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Wikipedia:Löschkandidaten/DDR-URV/Adäquat

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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/DDR-URV/Ad%C3%A4quat, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.



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adäquat (lat. adaequatus: angemessen, übereinstimmend, entsprechend) bezeichnet in der Philosophie die Übereinstimmung einer Urteilsaussage (das heißt: eines Satzes) mit dem tatsächlichen Sachverhalt (mit der Wahrheit). Außerhalb der Philosophie wird es im Sinn von angemessen benutzt, beispielsweise um eine Aktion oder Intention in Bezug auf die aktuelle Situation und die zu berücksichtigenden Nebenbedingungen zu bewerten.


Inhaltsverzeichnis

Zur Anwendung in der griechischen Antike und im Mittelalter

Aristoteles verwendete eine Adäquationstheorie der Wahrheit, wonach die Wahrheit eines Satzes in dessen Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, mit dem wirklichen Sachverhalt besteht. Im Mittelalter wird Wahrheit als "adaequatio" des Denkens mit dem Sein bestimmt. Spinoza ("adäquate Ideen") und G.W. Leibniz (Erkenntnis- als Analysenadäquatheit) entwickeln eigene Anschauungen von der Adäquatheit.

adäquat bei der Darstellung eines Abbilds

In der Erkenntnistheorie gilt ein Abbild als adäquat, wenn es mit dem in ihm widergespiegelten Objekt übereinstimmt, wenn es das ihm entsprechende Objekt richtig widerspiegelt.

Als inadäquat wird ein Abbild bezeichnet, wenn es das ihm entsprechende Objekt verzerrt widerspiegelt, wenn es nicht mit ihm übereinstimmt.

Verschiedenen Arten von Abbildern kommen verschiedene Formen von Adäquatheit zu. Die Form der Adäquatheit, die Aussagen zukommt und die bisher auch am besten untersucht ist, ist die Wahrheit.

Zur Kritik am repräsentationistischen Begriff der Adäquatheit

Gegen den bloß repräsentationistischen Adäquatheitsbegriff der traditionellen Abbildtheorien stellte beispielsweise Franz Brentano fest, dass

  • 1. auch verneinende Urteile wahr sein können, ihnen aber nicht in der Wirklichkeit "entspricht"; dass aber vor allem
  • 2. ein Urteil und Beurteiltes nur als relationaler Sachverhalt aufgefasst werden könne;

Um aber zu vergleichen, müsse bereits eine Urteilsform über das Beurteilte vorliegen, müsste also "zur Ermöglichung des Vergleichs eines realen Dinges mit einem Urteil das reale Ding, wie es ist, bereits von mir erkannt sein..." (in: F. Brentano, Wahrheit und Evidenz, 1930).

Noch zugespitzter hat Leonard Nelson festgestellt, dass die Übereinstimmung des Erkennens oder Denkens mit den Sachverhalten nur dann überprüfbar sei, wenn der wahre Sachverhalt zuvor bereits bekannt ist. Damit sei Erkenntnistheorie wegen der entstehenden Zirkularität unmöglich (in: L. Nelson, Gesammelte Schriften, Band 2, 1973). Dieses erkenntnistheoretische Paradoxon (Nelson-Paradoxon) wäre völlig zutreffend, wenn nicht zwischen Erkennen und Denken einerseits und die Sachverhalte andererseits die praktische Tätigkeit träte, die allein die Vorstellung von Adäquatheit sinnvoll werden lässt. Mann kann das erkenntnistheoretische Paradoxon also nur im positivistischen Sinne umgehen, indem man einen semantischen Wahrheitsbegriff verwendet, der nur auf sprachlicher Ebene operiert und den Gedanken der Adäquatheit völlig ausklammert, wie es Wolfgang Stegmüller beschreibt (in: W. Stegmüller, Das Wahrheitsproblem und die Idee der Semantik, 1957, S. 233-234) oder aber konsequent bei der Betrachtung sich auf eine Widerspiegelungstheorie im Sinne der materialistischen Dialektik stützt. Diese hat dann streng zwischen dem generellen Begriff der Adäquatheit (d. h. der Wahrheit) und dem der für verschiedene Widerspiegelungsobjekte, -subjekte und -resultate durchaus verschiedenen Adäquatheitkriterien (d. h. der Wahrheitskriterien) zu unterscheiden.

