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Willi Bleicher

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Bild:Willi-bleicher-dgb-haus-stuttgart.jpg
Willi Bleicher von Klaus Mausner im Stuttgarter DGB-Haus
Willi Bleicher (* 27. Oktober 1907 in Stuttgart-Cannstatt; † 23. Juni 1981 in Stuttgart) war ein deutscher Gewerkschafter.

Wie sein Vater arbeitete Bleicher als Schlosser bei Daimler-Benz und trat früh dem Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV) bei, dessen Jugendleiter in Stuttgart er 1926 bis 1927 war. In den 1920er Jahren trat er in die KPD ein, wurde aber 1929 wegen Kritik an mangelnder "innerparteilicher Demokratie" ausgeschlossen und Mitglied der Abspaltung Kommunistische Partei-Opposition (KPD-O).

Nach dem Regierungsantritt Hitlers emigrierte er zunächst in die Schweiz und dann nach Frankreich, wurde aber 1934 bei einem Deutschlandaufenthalt von der Gestapo verhaftet und wegen Gefährdung der Staatssicherheit und Vorbereitung zum Hochverrat zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, welche er im Jugendgefängnis Ulm verbüßte. 1938 nach dem Ende der Haftstrafe wurde er nicht freigelassen, sondern weiter im KZ Buchenwald gefangen gehalten, wo er bis zur Befreiung 1945 blieb und unter den Gefangenen durch Hilfsbereitschaft Ansehen gewann.

Nach dem Krieg engagierte er sich als Gewerkschafter, war ab 1948 hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär und stieg in den 1950er Jahren an die Spitze der IG Metall in Baden-Württemberg auf. Nachdem er sich 1945 zunächst wieder der KPD angeschlossen hatte, brach er 1951 mit dieser und trat zur SPD über. Er trat 1959 die Nachfolge von Ludwig Becker als Bezirksleiter des IG Metall Nordbaden-Nordwürttemberg an. Er galt als markanter Redner, der die Interessen der Arbeiter über alles andere stellte. 1972 setzte er sich zur Ruhe. Sein Nachfolger wurde Franz Steinkühler.

1977 erhält er zusammen mit Dr. Helmut Simon die Carl-von-Ossietzky-Medaille. Sie wird jährlich an Personen oder Gruppen verliehen, die sich besonders verdient gemacht haben für die Verteidigung der Menschenrechte.

Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart verlieh Bleicher 1979 ihre höchste Auszeichnung: die Bürgermedaille. Stuttgarts früherer Oberbürgermeister Manfred Rommel hatte damals unter großem Beifall gesagt: "In Willi Bleicher verbindet sich das Charisma des Arbeiterführers mit der Vernunft des Sachkundigen und der Menschlichkeit dessen, der mehr Unmenschlichkeit ertragen musste, als andere". [1]

Er starb 1981 an seinem Wohnort in Stuttgart; sein Grab befindet sich auf dem Steinhaldenfriedhof.

  • In Stuttgart-Mitte wurde 1999 am Haupteingang des Gewerkschaftshauses in der Willi-Bleicher-Straße 20 eine von Klaus Mausner geschaffene und von der IG Metall gestiftete Büste von Willi Bleicher enthüllt.
  • In Hattingen befindet sich die Bundesjugendbildungsstätte der DGB-Jugend. Diese ist im Andenken an den Gewerkschaftsführer und Kämpfer gegen den Faschismus "Willi-Bleicher Haus" benannt.

Quellen

  1. Stuttgarter Nachrichten 23.6.2006 - Der Tag, an dem Willi Bleicher starb

Weblinks


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