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Wilhelm Bluhm

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert den Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Für den SS-Sturmbannführer siehe Wilhelm Bluhm (SS-Mitglied)

Wilhelm Bluhm (* 24. Dezember 1898 in Hannover, † 25. Juli 1942 im KZ Sachsenhausen) war ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er engagierte sich im damaligen hannoverschen Arbeiter-Stadtteil Linden in der Widerstandbewegung Sozialistische Front. 1936 wurde er verhaftet und starb am 25. Juli 1942 im Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach ihm wurde die Wilhelm-Bluhm-Straße in Hannover-Linden benannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend und Ausbildung

Wilhelm Bluhm wuchs als eines von neun Kindern in einer Arbeiterfamilie auf. Er war das dritte Kind und der erste Sohn seiner Eltern. Da die Familie sich durch die zahlreichen Geburten immer weiter vergrößerte, zog Wilhelm in seiner Jugend zwölfmal - immer innerhalb des späteren Stadtteils Hannover-Linden - um. Nach der Volksschule begann er eine Schlosserlehre bei der Hanomag. Da der Vater, ein Metallarbeiter, schon früh verstarb (1917), sorgte der älteste Sohn Wilhelm mit für die jüngeren Geschwister. Gegen Ende des ersten Weltkrieges wurde er eingezogen und diente für kurze Zeit in einer Werkstattkompanie. 1919 zog Wilhelm in die Wohnung seiner Mutter (Nedderfeldstraße 8).

Berufliche Entwicklung

In den 20er und 30er Jahren arbeitete Bluhm als Schlosser in unterschiedlichen Betrieben, darunter die Hannoversche Waggonfabrik, Daimler-Benz und Hanomag.

Politisches Engagement

Schon früh engagierte sich Bluhm in der Sozialistischen Arbeiterjugend und dem Deutschen Metallarbeiterverband. Um 1918 trat er in die SPD ein, für die er später als Kassierer der 23. Abteilung in Linden-Nord tätig war. Anfang der 30er Jahre schloss sich der Lindener, der unverheiratet blieb, dem Reichsbanner und der Eisernen Front an, Organisationen der SPD und der Gewerkschaften, die gegen die Nationalsozialisten eintraten.

Widerstand und Konzentrationslager

Seit 1934 war Bluhm Mitglied der Sozialistischen Front, die sich zu einer der größten Widerstandsorganisationen im Dritten Reich entwickelte und verteilte die von den Nationalsozialisten verbotene Zeitung "Sozialistische Blätter".

Nach der ersten größeren Verhaftungswelle gegen Mitglieder der Sozialistischen Front übernahm Wilhelm Bluhm im Frühjahr 1935 die Leitung der vierten Abteilung Linden - Nord von Willy Wendt.

1936 wurde die Sozialistische Front zerschlagen, nachdem es der Gestapo gelungen war, einen Spitzel einzuschleusen. Bluhm wurde am 15. September 1936 in seiner Wohnung in der Nedderfeldstraße 8, Hannover-Linden, festgenommen und zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Hameln absaß. Nach Verbüßung der Strafe nahmen ihn die Nationalsozialisten in "Schutzhaft" und transportierten ihn, gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Sozialistischen Front, in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort starb er am 25. Juli 1942.

Familiäres Umfeld

Bluhms Vater, der gleichnamige Metallarbeiter Wilhelm Bluhm, stammte aus der damaligen Provinz Posen. Bevor er nach Hannover gezogen war, hatte er im Elsaß gelebt. Dort wurde der ursprüngliche Familienname "Blum" in "Bluhm" geändert. Bluhms Mutter, Karoline Bluhm geborene Dismer, stammte aus Elze im hannoverschen Umland.

Zitate

  • „Nicht mehr lange und die "Lindener Alpen" prangen in vollem Blütenschmuck. Ich will hoffen, dass wir ihn im nächsten Jahr gemeinsam genießen können.“ (aus einem Brief Wilhelm Bluhms aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen an seine Familie vom 25. April 1942)
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