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Wilhelm Bracke
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Wilhelm Bracke (* 29. Mai 1842 in Braunschweig; † 27. April 1880 ebd.) war ein deutscher Sozialdemokrat, Verleger und Publizist. Er war maßgeblich an der Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP), der Vorläuferin der heutigen SPD beteiligt.
Leben und Werk
Geboren als Sohn eines braunschweiger Müllermeisters besuchte er, entgegen dem Wunsch seines Vaters, eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren, um später das väterliche Geschäft übernehmen zu können, nach seinem Besuch des Martino-Katharineums eine weiterführende Schule. Er selbst wollte später Physik oder Chemie studieren. Bereits während seines Studiums am Collegium Carolinum (heute: Technische Universität Braunschweig) wurde er Mitglied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), der von Ferdinand Lassalle gegründet wurde.
Mit der Zeit betätigte er sich zunehmend auf politischer Ebene. So gründete er 1865 eine Sektion Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in Braunschweig, organisierte Versammlungen und wurde Mitglied des Vorstandes des ADAV.
1869 lernte er Karl Marx in Hannover kennen, mit dem er Zeit seines Lebens in Kontakt bleiben sollte. Innerhalb des ADAV vertrat er die oppositionelle Ansichten, die er mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht teilte. Diese Tendenz führte zur Abspaltung einer Gruppe von Mitgliedern und führte zur Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands auf dem Gründungsparteitag vom 7. bis 9. August 1869 in Eisenach.
Nach Gründung der Partei wurde Wilhelm Bracke deren Sprecher; als erster Sitz wurde Braunschweig gewählt. 1870 wurde er verhaftet und wurde zu drei Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Haftentlassung gründete er einen eigenen Verlag sowie die Zeitung Braunschweiger Volksfreund. Er veröffentlichte u. a. die erste Biografie von Karl Marx.
Im Jahr 1872 wurde er als erster Sozialdemokrat zum Mitglied des Rates der Stadt Braunschweig gewählt. 1877 wurde er Abgeordneter im Reichstag. Aus gesundheitlichen Gründen musste er 1879 sein Mandat zurückgeben.
Am 27. April 1880 starb Wilhelm Bracke im Alter von 37 Jahren. Mehr als 30.000 Menschen gaben ihm am 2. Mai 1880 das letzte Geleit. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Petrifriedhof in Braunschweig.
Nach ihm wurde eine Schule in Braunschweig benannt, die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule (integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.)
Literatur
- Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert, Seite 85-86, Hannover, 1996
- Frieder Schöbel: Wilhelm Bracke - Dem Manne des Volkes, dem Freunde der Menschheit. 3. Aufl., Braunschweig, 2005, ISBN 3-926701-65-X
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bracke, Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sozialdemokrat, Verleger und Publizist |
| GEBURTSDATUM | 29. Mai 1842 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |
| STERBEDATUM | 27. April 1880 |
| STERBEORT | Braunschweig |
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