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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Probabilismus

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/DDR-URV/Probabilismus, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.



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Der Probabilismus ( lat. probabilis: wahrscheinlich, glaubwürdig, billigenswert) bezeichnet

  • 1. eine erkenntnistheoretische Position, nach der die Wissenschaft keiner sicheren Erkenntnis über die objektive Realität fähig ist. Allen wissenschaftlichen Aussagen komme nur mehr oder minder eine große Wahrscheinlichkeit zu. Dies ist die skeptizistische Behauptung vieler Vertreter des Neupositivismus und ihm nahestehenden Denker und bezieht sich sowohl auf die Natur- als auch auf die Gesellschaftwissenschaften. Damit wird metaphysisch die Relativität der menschlichen Erkenntnis verabsolutiert.
  • 2. einen Standpunkt der Morallehre, die vor allem vom Konfuzianismus, Buddhismus, der Sophistik und der Scholastik propagiert wird und ihre systematische Ausprägung durch die Jansenisten im 17. und 18. Jahrhundert erhielt. Nach dieser Lehre reicht als Erlaubnis für eine Handlung im Einzelfall in einer konkreten Situation, wenn die entsprechende Entscheidung nicht im direkten Widerspruch zu geltenden Moralnormen steht, dafür aber aus einer hinlänglich wahrscheinlichen (probablen) Meinung folgt, selbst wenn die entgegengesetzte Ansicht wahrscheinlicher ist und eine andere Handlung verlangen würde.

Bei Immanuel Kant findet sich die probabilistische Ansicht, "daß die bloße Meinung, eine Handlung könne wohl recht sein, schon hinreichend sei, sie zu unternehmen"(1). Victor Cathrein vertritt bezüglich des Standpunktes der Jesuiten über den praktischen Probabilismus folgende Meinung: "Steht unmttelbar und ausschließlich die Erlaubtheit oder Unerlaubtheit einer Handlung in Frage, so darf man der milderen Ansicht folgen, solange diese solid wahrscheinlich ist, auch wenn die entgengesetzte Ansicht unzweifelhaft die größere Wahrscheinlichkeit für sich hat"(2)


Literatur

  • (1) I. Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der Vernunft, 1879, Hrsg. von Kehrbach
  • (2) Victor Cathrein, Moralphilosophie, 1899
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