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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Eklektizismus
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Eklektizismus (von griech. eklektós "ausgewählt") ist Bezeichnung für Werke, bei denen - anstelle einer Neuschöpfung und originärer Kreativität - aus vergangenen Epochen das "Schönste" oder "Beste" ausgesucht und in das Werk eingefügt wird.
Die Verwendung des Begriffs Eklektizismus erfolgt heute nicht selten in abwertender Weise, im Sinne von unschöpferisch, einfallsloser Zusammenstellung.
Inhaltsverzeichnis |
Begriff
Das Adjektiv "eklektisch" bedeutet in unserem Sprachgebrauch so viel wie "unoriginell". Eine Kunst oder eine Behandlungsmethode eklektisch zu nennen meint, dass jene nicht originär sei - ohne Wertung; wissend, dass es sich um "Zusammengesetztes" handelt.
Missfällt aber einem Beobachter dieser nachgemachte Stil und möchte er dies deutlich machen, so sagt er, dieser Stil sei eklektizistisch. Die Endsilbe -istisch wird häufig pejorativ gebraucht, drückt also Missbilligung aus.
Architektur und Kunst
Im Kontext der Kunstgeschichte bezeichnet der Begriff Eklektizismus das Vermischen verschiedenster Stilrichtungen, die zum Teil nicht zusammen passen, so dass sich ein sehr unharmonisches Bild ergibt. Die übernommenen Stilelemente werden dabei aus ihrem ästhetischen, sozialen und funktionalen Kontext gelöst und auf den bloßen Dekorationswert reduziert.
Eine Blütezeit des Eklektizismus war das 19. Jahrhundert (s. auch Historismus). Das vielleicht berühmteste Beispiel ist Schloss Neuschwanstein. Auch der Kunst- und Architekturstil der Postmoderne benutzte historische Stilelemente als Zitate in eklektischer Art und Weise (Eklektizismus der Postmoderne).
Beispiele
- Städtische Galerie im Lenbachhaus in München
- Schloss Faber-Castell in Stein bei Nürnberg
- ehem. Hauptverwaltung von Rheinkalk in Wülfrath
Philosophie
In der Philosophie wird der Begriff benutzt, um Gedankensysteme zu bezeichnen, die Elemente sehr unterschiedlicher philosophischer Richtungen in sich aufnehmen. Auch in anderen Gebieten, z.B. der Psychologie oder Pädagogik gibt es entsprechende Vermischungen von Ansätzen aus unterschiedlichen Bereichen, die als Eklektizismus bezeichnet werden und häufig umstritten sind.
Philosophischer Eklektizismus liegt dann vor, wenn ohne Versuch zu schöpferischer Synthese und ohne Ausschluss logischer Widersprüche Theorien und Anschauungen, vor allem einzelne Elemente und Thesen verschiedener philosophischer Systeme oder Richtungen, zu einem "neuen" System vereinigt werden.
In diesem Sinne gelten als Eklektiker zahlreiche Denker der griechisch-römischen Philosophie seit dem 1. Jahrhundert vor der Zeitrechnung, die sogenannten Kirchenväter und Kirchenschriftsteller (Patristik), verschiedene Vertreter der Scholastik, einige Vertreter der deutschen Aufklärungsphilosophie des 18. Jahrhunderts (Johann Feder, Christian Garve), im 19. Jahrhundert der französische Denker Victor Cousin.
Religion
Geht es um die Mischung von Religionen oder Kulten, dann wird statt "Eklektizismus" meist der Begriff Synkretismus benutzt.
