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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Egalitarismus

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/DDR-URV/Egalitarismus, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


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Der Egalitarismus (franz. "égalité" aus lat. "aequalitas" : die Gleichheit) bezeichnet eine sozialpolitische und ideologische Strömung, die durch Errichtung der Gleichheit des persönlichen Besitzes die Widersprüche in einer Gesellschaft auflösen zu können meint.

Inhaltsverzeichnis

Zu frühen Formen des Egalitarismus in der griechischen Antike

Eine frühe Form des Egalitarismus trat bereits zu Zeiten der Sklavenhaltergesellschaft auf, als sich die sozialen Gegensätze innerhalb der freien Bevölkerung verschärften. Sie drückte das Streben der in die Schuldknechtschaft der Großgrundbesitzer geratenen oder von ihrem Land vertriebenen Bauern nach Wiederherstellung der gentilgenossenschaftlichen Gleichheit aus, ohne jedoch die Sklaverei selbst anzutasten. In Erwägung dieser Kämpfe erklärte der griechische Philosoph Phaleas von Chalkedon, die Gleichheit der freien Bürger in den Besitzverhältnissen und in der Erziehung sei das wichtigste, um die innere Ruhe und Eintracht der Gesellschaft zu erhalten; indessen sollte die Handwerksarbeit durch Staatssklaven verrichtet werden(in: Aristoteles, Politik, II 7).

Zu weiteren Eigenheiten des Egalitarismus in der antiken Geschichte

Ähnliche egalitaristische Tendenzen zeigten sich in der frühen Gesetzgebung vieler Völker des Altertums. Sie bezweckten, die sich entfaltenen Gegensätze innerhalb der freien Bevölkerung soweit einzudämmen, dass sie nicht zu einer Schwächung der politischen und militärischen Macht gegenüber anderen Völkern oder gegenüber der Sklavenklasse führten. So befahlen die mosaischen Gesetze u.a., alle fünfzig Jahre die ursprünglichen Besitzverhältnisse wiederherzustellen(in: 3. Mose 25). Auch der mythologischen Figur des Königs Minos von Kreta schrieb die Tradition des Egalitarismus eine derartige Gesetzgebug zu. Teilweise schlug beim Übergang in die Sklavenhaltergesellschaft die gentilgenossenschaftliche Gleichheit der selbstbewirtschaftenden Produzenten jedoch in einen ausgesprochenen Sklavenhalteregalitarismus um wie in Sparta, wo die dem sagenhaften König Lykurg zugeschriebene Verfassung das eroberte Land (sowie die versklavten einheimischen Heloten) den herrschenden Spartiaten nach unveräußerlichen Losen zuteilte und wo 244. vor der Zeitrechnung König Agis II. erfolglos die verlorengegangene ursprüngliche Gleichheit dadurch wiederherstellen suchte, dass er das in wenigen Händen konzentrierte Land der Spartiaten und die 15 000 freien, aber politisch rechtlosen Periöken aufteilen wollte.

Zum Auftreten des Egalitarismus im antiken Rom

Als bäuerliche Agrarbewegung gipfelte der antike Egalitarismus in den Bestrebungen der Gracchen im antiken Rom. Nach dem Agrargesetz des Volkstribunen Tiberius Gracchus im Jahr 133 vor der Zeitrechnung sollte aller 125 Hektar (bei zwei erbberechtigten Söhnen verdoppelte sich die Fläche) übersteigende Landbesitz in Italien den Großgrundbesitzern gegen Entschädigung abgenommen und als Parzellen zu 7,5 Hektar an unbemittelte Bürger in Erbpacht übereignet werden. Das erweiterte Programm seines Bruders Gaius Gracchus sah zu diesem Zweck auch Siedlungskolonien in den Provinzen vor. Spätere Egalitaristen betrachteten den antiken Egalitarismus von Lykurg bis zu den Gracchen als Vorläufer ihrer eigenen Bestrebungen.

