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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Kant-Laplacesche Theorie

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/DDR-URV/Kant-Laplacesche_Theorie, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


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[Hier http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kant-Laplacesche_Theorie&diff=2977727&oldid=2808083] wurde der komplette Text gegen eine wahrscheinliche URV ausgetauscht. -- Timo Müller Diskussion 16:47, 26. Nov 2005 (CET)


Die Kant-Laplace-Theorie bezeichnet zwei verschiedene kosmogonische Hypothesen, die wegen ihrer gemeinsamen historischen und philosophischen Bedeutung oft als eine Theorie ausgegeben oder angesehen werden. Nach dieser Theorie haben sich die Planeten des Sonnensystems durch Abkühlung von ursprünglich sehr heißen Protoplaneten gebildet. Diese Protoplaneten entstanden, so Laplace, aus nebularen Kondensationskernen, die (siehe auch Kant) von der Ursonne durch Rotation ausgeschleudert wurden, um sich dann in verschiedenen Orbits um die Sonne zu platzieren. durch die Gravitationskraft der "Kerne" kondensierte und erhitzte sich die Materie nach und nach, bis aus den protoplanetaren Gebilden richtige Planeten wurden.

Inhaltsverzeichnis

Zur Darlegung der Schriften von Kant und Laplace zur Äußerung ihrer kosmogonischen Hypothesen

Immanuel Kant publizierte seine Hypothese über die Entstehung des Sonnensystems in seiner Arbeit "Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes, nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt."(1755). Pierre-Simon Laplace veröffentlichte seine kosmogonischen Auffassungen in der Schrift "Exposition du Système du Monde"(1796). Kants kosmogonische und kosmologische Vorstellungen gehen von der durch Beobachtungen für das Planetensystem gesicherten Hierarchie aus und setzen diese bis in den Bereich des damals noch nicht Erforschten fort.

Der Ausgangspunkt der Kantschen Hypothese: die naturwissenschaftliche Erklärung

Die Anregung, auch die Fixsterne als ein geordnetes, der Gravitattionskraft unterliegendes System von Objekten anzusehen, ging bei Kant auf die Schrift "An original theory or new hypothesis of the universe" von Thomas Wright (London, 1750) zurück. Kant stellte jedoch darüber hinaus die Frage nach dem Werden der vorhandenen Strukturen des Sonnen- und des Milchstraßensystems, welches einen erheblichen Schritt in der Erkenntnisforderung bedeutete. Der Kernpunkt seiner Auffassungen bestand darin, dass die Sonne samt ihrer Planeten und deren Monden in einem natürlichen Prozess entstanden seien. Dabei ging Kant von einer chaotisch zerstreuten, fein verteilten Materie aus, die "unter Veranlassung ausgemachter Bewegungsgesetzte", nämlich des Newtonschon Gravitationsgesetzes, in einem Widerstreit von Attraktion und Repulsion (als Kraftgrößen der Anziehung und Abstoßung) zur Entstehung von Wirbeln führte, aus denen sich dann rotierende Verdichtungen als Prototypen von Sonne, Planeten und Monden bildeten.

Der entscheidende Erkenntnischritt bei Kant: das natürliche Entwicklungsprinzip

Diese Darlegungen Kants bedeuteten einen wichtigen historischen und philosophischen Fortschritt auf dem Weg zu moderner Wissenschaftserklärung universaler Naturprozesse. Bis zu diesem Auftritt von Kant waren die Naturwissenschaften in dieser Beziehung im wesentlichen in metaphysischen Bahnen befangen, wurde die gesamte Natur als etwas Unveränderliches betrachtet, welches erst recht auf das Universum zutraf. Es ist Kants bleibendes Verdienst, ermalig in der Geschichte auf streng wissenschaftlicher Grundlage eine Entwicklungskonzeption für den Kosmos entworfen zu haben. Sie konnte zwar die einzelwissenschaftliche Forschung nicht ersetzen, hat aber ihre Richtung in fruchtbarer Weise beeinflusst.

Auch bei Laplace herrscht das Entwicklungsprinzip als Ausgangspunkt vor

Laplace entwickelte seine Hypothese ohne Kenntnis der Kantschen Arbeit. Anders als Kant ging er von der bereits existierenden Sonne aus und legte dar, wie sich durch die an der rotierenden Sonne auftretenden Zentrifugalkräfte in der Äquatorebene Ringe ablösen, aus denen dann die Planeten entstehen. Obwohl also im Detail durchaus unterschieden von der Kantschen Hypothese, besteht das Gemeinsame beider Auffassungen darin, dass sie auf die Annahme einer Schöpfungsaktes für die Entstehung der Welt kosequent verzichten und eine natürliche Entwicklung des Kosmos postulieren. Kants Arbeit geriet zunächst in Vergessenheit, wodurch sich die fast ausschließliche Würdigung Laplaces im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts erklärt.

Zur Bewertung der Arbeit Kants in der zeitgenössischen Philosophie

Friedrich Engels schätzte beide Arbeiten hoch ein und betonte, dass durch die Kantsche Arbeit eine "Bresche in diese versteinerte Naturanschauung" gesprengt worden sei. Die herrschenden Philosophie schätze die Arbeit dadurch gering ein, indem diese als sogenannte vorkritische Schrift (von 1754 bis 1768) für relativ bedeutungslos eingestuft wurde. Die Vertreter des Neukantianismus haben ihr den Status "liebenswürdiger Gelegenheitsschriften eines feinsinnigen, weltgewandten Mannes" zuerkannt. Hervorzuheben verdient im Gegensatz zu dieser Abwertung die Tatsache, dass Kant in seiner "Naturgeschichte" die Kosmogonie und Kosmologie bereits als eine Einheit betrachtete - eine Einsicht, die in der modernen Astronomie immer deutlicher sichtbar wurde und in der die wechselseitige Bedingtheit der Entwicklungsgeschichte der einzelnen Himmelskörper und des Weltganzen zum Ausdruck kommt.

Sowohl die Kantsche als auch die Laplacesche kosmogonische Theorie stellen noch heute die Basishypothesen in der Auseinandersetzung um die bislang nur teilweise gelösten kosmogonischen Probleme und Fragestellungen dar, besonders der Entstehung von Planetensystemen. Die Forderung von Entwicklungsvorgängen ist seither nicht zu einem zentralen Anliegen der Kosmosforschung, sondern aller Naturwissenschaften geworden.

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