste nach Kalifornien über Nicaragua. Passagiere und Fracht wurden per Schiff von New York zur nicaraguanischen Atlantikküste und weiter über den Rio San Juan bis zum Nicaraguasee transportiert. Nach einem kurzen Landweg per Kutsche bis zur Pazifikküste erfolgte der Weitertransport per Schiff bis zur amerikanischen Westküste.
Die ehemalige nicaraguanische Regierung hatte die Konzession für diese Verbindung der von Cornelius Vanderbilt kontrollierten Accessory Transit Company erteilt. Vanderbilt hatte Walker ursprünglich unterstützt, in der Hoffnung auf eine Stabilisierung Nicaraguas. Walker nutzte angebliche Verstöße der Accessory Transit Company um die Konzession zurückzuziehen und Vanderbilts Rivalen Cornelius K. Garrison and Charles Morgan zu erteilen, die Walkers weitere militärische Pläne finanziell unterstützten.
Vanderbilt übte erfolgreich Druck auf die US-Regierung aus, die Anerkennung von Walkers Regime zurückzunehmen. Darüberhinaus unterstützte er einen Versuch der mittelamerikanischen Staaten unter Führung Costa Ricas, Walkers Nachschubwege abzuschneiden.
Nach einer Wahl ohne Gegenkandidaten erklärte sich Walker im Juli 1856 zum Präsidenten Nicaraguas. Wegen der für ihn immer prekärer werdenden Lage suchte er Unterstützung bei den Bewohnern der US-amerikanischen Südstaaten. Viele weiße Südstaatler erwarteten das baldige Ende der Sklaverei, Basis ihrer traditionellen Wirtschaftsweise, in den USA. Walker stellte seine Eroberungen als Kampf für die Ausbreitung der Sklaverei dar und erklärte Nicaraguas Emanzipationsedikt von 1824 für ungültig, mit dem die Sklaverei abgeschafft worden war. Walkers Popularität in den Südstaaten stieg zwar, aber seine Armee, geschwächt durch eine Choleraepidemie und zahlreiche Überläufe, kam gegen die von Vanderbilt unterstützte Koalition der zentralamerikanischen Staaten nicht an.
Am ersten Mai 1857 ergab sich Walker der US-Armee und wurde in die USA zurückgebracht. Bei seiner Ankunft in New Orleans wurde er als Held gefeiert, brachte die öffentliche Meinung aber gegen sich auf, als der die US-Navy für seine Niederlage verantwortlich machte. Sechs Monate später unternahm er einen weiteren Eroberungsversuch und wurde erneut von der US-Navy festgenommen und in die USA zurückgebracht. In der Öffentlichkeit wurde die Rechtmäßigkeit dieser Festnahme kontrovers diskutiert.
Der deutsche Autor Alfred Neumann (* 15. Oktober 1895 in Lautenburg; † 3. Oktober 1952 in Lugano) schrieb zwischen Herbst 1941 und Frühling 1948 in der südkalifornischen Emigration den biographischen Roman „Der Pakt“.
Die nicaraguanische Episode wurde 1987 unter dem Titel „Walker“ mit Ed Harris in der Titelrolle verfilmt. Regisseur Alex Cox wurde auf der Berlinale 1988 für den Goldenen Bären nominiert. Der Franzose Patrick Deville schrieb 2004 über ihn einen Roman.
Siehe auch
Roman
- Patrick Deville Pura Vida: Vie et mort de William Walker Paris: Seuil, 2004 ISBN 2020628775; Spanisch 2005 ISBN 8432227870; Deutsch: Innsbruck, Haymon, 2007 ISBN 349204249x ISBN 9783492042499 Rez. [1] (deutsch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Walker, William |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Arzt, Anwalt, Journalist, Abenteurer und Söldner |
| GEBURTSDATUM | 8. Mai 1824 |
| GEBURTSORT | Nashville, Tennessee |
| STERBEDATUM | 12. September 1860 |
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