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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Diskursiv
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Das Adjektiv diskursiv (lateinisch discursivus: fortschreitend erörternd) heißt eigentlich das begriffliche Denken betreffend, also überlegend, durch vorausgehende Urteile begründet; es bezeichnet das von Urteil zu Urteil, von Begriff zu Begriff fortschreitende logische Denken im Gegensatz zum unmittelbaren, intuitiven Denken.
Eine Einteilung wahrer Sätze in unmittelbare (intuitive) und mittelbare (aufgrund eines Beweises akzeptierte) findet man schon bei Platon und Aristoteles. Der Begriff diskursiv wurde von Thomas von Aquin geprägt.
Die Problematik des diskursiven Denkens wurde in der Geschichte der Philosophie ausgiebig diskutiert. Bei Immanuel Kant heißt es z.B.:
"Also ist die Erkenntnis eines jeden, wenigstens des menschlichen Verstandes, eine Erkenntnis durch Begriffe, nicht intuitiv, sondern diskursiv" (in der Kritik der reinen Vernunft).
Jedes wissenschaftliche Denken trägt diskursiven Charakter. Nach Kant ist demnach das menschliche Denken diskursiv, nicht intuitiv (in der Einleitung Kritik der reinen Vernunft und in den Prolegonema zu einer jeden künftigen Metaphysik, § 46).
Der Gegensatz zu diskursiv ist intuitiv.
siehe auch diskursives Wissen, Diskurs, Diskursethik, Diskursanalyse, Diskurstheorie des Rechts