Zum Auftreten des Egalitarismus in Frankreich bei Rousseau

Der neuere Egalitarismus verbreitete sich im 18. Jahrhundert in Westeuropa, als sich Feudalismus und Zunftwesen auflösten, die Differenzierung der kleinen Warenproduzenten auf dem Lande wie auch in der Stadt durch das Eindringen des Kapitalismus begann und die Massen der abhängig Arbeitenden nach einer Alternative zum Umwandlungsprozess der feudalen in die kapitalistische Abhängigkeit suchten. In Frankreich lieferte vor allem Jean Jacques Rousseau dem Egalitarismus die theoretische Begründung, die er als private Aneignung von Grund und Boden zur Ursache der sozialen Ungleichheit und aller daraus folgenden Übel erklärte. Da Rousseau jedoch den unter dem Privateigentum erreichten Fortschritt in der wissenschaftlich-technischen Beherrschung der Natur anerkannte, hielt er es nicht für möglich, das Privatriegentum, wieder aufzugeben, und sprach sich nur für eine Verhütung allzu großer Vermögensunterschiede aus. Die praktische Durchführung der Besitzgleichheit schlug er lediglich in seinem Verfassungsprojekt für Korsika vor, wo sich auf dem Lande die alte, aus der Gentilgenossenschaft überkommene Gleichheit noch vielfach erhalten hatte, die er durch gesetziche Festlegung eines Maximums an Grundbesitz, Erbschaftbeschränkungen und Bereitstellung eines staatlichen Bodenreservefonds ausbauen wollte. Rousseau strebte danach, die Bauernfamilie möglichst als selbstgenügsame wirtschaftliche Einheit zu bewahren und den Handel, der die Gleichheit bedrohte, einzuschränken oder in die Hände des Staates zu legen.

Zum Egalitarismus bei Gosselin

Die in Rousseaus Eigentumskritik angelegte Konsequenz zog Charles-Robert Gosselin, der in seiner Schrift Réflexions d'un citoyen adresséses aux Notables (Erwägungen eines Bürgers, gerichtet an die Ständevertreter, 1787) den Plan einer egalitären Neuverteilung des Grundbesitzes in Frankreich entwarf. Danach sollten alle königlichen, kirchlichen und brachliegenden Ländereien entschädigungslos, die privaten Ländereien gegen eine Abfindung vom Staat enteignet, in kleine, für die Existenz einer Bauernfamilie ausreichenden Parzellen aufgeteilt und den Bauern in Erbbacht gegeben werden. Dies war nur eins von mehreren eines sogenannten Agrargesetzes, d.h. eines Gesetzes zur Bodenreform, wie es die kleinbäuerlichen Massen vor und in der Französischen Revolution immer wieder begehrten. Der Nationalkonvent stellte am 18. März 1793 mit den Stimmen der Girondisten wie der Jakobiner die Beantragung eines Agrargesetzes unter Todesstrafe, und erst im Frühjahr 1794 bestimmten die nur zum Teil ausgeführten Ventôse-Dekrete, die noch nicht verkauften Güter der Feinde der Revolution unentgeltlich an Besitzlose zu verteilen.

Zu den radikalen Formen des Egalitarismus in der Französischen Revolution

Über die kleinbäuerlich-kleinbürgerlichen Bestrebungen hinaus verfolgten die plebejisch-vorproletarischen Schichten in der Französischen Revolution einen weitaus radikaleren Egalitarismus, der vor allem Rousseaus Idee einer Direktdemokratie zu verwirklichen strebte. Rousseau betrachtete die Direktdemokratie, in der das gesamte Volk unmittelbar die Legislative ausübt und für die Exekutive von ihm geprüfte und mit bindenen Aufträgen versehene, permanent kontrollierte und jedezeit abberufbare Funktionäre bestellt, als diejenige Staatsform, die die Gleichheit aller Bürger am besten gewährleistet, wenngleich er meinte, sie sei nur in kleinen Staaten möglich und führe sonst zu föderalistischer Zersplitterung. Politisch vor allem von den Enragés unter Jacques Roux geführt, machten die Sansculotten die Direktdemokratie zu ihrer Hauptforderung und stellten sie nicht nur dem girondistsichen Konstitutionalismus, sondern auch der jakobinischen Repräsentativdemokratie als plebejische Alternative entgegen. Ihr Ziel war, mit der unmittelbaren Ausübung der politischen Macht durch das souveräne Volk nicht allein eine konsequente Bodenreform durchzuführen, die den gesamten, entschädigungslos zu enteignenden Großgrundbesitz den landlosen Bauern kostenlos zur Verfügung stellte, sondern insbesondere auch der hemmungslosen Kapitalakkumulation durch die Bourgeoisie Einhalt zu gebieten, die als Schieber, Spekulanten und Kriegsgewinnler das Volk dem Hunger auslieferte. Praktisch drängten ihre politischen Vertretungskörperschaften in Paris und anderen Städten als eine Art Nebenregierung durch ständigen Druck auf die gesetzgebenden und regierenden Organe die Revolution von Etappe zu Etappe, bis die Jakobinerdiktatur sie im Frühjahr 1794 gewaltsam ausschaltete, womit sie sich selbst der Massenbasis entzog.

