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Wildgänse rauschen durch die Nacht

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Wildgänse rauschen durch die Nacht ist ein Gedicht von Walter Flex aus dessen Buch Der Wanderer zwischen beiden Welten. Eine verbreitete volksliedhafte Marschmelodie dazu schrieb Robert Götz (1892–1978).

Inhaltsverzeichnis

Rezeption

Das Gedicht und später auch das Lied verbreitete sich zunächst in der Wandervogelbewegung und der Bündischen Jugend, da es von ihr als Symbol für den von Flex idealisiert dargestellten „Wandervogel-Soldaten“ Ernst Wurche betrachtet wurde, der durch die weite Verbreitung von Flex' Werk zu einem Idealbild des „Feldwandervogels“ wurde.

Später wurde es auch in Hitlerjugend, Wehrmacht und Waffen-SS gesungen. Der Kulturwissenschaftler Wolfgang Lindner verwendet es als Beispiel, um die ideologische Nähe der jugendbewegten Gruppierungen zum Nationalsozialismus zu behaupten und zu erläutern, warum diese sich nicht als resistent dagegen erwiesen haben. [1]

Nach dem zweiten Weltkrieg gehörte das Lied bis in die 70er Jahre zum Kern des gemeinsamen Liedguts der durch die Jugendbewegung geprägten Gruppen und Verbände.

Das Lied gehört u.a. zum Repertoire von Studentenverbindungen und der SJD-Die Falken (Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken).

Es fand sich auch auf einem Album des Sängers Heino wieder. In der Bundeswehr ist es noch heute ein beliebtes Marschlied.

Entstehungsgeschichte laut Walter Flex

Walter Flex beschreibt auf den ersten Seiten seines Buchs „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ die Entstehung des Gedichts:

„Ich lag als Kriegsfreiwilliger wie hundert Nächte zuvor auf der granatenzerpflügten Waldblöße als Horchposten und sah mit windheißen Augen in das flackernde Helldunkel der Sturmnacht, durch die ruhlos Scheinwerfer über deutsche und französische Schützengräben wanderten. Der Braus des Nachtsturms schwoll anbrandend über mich hin. Fremde Stimmen füllten die zuckende Luft. Über Helmspitze und Gewehrlauf hin sang und pfiff es schneidend, schrill und klagend, und hoch über den feindlichen Heerhaufen, die sich lauernd im Dunkel gegenüberlagen, zogen mit messerscharfem Schrei wandernde Graugänse nach Norden ... Die Postenkette unseres schlesischen Regiments zog sich vom Bois des Chevaliers hinüber zum Bois de Vérines, und das wandernde Heer der wilden Gänse strich gespensterhaft über uns alle dahin. Ohne im Dunkel die ineinander laufenden Zeilen zu sehen, schrieb ich auf einen Fetzen Papier die Verse:“

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Text

  1. Wildgänse rauschen durch die Nacht
    Mit schrillem Schrei nach Norden;
    Unstete Fahrt habt Acht, habt Acht,
    Die Welt ist voller Morden.
  2. Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
    Graureisige Geschwader!
    Fahlhelle zuckt und Schlachtruf gellt,
    Weit wallt und wogt der Hader.
  3. Rausch zu, fahr zu, du graues Heer!
    Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
    Fahrt ihr nach Süden übers Meer,
    Was ist aus uns geworden?
  4. Wir sind wie ihr ein graues Heer
    Und fahr'n in Kaisers Namen
    Und fahr'n wir ohne Wiederkehr,
    Singt uns im Herbst ein Amen.

Quellen

  1. Wolfgang Lindner:Jugendbewegung als Äußerung lebensideologischer Mentalität, Die mentalitätsgeschichtlichen Präferenzen der deutschen Jugendbewegung im Spiegel ihrer Liedertexte, Hamburg 2003, ISBN 3-8300-0886-4

Weblinks

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