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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Materialität der Seele

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/DDR-URV/Materialit%C3%A4t_der_Seele, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


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Die Materialität der Seele bezeichnet eine Lehre von der Materialität der Seele als einen Bestandteil der philosophischen Auseinandersetzung, den Philosophen in der Geschichte der materialistischen Richtungen gegen Philosophen der idealistischen Richtungen geführt haben.

Inhaltsverzeichnis

Zur Bedeutung der Lehre

Diese Lehre hatte in dieser Funktion eine zweifache Bedeutung:

  • 1. sie stellte den Versuch einer natürlichen und wissenschaftlichen Erklärung des Erkenntnisprozesses dar
  • 2. sie war damit gerichtet

-- gegen die Annahme der eingeborenen Ideen (Ideae innatae)

-- gegen die idealistische Seelenlehre, nach der die Seele Erkenntnisorgan und Substanz des Körpers sei und folgende Merkmale besitzt: Immaterialität, Einfachheit, Unteilbarkeit, Unsichtbarkeit, nicht ausgedehnt, Unsterblichkeit. An letzteres Merkmal war der Gedanke von der Seelenwanderung geknüpft.

Zur Herausbildung der Betrachtungen über die Seele in der Atomistik

Die Annahme und Deutung einer Materialität der Seele hat sich in der Entwicklung der materialistischen Richtungen der Philosophie verschieden gewandelt. Der Anfang dieser Lehre liegt in der antiken Atomistik bei Demokrit, der, unter Ausdehnung seiner Atomlehre auf den Bereich der Erkenntnis, die Seele aus der zeitweiligen Verbindung besonders feiner, glatter, und runder Atome entstehen und mit dem Tod, der eine Auflösung von Atomen sei, vergehen läßt. Aus der Sterblichkeit der Seele folge, daß es eine jenseitige Welt nicht gebe. Erkenntnis läßt er dadurch entstehen, daß in die Sinnesorgane kleine Bilderchen der Dinge (Eidolon) eindringen, auf die Seelenatome treffen und so die Wahrnehmungen entstehen lassen. Das Denken unterscheide sich von diesem nur graduell, da es lediglich eine schnellere und feinere Atombewegung sei.

Die gleiche Auffassung vertreten Lukrez und Epikur. für sie ist die Lehre von der Materialität der Seele vor allem ein Mittel zur Aufklärung der Menschen im Kampf gegen Religion, Aberglaube und Furcht vor jenseitigen Mächten.

Zu den Betrachtungen über die Seele bei Locke und den französischen Materialisten

Mit der Entwicklung des Materialismus und der Naturwissenschaften tritt auch der Gedanke von der Materialität der Seele wieder auf. Insbesondere geschieht dies im Rahmen der Wirkungen von John Locke sowie der englischen Assoziationspsychologie auf Frankreich und Deutschland im 18. Jahrhundert. Im französischen Materialismus sind es speziell Etienne Bonnet de Condillac, Henry Le Roy, La Mettrie und Pierre Jean Georges Cabanis, ferner Holbach, die die Seele für einen natürlichen Bestandteil des lebenden Körpers halten, den Standpunkt der eingeborenen Ideen verwerfen und die Immaterialität der Seele als theologische Konstruktion zur Verwirrung der Vernunft zurückweisen.

Zu den Entwicklungen in Deustchland

Für Deutschland ist hinsichtlich dieser Lehre ebenfalls die Verbindung von Materialismus, Medizin, Physiologie und Psychologie bedeutsam geworden. In dem zur deutschen Frühaufklärung gehörenden Briefwechsel vom Wesen der Seelen (1713) wird der Seele jegliche Immaterialität und Autonomie abgesprochen. Sie gäbe es lediglich in der Form von Intellekt und Willen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehen die Philosophen Michael Hißmann und Johann Christian Lossius sowie der Arzt Melchior Adam Weikard bei ihren Bemühungen um eine materialistisch-philosophische Klärung des Erkenntnisprozesses von der Voraussetzung aus, daß alle seelischen Vorgänge die Sinneswahrnehmungen und dieser wiederum die sie affizierende Außenwelt zur Bedingung haben.

Sie wenden ihre Auffassungen einerseits direkt gegen den Rationalismus und die angeborenen Ideen bei Leibniz, wie Hißmann in seinem Streit mit Moses Mendelssohn, ebenso aber auch Weikard und Lossius, und andererseits, ganz deutlich bei Hißmann, gegen die christliche Morallehre und theologische Dogmatik insgesamt. Die Unsterblichkeit der Seele und die hiermit verbundene, christliche Verheißung von ewiger Strafe oder ewigem Lohne werden bestritten. Zwar ist die Lehre von der Materialität der Seele angesichts der Erkenntnisse der Physiologie und Psychologie überholt, doch hat sie angesichts der im Neuthomismus vorhandenen, auf Platon und Thomas von Aquin zurückgehenden Seelenlehre (z.B. bei Alexander Willwoll, Seele und Geist, 1953) und des damit verbundenen Glaubens an Unsterblichkeit noch nicht vollends ihre Bedeutung und Aktualität verloren. t%C3%A4t_d€m]�à¡Q�†$

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