Verschiedene Formen von Adäquatheitskriterien

??? Es hat eine besondere Bedeutung, die unterschiedlichen Formen von Adäquatheitskriterien für die verschiedenen Formen von Widerspiegelungsresultaten voneinander abzugrenzen:

  • Wesentliches, spezifisches Adäquatheitskriterium: Empfindungen sind adäquat, wenn sie Reizparameter und Reizintensitäten skalenrichtig abbilden und damit als ???
  • Entsprechendes Praxiskriterium: gestatten einer optimalen Orientierung gegenüber inneren und äußeren Reizgegebenheiten
  • Nichtsprachliche bzw. vorsprachliche Begriffe: diese sind adäquat, wenn sie solche Gruppen von Merkmalen in Klassen widerspiegeln, die tatsächlich durch objektive Ähnlichkeiten, Beziehungen oder Gesetze verbunden sind
  • Optimale Verhaltensanpassung: adäquate nichtsprachliche bzw. vorsprachliche Begriffe gestatten eine vorauseilende Operation über dem Gedächtnisbesitz
  • Benennungen: diese sind adäquat, wenn sie tatsächlich verhaltens- oder handlungsrelevante Begriffe sprachlich belegen
  • Optimale Kommunikation: über adäquate Benennungen ist eine optimale Kommunikation mittels Sprache möglich
  • Denkresultate und Problemlösungen sind adäquat, wenn die ihnen zugrunde liegenden Termini adäquat sind und die sie abbildenden Aussagen, Aussagensysteme und/oder Theorien mit entsprechenden Sachverhalten übereinstimmen
  • Wertungen sind adäquat, wenn sie gestatten, die Elemente einer Klasse von Objekten der Wertung so zu ordnen, dass diejenigen Elemente, die das geringste Abstands"maß" zum - historisch relevanten - Maßstab der Wertung haben, d. h. objektive Interessen und Bedürfnisse des Subjekts der Wertung historisch optimal befriedigen, in einem Entscheidungsprozess ausgewählt werden können. In diesem Sinne sind Normen analog als gesellschaftlich verfestigte und sanktionierte Wertungen zu behandeln
  • Anforderungen sind adäquat, wenn die Operationen, zu der aufgefordert wird, ausgehend von den angegebenen Ausgangsbedingungen, zu dem beabsichtigten Ziel zu führen vermag; damit ist eine Handlung ausführbar, die das beabsichtigte Ziel realisiert.


Adäquat im Zusammenhang mit Aussagen

Eine adäquate Aussage bildet eine wahre Aussage, eine inadäquate Aussage bildet eine falsche Aussage. Für die anderen Arten von Abbildern, z. B. für die den Empfindungen, Wahrnehmungen und Begriffen zukommenden Formen der Adäquatheit, sind bisher noch keine spezifische Begriffe zugeordnet worden.

Die manchmal vertretene Auffassung von Identität von Adäquatheit und Wahrheit ist inkorrekt, weil nicht alle Merkmale der Wahrheit zugleich auch Merkmale der anderen Formen der Adäquatheit sind. Eine Aussage und ihre Negation (Negat) können z. B. niemals beide adäquat, d. h. wahr sein.

Zur Bedeutung einer adäquaten Abbildung im Vergleich zur Isomorphie und Homomorphie

Ein adäquates Abbild ist eine Darstellung, welche alle wesentlichen Eigenschaften und Beziehungen des Urbildes in Abhängigkeit vom jeweiligen Erkenntnisstand und unter dem jeweiligen Betrachtungsaspekt widerspiegelt.

Demnach liegt bei Adäquatheit mindestens eine zweistellige Relation vor, und es besteht eine nahe Verwandtschaft zu Isomorphie und Homomorphie. Im Gegensatz zu den genannten Begriffen hebt jedoch die Adäquatheit mehr die qualitativen Aspekte hervor, während Isomorphie und Homomorphie sich aufgrund ihrer Definition auf abstrakte Gegenstandsbereiche beziehen und deshalb nur sinnvoll unter expliziter Angabe eines entsprechenden Isomorphie- bzw. Homomorphiekorrelators zu verwenden sind.

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