Zum Auftreten des Egalitarismus in England

Egalitaristische Strömungen traten fast gleichzeitig zu den französischen in England auf. Thomas Spence, der sich Beschützer der Armen nannte, verlangte in seiner Schrift The Real Rights of Man (Die wirklichen Menschenrechte, 1775) und in weiteren Schriften die Übergabe des Grund und Bodens in das Eigentum der Gemeinde, die es ihren Mitgliedern in kleinen Bodenanteilen verpachten sollten. Zur Erhaltung der Gleichheit war alle einundzwanzig Jahre eine Neuverteilung vorgesehen. Spence und seine Anhänger gründeten eine kleine Organisation, die Spencean Philanthropists (1812-1820), die auch unter den Arbeitern wirkte, aber zerschlagen wurde, als sie sich, von einem Spitzel provoziert, zur Vorbereitung eines Attentats auf die Regierung hinreißen ließ.

Zur Form des Egalitarismus durch William Godwin

Während die französischen Egalitaristen angeichts der heranreifenden bürgerlichen Revolution und des allgemein politischen Kampfes gegen den Feudalabsolutismus die Garantie der Besitzgleichheit von einem egalitär-demokratischen Staat erhofften, herrschte in England, wo der Staat auf dem 1688 geschlossenen Kompromiss zwischen Adel und Bürgertum beruhte und sich als Beschützer der kapitalistischen Interessen erwies, eine apolitische Tendenz im Streben nach einer Selbstregierung der abhängig arbeitenden Schichten vor. Wollte schon Spencer nur eine lockere Föderation der lokal weitgehend selbständigen Gemeinden und die Beschränkung der öffentlichen Funktionen auf ein Mindestmaß, so verband der theoretisch bedeutendere und ideologisch einflußreichere William Godwin in seinem philosophischen Hauptwerk Enquiry concerning Political Justice (Untersuchung über die politische Gerechtigkeit, 1793) sowie in mehreren Romanen den Egalitarismus mit einer ausgeprägten Staatsfeindlichkeit, die ihn zu einem Vorläufer des Anarchismus werden ließ.

Schüler der französischen Aufklärung, speziell Claude Adrien Helvétius, und gleich Spence begeisterter Verfechter der Ideen der Französischen Revolution, vertraute Godwin auf den unaufhaltsamen Fortschritt der menschlichen Vernunft, die jedem einzelnen eingepflanzt sei und ihn untrüglich zur Wahrheit und Güte führe, wenn er sich nur Wissen erwerben könne und die Umstände es ihm gestatteten, einen vernünftigen Gebrauch davon zu machen. Das Haupthindernis für den Sieg dieser noch ganz klassenindifferent aufgefaßten Vernunft und der ihr entspringenden allgemeinmenschlichen Moral erblickte Godwin im Eigentumsmonopol, der Quelle von Selbstsucht und Unmoral, Verbrechen und Krieg. Gestützt auf die demokratische Konzeption des Naturrechts, forderte Godwin das gleiche Recht eines jeden auf den persönlichen Besitz der nötigen Mittel, sein Glück durch eigene Arbeit zu erlangen, sowie die Befreiung des Individuums von allem äußeren Zwang durch Regierungen und Gesetze. Godwin, der den Beziehungen der Menschen utilitaristische Maßstäbe zugrunde legte, meinte in ausgesprochenem Gegensatz zur bürgerlichen Staatstheorie von Thomas Hobbes, die Vernunft und die ihr gemäße Moral genügten als gesellschaftliches Band, um den Menschen das Glück seiner Mitmenschen wie das eigene erstreben zu lassen. Daher sollten die unumgänglichen Bindungen des einzelnen an die Gesellschaft lediglich in freiwilligen Übereinkünften, im Überzeugen durch Vernunftgründe und im Ausüben natürlicher Güte bestehen.

