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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Julien Benda

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/DDR-URV/Julien_Benda, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


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Julien Benda (* 26. Dezember 1867 in Paris, † 7. Juni 1956 in Fontenay-aux-Roses bei Paris), französischer Philosoph und Schriftsteller

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Julien Benda entstammt einer assimilierten jüdischen Kaufmannsfamilie und studierte Mathematik und Geschichte.

Hauptthema seines Schaffens war die Kritik an irrationalen Elementen in Philosophie und Kunst der imperialistischen Ära, denen er (am intensivsten in der zwischen 1912 und 1914 geführten Auseinandersetzung mit Henri Bergson) einen an cartesischer Logik geschulten, aber verabsolutierten Realismus entgegensetzte. Dabei bezog er in seine Verurteilung von Emotionalität und Intuition ("Belphégor", 1918) auch Strömungen bürgerlich-humanistischen Charakters ein.

Unter den Werken, mit denen er den "Antiintellektualismus" bekämpfte, sind der Roman "Die Ordination" (1910/1912) und der Essay "Der Verrat der Intellektuellen" (1927, im Original: "La trahison des clercs") besonders hervorzuheben. In diesem Pamphlet beklagt er einen Trend der Intelligentsia, die ihnen eigentlich zustehende Position des Universalismus, ihren Schlüsselwert der Gerechtigkeit und ihre Organisationsform der Demokratie zu verraten und sich zunehmend "politischen Leidenschaften" wie dem Klassenkampf, dem Nationalismus oder dem Rassismus hinzugeben. Seine Vorstellung des Intellektuellen (im Original: clercs) beschreibt eine Klasse, "deren Aktivitäten schon vom Wesen her nicht auf praktische Ziele ausgerichtet sind; Menschen, die ihre Befriedigung in Kunst, Wissenschaft oder metaphysischer Spekulation -, kurz, im Besitz immaterieller Güter suchen" (Verrat, S. 111).

Während der Volksfront und der deutschen Besetzung nahm er eine gegen den Nationalsozialismus gerichtete Position ein, als deren Ausdruck die 1942 veröffentlichte Schrift "Die Schicksalsprüfung der Demokratien" zu werten ist.

Wirkung

Mit Neuauflagen seines wichtigsten Werkes über den Verrat der Intellektuellen in den 1950er und 1970er Jahren löste er auch nach seinem Tod in den französischen gelehrten Kreisen wie auch in der Öffentlichkeit immer wieder Diskussionen über die Rolle des Intellektuellen und seine Beziehung zu gesellschaftlichen Machtpositionen aus. In Deutschland fand sein Werk sehr viel geringere Beachtung, obwohl es sich auch intensiv mit den deutschen Intellektuellen befasst. In den 1980er Jahren knüpfte Edward Said daran an und entwickelte aus einer umstrittenen Lesart von Bendas Verrat seine Vorstellung des "weltlichen Intellektuellen".

Schriften

  • Der Verrat der Intellektuellen (Frankfurt: Fischer, 1988. ISBN 3596266378)

Bibliographie

  • Les amorandes1922
  • Appositions1930
  • Belphégor : essai sur l'esthétique de la présente société française1919
  • Les cahiers d'un clerc, 1936-19491949
  • Cléanthis ou du Beau et de l'actuel1928
  • La crise du rationalisme1949
  • La croix de roses ; précédé d'un dialogue d'Eleuthère avec l'auteur1923
  • Discours à la nation européenne1933
  • Du poétique. Selon l'humanité, non selon les poètes1946
  • Du style d'idées : réflexions sur la pensée, sa nature, ses réalisations, sa valeur morale1948
  • Esquisse d'une histoire des Français dans leur volonté d'être une nation1932
  • Exercice d'un enterré vif, juin 1940-août 19441945
  • La France byzantine, ou, Le triomphe de la littérature pure : Mallarmé, Gide, Proust, Valéry, Alain Giraudoux, Suarès, les Surréalistes : essai d'une psychologie originelle du littérateur1945
  • La grande épreuve des démocraties : essai sur les principes démocratiques : leur nature, leur histoire, leur valeur philosophique.1942
  • La jeunesse d'un clerc1936
  • Lettres à Mélisande1926
  • Non possumus. À propos d'une certaine poésie moderne1946
  • L'ordination1926
  • Précision (1930-1937)1937
  • Properce, ou, Les amants de Tibur1928
  • Le rapport d'Uriel1946
  • Un régulier dans le siècle1937
  • Les sentiments de Critias1917
  • Tradition de l'existentialisme, ou, Les philosophies de la vie1947
  • La trahison des clercs1927
  • Trois idoles romantiques : le dynamisme, l'existentialisme, la dialectique matérialiste1948

Weblinks

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