Godwin, der die Profitgier als wahre Triebkraft der vom Liberalismus gegriesenen kapitalistischen Arbeitsteilung durchschaute, wollte zwar die Spezialisierung der Berufe beibehalten, doch sollte der Warenaustausch aufhören und jeder jedem das freiwillig überlassen, was er nicht selber für seine Bedrürfnisse benötigte. Die mit der industriellen Revolution in England einsetzende Großproduktion und ihre der Frabrikdisziplin unterworfene Arbeiterschaft lehnte Godwin bezeichnenderweise ab. Er erhoffte vom technischen Fortschritt vielmehr, dass der dem Arbeiter nicht nur Mühe und Dauer seiner Arbeitszeit verringere, sondern ihm auch alle großen Arbeitsvorhaben als individueller Produzent auszuführen erlaube.

Zum Auftreten des Egalitarismus in Deutschland bei Fichte

In Deutschland entwarf Johann Gottlieb Fichte in seiner Schrift Der geschloßne Handelsstaat (1800) eine egalitaristisches Gesellschaftsideal, das sich in manchem an ähnliche Maßnahmen und Projekte der Jakobiner anlehnte. Fichte betrachtete das Eigentum nicht unter dem Gesichtswinkel primär als Verfügungsrecht über Sachen, sondern vom Standpunkt der abhängig Arbeitenden als Recht auf eigene Tätigkeit und deren Ergebnis. Demnach hat der Staat nicht bloß die Aufgabe, bestehendes Eigentum zu schützen, sondern die erste Pflicht, jedem Mitglied der Gesellschaft zuvörderst die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit zu sichern, die ihm einen gleichen Anteil am Nationalreichtum, ein gleich angenehmes Leben wie seinen Mitbürgern ermöglicht. Gegner der feudalen Eigentums- und Abhängigkeitsverhältnisse ebenso wie des bürgerlichen Liberalismus und seines Prinzips der freien Konkurrenz, das den Menschen nur die Freiheit gibt, sich gegenseitig zugrunde zu richten, erwartete Fichte von einem idealen Staat, dass er ein ökonomisches System schaffe und reguliere, das Handelsanarchie und Armut beseitigt und jedem das Recht auf Arbeit und auf die Früchte seiner Tätigkeit gewährleistet. Zum Unterschied von rousseauistischen Bestrebungen nach einer Rückkehr zur selbstgenügsamen Hauswirtschaft erkannte Fichte den Fortschritt der gesellschaftlichen Arbeitsteilung an, verlangte aber eine staatliche Arbeitskräfteplanung und Berufslenkung, um ein dem jeweiligen Entwicklungsniveau der Produktion ständig entsprechendes Verhältnis zwischen den drei Hauptgruppen der Gesellschaft zu gararntieren: den Arbeitenden in der Landwirtschaft (in physiokratischer Weise Produzenten genannt), den Arbeitenden der verarbeitenden Gewerbe und ihren einzelnen Untergruppen (den wohl nach den französischen artisans sogenannten Künstlern) und den Kaufleuten.

Zum Regulierungskonzept des egalitaristischen Staatsmodells bei Fichte

Um jede Übervorteilung und Ausbeutung zu verhindern, sollten die Preise für alle Güter nach dem Arbeitswert zuzüglich einer anteilmäßigen Gewinnspanne für die Kaufleute festgesetzt werden, wobei die Produktionszeit für das Hauptnahrungsmittel, das Brotgetreide, als Maßeinheit zu dienen hätte. Für den Austausch sah Fichte eine reine Binnenwährung vor, deren Geld lediglich die produzierten Güter repräsentierte. Darüber hinaus hielt Fichte das sofortige Außenhandelsmonopol und die allmähliche völlige Schließung des Handels mit dem Ausland für erforderlich, um nicht nur dem Abfluss von Reichtum und Störungen in der Planung auszuschalten, sondern auch die ständige Drohung von Handelskriegen zu beenden. Entgegen der liberalistischen Apologie des freien Handels als völkerverbindenden Bandes sowie der schon skepterischeren Auffassung von Immanuel Kant, die gegenseitige Verflechtung der Handelsinteressen möchte sich trotz des Konkurrenzkampfes objektiv als kriegshemmend erweisen, erblickte Fichte im streitenden Handelsinteresse eine ständige Tendenz zu kriegerischen Auseinandersetzungen, auch wenn sie meist unter einem anderen Vorwand geführt wurden. Nicht minder schien es Fichte, zur Überwindung dynastischer Streitigkeiten, die die Völker gegen ihre Interessen zum Nationalhaß reizten, "natürliche Grenzen" zu schaffen, die er vorwiegend im ökonomischen Sinne als einheitliches Wirtschaftsterritorium verstand.

Die produktive Selbständigkeit des geschloßnen Handelsstaats sollte jedoch die Übernahme neuer Techniken und Produktionsverfahren aus dem Ausland und die wissenschaftliche Kommunikation keineswegs hindern und in Ausnahmefällen auch einen langfristig geregelten Austausch bestimmter unersetzbarer Naturprodukte zulassen. Abgesehen von der in Aussicht genommenen Umwandlung des stehenden Heeres in eine Volksmiliz und Einbeziehung der staatlichen Funktionäre in das allgemeine Verteilungsprinzip, tastete Fichte, der mit der Jakobinerherrschaft sympathisiert hatte, unter den rückständigen Verhältnissen in Deutschland jedoch den bestehenden absolutistischen, halbfeudalen Ständestaat nicht an.

Zu den Übergangsformen und Unterscheidungen des Egalitarismus von anderen Formen der sozialen Gleichheit

Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise, die die Ohnmacht des Kleineigentums gegenüber der Konzentration des Kapitals und die Rückständigkeit der individuellen Produktionsweise offenbarte, trat der kleinbürgerliche Egalitarismus hinter dem kleinbürgerlichen Sozialismus zurück, mit dem er auch Mischformen bildete, z.B. im Proudhonismus. Die plebejisch-frühproletarischen Bestrebungen hingegen wandten sich dem Kommunismus zu, in Frankreich dem Babouvismus, in England dem Owenismus. Schon Babeuf, der zeitweilig die Forderung nach einem egalitären Agrargesetz unterstützte, sah, wie vor ihm der utopische Sozialist Gabriel Bonnot de Mably, dass der Egalitarismus die sozialen Probleme auf Dauer nicht lösen würde, da die Ungleichheit aus der ursprünglichen Gleichheit entstanden ist und die Verhältnisse der freien Konkurrenz eine etwa mit politischen Mitteln erzwungene Besitzgleichheit unausweichlich wieder auflösen und eine neue Sozialdifferenzierung hervorrufen musste. Auch die Arbeiterkommunisten wandten sich entschieden gegen eine bloße Umverteilung des Besitzes, die das Privateigentum und die die auf privater Basis beruhenden Produktionsverhältnisse bestehen ließ. Soweit sie sich die Egalitaristen (Egalitaires) nannten, hatten sie gleiche soziale und poplitische Bedingungen, Rechte und Pflichten auf der Grundlage kommunistischen Eigentums im Auge, nicht aber gleiche Verteilung des Eigentums. Daher darf der Egalitarismus weder mit dem Sozialismus noch gar mit dem Gleichheitskommunismus verwechselt werden, von dem er sich grundsätzlich durch seine Verteidigung des Kleinbesitzes und des individuellen Produktionsprinzips unterscheidet. Auch die Nationalisierung wichtiger Produktionsmittel, zumal des Grund und Bodens, manchmal auch des Handels, die manche Egalitaristen forderten, bedeutete noch nicht das, was unter Sozialisierung bzw. sozialistischen Produktionsverhältnissen verstanden wird.

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